Drei Fragen an Leonie Peter
Leonie Peter leitet seit drei Jahren den Bereich Primar- und Musikschulen des Amts für Volksschulen (AVS). Neben umfangreichen Beratungs- und Unterstützungstätigkeiten widmet sie sich in ihrer täglichen Arbeit dem Spannungsfeld zwischen kantonalen Vorgaben und kommunaler Trägerschaft.
Welche Aufgaben nimmt der Bereich Primar- und Musikschulen wahr und wo ist er einzuordnen?
Das AVS ist das Kompetenz- und Steuerungszentrum für die Baselbieter Volksschulen. Das Amt ist zuständig für die Themen rund um die obligatorische Schulzeit, also von Kindergarten, über die Primar- und Musikschulen bis hin zur Sekundarstufe I.
Im Kanton Basel-Landschaft werden die Sekundarschulen vom Kanton getragen, die Primar- und Musikschulen jedoch von den Gemeinden. Dies bedeutet, dass der Fokus im Bereich Primar- und Musikschulen auf der Beratung und Unterstützung liegt. Meine Kollegin Corinne Rigo und ich wurden von den Schulleitungen auch schon als «Einfallstor» bezeichnet. Wer nicht weiss, wohin mit seiner Frage, gelangt meistens an uns.
Wir bilden die Anlaufstelle für Schulleitungen, Schulräte und Gemeinden bei betrieblichen, trägerschaftlichen und führungstechnischen Belangen und sind dadurch mit einer Vielzahl an Fragen konfrontiert: Von der Klassenbildung über die Einführung eines Waldkindergartens bis hin zum Berufsauftrag, den Rollen und Kompetenzen der Schulbeteiligten oder auch ganz konkret dem Umgang mit geschiedenen Erziehungsberechtigten ist alles dabei.
Zu den Beratungstätigkeiten kommen noch die Leitung von und Mitwirkung bei Projekten, die Protokollführung und Mitarbeit in diversen Gremien sowie die Bearbeitung politischer Geschäfte hinzu.
Für uns ist die Zusammenarbeit mit anderen Hauptabteilungen des Amts wie auch mit den Abteilungen des Generalsekretariats der BKSD von zentraler Bedeutung.
Welche Themen beschäftigen die Primar- und Musikschulen aktuell?
2024 standen vor allem die neuen Führungsstrukturen und der überarbeitete Berufsauftrag im Fokus. Die Gemeinden hatten aufgrund eines Landratsbeschlusses bis Ende 2023 Zeit, sich für eines von drei Führungsmodellen, namentlich das Schulrats-, das Gemeinderats- oder das Kommissionsmodell, zu entscheiden. Die Änderungen traten auf das Schuljahr 2024/25 und damit per 1. August 2024 in Kraft.
Dies erforderte umfassende Änderungen auf Verordnungsebene, die Anpassung diverser Prozesse, Handbücher und Absprachen sowie die Neugestaltung von Schnittstellen. Für die Schulräte, Schulleitungen und Gemeinderäte haben die Neuerungen für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Rollen und Kompetenzen gesorgt, die nicht immer ganz einfach war.
Einiges an Neuerungen – und für die Schulleitungen einen grossen Initialaufwand – brachte auch der überarbeitete Berufsauftrag für Lehrerinnen und Lehrer mit sich, dessen totalrevidierte Rechtsgrundlagen ebenfalls per 1. August 2024 in Kraft traten. Der Berufsauftrag beschreibt alle Aufgaben und Aufträge, welche die Lehrpersonen im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit erfüllen. Auslöser für dessen Überarbeitung war die zunehmende Komplexität der Aufgaben von Schulen und Lehrpersonen in ihrer Praxis, welche nun entsprechend abgebildet werden.
Die Musikschulen hat unter anderem der Beitritt des Kantons Basel-Landschaft zum nationalen Förderprogramm «Junge Talente Musik» ab dem 1. August 2024 beschäftigt. Der Kanton hat damit seine bereits gut etablierte Talentförderung erweitert. Begabte Jungmusikerinnen und -musiker können nun vom Bund finanzierte Förderbeiträge beantragen.
Was hat Sie persönlich dazu motiviert, sich für die Bildung im Kanton Basel-Landschaft zu engagieren?
Es war mein Ziel, in meiner täglichen Arbeit einer sinnstiftenden Beschäftigung nachgehen zu können. Das habe ich mit meiner Tätigkeit bei Amt für Volksschulen erreicht. Bildung ist von grundlegender Bedeutung, weil sie nicht nur individuelles Wissen und Fähigkeiten vermittelt, sondern auch die Basis für persönliche und gesellschaftliche Entwicklung ist. Als Soziologin interessiert mich gerade auch dieser gesellschaftliche Aspekt. Es ist mir aber auch ein Anliegen, mit meiner Arbeit einen Beitrag an einen gelingenden Schulbetrieb und damit letztlich gute Lernbedingungen für die Baselbieter Schülerinnen und Schüler zu leisten.
Besonders reizvoll ist für mich zudem die Vielfalt der Aufgaben – von der strategischen Planung über die Unterstützung der Schulen bis hin zur Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben. Die enge Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Verwaltung als auch mit den Schulbeteiligten erachte ich als sehr wertvoll und gewinnbringend.