In acht Jahren an die Weltspitze

Seit 2020 besteht der Verein Tablesoccer beider Basel mit einem eigenen Clublokal in der ehemaligen Brauerei Ziegelhof in Liestal. Präsidentin Beatrice Berner gehört gleichzeitig zu den international stärksten Spielerinnen des Clubs. Im Jahr 2025 stehen einige Veränderungen an.

Alles begann in einer Kneipe in Sissach. Dort stellte Beatrice Berner vor etwas mehr als acht Jahren fest, dass sie sich am Tischfussballkasten sehr wohl fühlt. Mit einigen Kolleginnen und Kollegen stellte sie in der Musik- & Sportbar «Joker» ein Plauschturnier auf die Beine, an dem sich auch Leute aus der Schweizer «Töggeliszene» beteiligten. «Gegen diese Gäste habe ich die meisten Spiele klar verloren. Ich war aber fasziniert davon, was technisch alles möglich ist», erzählt Beatrice Berner. Sie begann, den Kontakt zu solchen Spielern zu suchen, spielte fortan regelmässig in einem Pub in Bern und bei einem Verein in Luzern.

Das war aufwendig, und so kam ein wöchentliches Trainingstreffen in der Sissacher «Lounge 11» zustande. Hier konnten sich Spielerinnen und Spieler aus der Region beteiligen. Doch auch das wurde Beatrice Berner bald zu wenig. Im Frühjahr 2020 kam es deshalb zur Gründung des Vereins Tablesoccer beider Basel. «Das Ziel war, dass möglichst viele Leute immer einen Tisch zur Verfügung haben, wenn sie spielen wollen.» Ein Clublokal fand sich im alten Ziegelhofareal in Liestal. Dort werden seither zwei wöchentliche offene Trainings angeboten. Es wurden Tische gekauft, ein Sportkonzept erstellt und Unterstützungsoptionen geprüft.

Tisch ist nicht gleich Tisch
International gibt es fünf verschiedene anerkannte Modelle. Diese stehen auch im Clublokal von Tablesoccer beider Basel. Es ist wichtig, sich auf allen Modellen auszukennen. Selbst innerhalb der Schweiz gibt es zwei verschiedene bevorzugte Tische: in der Deutschschweiz wird mehrheitlich auf dem «Garlando World Champion» gespielt. «Dies ist der technisch anspruchsvollste Tisch», sagt Beatrice Berner, «wer darauf lernt, kann sein Spiel leichter auf die übrigen Tische adaptieren». In der Westschweiz ist der «Ullrich Tournament P4P» die bevorzugte Spielfläche. Aktuell diskutiert eine Arbeitsgruppe des Schweizerischen Verbandes über die Zukunft der Tischwahl. Eine Option im Sinne eines Kompromisses wäre das deutsche Fabrikat «Leonhart», doch die Meinungen gehen auseinander.

Die Tischfrage ist vor allem für die ambitionierten Spielerinnen und Spieler von Bedeutung. Zum Verein Tablesoccer beider Basel gehört mit Pascal Salzgeber einer der erfolgreichsten Schweizer Spieler überhaupt. Er hat schon elf Schweizer Meistertitel in Einzel, Doppel und Mixed errungen und das Schweizer Nationalteam schon mehrfach an Weltturnieren vertreten. International gibt es zwei Veranstaltungen: einerseits die World Series, in denen jedes Jahr Meisterschaften pro Tisch angeboten werden, und für die keine Qualifikation und Nomination nötig sind; andererseits der alle zwei Jahre stattfindende World Cup, an dem nur vom nationalen Verband nominierte Spielerinnen und Spieler teilnehmen können. Beim World Cup darf jede Spielerin und jeder Spieler für einen Satz den bevorzugten Tisch auswählen. Salzgeber und seine Lebenspartnerin Beatrice Berner waren für die Schweiz am letzten World Cup 2022 in Nantes dabei und erreichten je einen neunten Rang. Sie sind auch für die Titelkämpfe im Juni 2025 in Zaragoza nominiert.

Der Traum vom WM-Titel
Die Schweizer Topcracks reihen sich international in den Top Ten ein. Führend sind Athletinnen und Athleten aus den USA und Deutschland. «Mein Ziel ist es, dereinst Weltmeisterin sein zu können», erklärt die ehrgeizige Beatrice Berner. Dafür trainiert sie regelmässig. «Das Wichtigste ist das Training alleine am Tisch, bei dem die technischen Abläufe immer wieder geübt werden, bis sie automatisiert sind.»

Bei allen sportlichen Ambitionen: der Verein Tablesoccer beider Basel will vor allem Spass am Tischfussball vermitteln. Deshalb ist der Verein für alle Leistungsstufen offen. «Wer Lust hat, findet bei uns Unterstützung, Spielpartner und Zusammenhalt. Alle entscheiden ganz alleine über ihre Ambitionen.» Die Trainings finden jeweils dienstags und donnerstags von 19 bis 22 Uhr statt. Für Vereinsmitglieder ist die Nutzung kostenlos, eine Gastmitgliedschaft kostet 5 Franken pro Training. Der Verein bietet auch Schnupperabende und –turniere für Firmen, Vereine und weitere Organisationen an. Dies bildet eine wesentliche Einnahmequelle für den Verein.

Text: Daniel Schaub, Sportamt
Fotos: zVg Tablesoccer beider Basel

www.tablesoccerbeiderbasel.ch


Neues Clublokal gesucht
Der Verein Tablesoccer beider Basel kann sein aktuelles Clublokal im alten Ziegelhof-Areal nur noch bis Ende September nutzen. Deshalb wird aktuell nach einem neuen Trainingslokal gesucht. Dieses soll zu attraktiven Mietkonditionen Raum für sechs Tischfussballtische und eine kleine Buvette bieten. Vorzugsweise ist der Raum beheizt. Denn in kalten und nassen Wintern setzt die Feuchtigkeit den Tischen besonders zu. Mögliche Anbieter können sich bei Präsidentin Beatrice Berner (Tel. 079 788 71 46) melden.


Bild Legende:
Foto 1 Beatrice Berner am World Cup 2022