Baselbieter Bobfahrer auf Olympiakurs
Gleich drei Bob-Athleten aus dem Kanton Basel-Landschaft dürfen sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2026 machen. Mathieu Hersperger, Dominik Hufschmid und Nicola Mariani bestritten mit drei verschiedenen Piloten die Weltcupsaison 2024/2025. Die definitive Selektion erfolgt im kommenden Winter.
Die Diskussionen um die Bobrennen an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo waren intensiv. Die bestehende Bobbahn der Winterspiele 1956 war mehr als nur in die Jahre gekommen und wurde 2008 geschlossen. Für einen geplanten Neubau ging einiges schief. So wurden bereits alternative Standorte in St. Moritz und Innsbruck geprüft, als im Frühjahr 2024 der 81,6-Millionen-Neubau in Cortina d’Ampezzo unter höchstem Zeitdruck doch noch beschlossen wurde. Die Arbeiten schreiten voran, aber im Winter 2024/2025 war an eine erstmalige Nutzung noch nicht zu denken. Die Abnahme durch das Internationale Olympische Komitee, die auf Ende März dieses Jahres geplant war, wackelt. Erste Testfahrten für die Piloten sind erst zum Saisonbeginn 2025/2026 möglich.
Neu im Nummer-1-Bob
Das politische und bauliche Geplänkel wird drei junge Bobsportler aus dem Kanton Basel-Landschaft nicht gross kümmern – denn die Teilnahme an den Olympischen Spielen bleibt ihr grosser Traum. Und dem sind sie in der Saison 2024/2025 durchaus nähergekommen. Der Ormalinger Dominik Hufschmid gehörte im abgelaufenen Weltcup zum Team des Piloten Michael Vogt, der nominellen Nummer 1 im Schweizer Bobsport.
Hufschmid hatte sich an der Junioren-WM 2023 in St. Moritz zwei Bronzemedaillen geholt – es war das letzte Mal, dass er als 26-Jähriger bei einem Nachwuchswettbewerb startberechtigt war. Seine Leistungen im Winter 2023/2024 waren konstant, so dass er von Swiss Sliding für die Weltmeisterschaft 2024 in Winterberg erstmals in den Schlitten von Michael Vogt befördert wurde. Doch bei der Hauptprobe kam es zu einem fatalen Sturz in Altenberg, wo sich Bremser Sandro Michel schwer verletzte.
In die neue Weltcupsaison stieg das Team von Michael Vogt aufgrund einer Rückenoperation seines Piloten verspätet ein, lieferte aber umgehend gute Resultate. Der Status von Dominik Hufschmied änderte sich immer wieder, zwischenzeitlich musste er sich mit der Reservistenrolle genügen, so wie an der EM in Lillehammer, als seine vier Teamkollegen die Bronzemedaille holten. An der WM Mitte März in Lake Placid rückte der Baselbieter aber wieder in den Schlitten und trug seinen Teil zum sechsten Schlussrang bei.
Langer Selektionsprozess
Mathieu Hersperger aus Reinach gehört dem Team von Timo Rohner an und erlebte eben seine Premieren-Saison im Weltcup. Der Masterstudent in Sportwissenschaften hat sich schnell entwickelt und schloss die offiziellen Tests der Schweizer Anschieber am Stephanstag 2024 sogar noch vor Hufschmid ab. Kraft und Schnelligkeit sind im Bobsport durch die Wichtigkeit der Startzeiten die stärksten Argumente eines Beifahrers.
Beim Weltcup in St. Moritz im Januar startete Hersperger zusätzlich auch im Zweier mit Pilot Timo Rohner. Dass er diesen Platz auch in den Selektionen von Swiss Sliding für die EM und die WM zugesprochen erhielt, war ein starkes Zeichen. Mit Rang 6 in der Weltcup-Gesamtwertung lieferte der Bob Rohner das Schweizer Bestresultat.
Der dritte Baselbieter, der sich Hoffnungen auf die Olympischen Spiele machen darf, ist der Allschwiler Nicola Mariani aus dem Team von Cédric Follador. Dort gehört Mariani zu den Aufsteigern im Weltcup, denn auf Rang 6 bildeten Follador & Co. das beständigste und bestklassierte Schweizer Team dieser Saison.
Die EM 2025 in Lillehammer (NOR) und die WM 2025 in Lake Placid (USA) liefern erste Indikatoren für die Olympiaselektionen 2026. Noch ist nicht klar, welche Nationen bei den Olympischen Spielen 2026 mit drei Bobs und welche nur mit maximal zwei starten dürfen.
Wer mit wem auf der dannzumal hoffentlich fertiggestellten neuen Bobbahn in Cortina d’Ampezzo fahren wird, werden weitere Leistungstests zwischen Weihnachten und Silvester 2025 sowie die Resultate in den Weltcups zeigen. Der Weg beinhaltet also durchaus noch die eine oder andere Hürde. Die Chancen, dass unter den letztlich selektionierten Schweizer Athleten auch Baselbieter sein werden, sind aber intakt.
Text: Daniel Schaub, Sportamt Baselland
Foto 1 und 2: Instagram Team Follador
Foto 3: Instagram rohnerbulls
Foto 4: Instagram Team Vogt