Kinder und Jugendliche finden bei Pflegefamilien ein Zuhause

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Rund 140 Baselbieter Kinder und Jugendliche, die vorübergehend oder längerfristig nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, sind in Pflegefamilien untergebracht. Der Bedarf an neuen Pflegefamilien oder Einzelpersonen, die diese wichtige Aufgabe übernehmen, ist gross. Daher werden fortlaufend Pflegefamilien gesucht.

Die Unterbringung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien ist ein wichtiger Bestandteil der stationären Kinder- und Jugendhilfe im Kanton Basel-Landschaft. Pflegefamilien bieten den betroffenen Kindern und Jugendlichen für eine bestimmte Zeit ein sicheres und stabiles Umfeld und die Möglichkeit, in einem familiären Rahmen aufzuwachsen. Es gibt verschiedene Formen der Betreuung, die von kurzfristigen Kriseninterventionen über die tageweise Betreuung an Wochenenden oder in den Ferien bis hin zu langfristiger Dauerbetreuung reichen. Einige Pflegefamilien bieten zudem speziell Pflegeplätze für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) an.

Verantwortungsvolle Aufgaben von Pflegefamilien
Während des Pflegeverhältnisses tragen die Pflegeeltern die Verantwortung für die Erziehung, Förderung und Entwicklung des Pflegekindes. Je nach Vorgeschichte des Kindes können die Belastungen unterschiedlich stark ausgeprägt sein, was Pflegefamilien vor verschiedenartige Herausforderungen stellt. Sie müssen mit einer Vielzahl von Bedürfnissen umgehen und eng mit verschiedenen Personen und Fachstellen zusammenarbeiten, wie zum Beispiel mit den leiblichen Eltern, Sozialen Diensten, Beistandspersonen, Kindesschutzbehörden sowie mit Schulen, Ärztinnen und Therapeuten.

Unterstützung für Pflegekind und Pflegefamilie
Für das Pflegekind stellt der Übergang in eine Pflegefamilie eine grosse Veränderung dar. Die Trennung von der eigenen Familie und der Wechsel vom gewohnten in ein neues Umfeld können zu Unsicherheit und Ängsten führen. Die Ungewissheit über die Zukunft – ob eine Rückkehr zu den leiblichen Eltern möglich ist oder es zu weiteren Veränderungen kommt – verstärkt dieses Gefühl. Beim Aufbau der neuen Bindung zu den Pflegeeltern können sich für das Pflegekind Loyalitätskonflikte ergeben, weil es die Verbindung zu den leiblichen Eltern nicht verlieren oder enttäuschen möchte. Von den Pflegeeltern erfordert dies Unterstützung und Geduld. Es ist entscheidend, dass sowohl das Pflegekind als auch die Pflegeeltern in diesem Prozess und in den täglichen Herausforderungen unterstützt und in ihren Rollen gestärkt werden. Die professionelle Begleitung und Beratung durch Fachpersonen eines Dienstleistungsanbietenden in der Familienpflege (DAF) kann einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung eines stabilen und positiven Pflegeverhältnisses leisten. Eine konstante und sichere Umgebung hilft dem Kind, Erlebtes zu verarbeiten und neue, positive Erfahrungen in einem liebevollen familiären Umfeld zu sammeln. Eine einfühlsame und stabile Beziehung zur Pflegefamilie kann entscheidend für die positive Entwicklung des Kindes sein.

Flexiblere und intensivere Begleitung der Pflegeverhältnisse
Der Kanton finanziert die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien in Form des Pflegegeldes, welches die Pflegefamilien für ihre Tätigkeit erhalten. Zudem arbeitet der Kanton mit drei DAF zusammen, die Pflegefamilien gewinnen, deren Eignung prüfen, Schulungen anbieten und die Pflegefamilien vermitteln. Die Fachpersonen der DAF begleiten und beraten die Pflegefamilien und nach Möglichkeit auch alle anderen Beteiligten im Pflegeverhältnis, einschliesslich des Pflegekindes und seiner leiblichen Eltern, entsprechend deren individuellen Bedürfnissen. Sie unterstützen auch in administrativen Belangen und arbeiten eng mit anderen Fachstellen zusammen. Ziel dieser Begleitungen ist es, die Tragfähigkeit der Pflegeverhältnisse zu erhöhen und Abbrüche zu verhindern.

Per 2025 hat der Kanton die Zusammenarbeit mit den DAF verlängert und ausgebaut. Ein Schwerpunkt des neuen Auftrags ist die verstärkte Rekrutierung und aktive Vermittlung von Pflegefamilien, um für jedes Pflegekind schnell einen passenden Platz zu finden. Die Pflegeverhältnisse können zudem intensiver, flexibler und bedarfsgerechter begleitet werden, insbesondere in komplexeren oder krisenhaften Situationen. Diese Erweiterung entspricht dem Bedarf, da viele der betreuten Kinder und Jugendlichen psychisch stark belastet sind.

Text: Andrea Ruder, Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote 


Pflegefamilien dringend gesucht!
Im Auftrag des Kantons suchen die DAF kontinuierlich neue Pflegefamilien, insbesondere auch für Kinder mit Beeinträchtigungen und für UMA. Die Tätigkeit als Pflegefamilie kann in verschiedensten Lebensformen übernommen werden: Sei es als Einzelperson oder Patchwork-Familie in der Stadt, als klassische Familie oder gleichgeschlechtliches Paar in der Agglomeration oder als Bauernfamilie auf dem Land, mit oder ohne eigene Kinder, oder auch von Personen kurz vor dem Rentenalter.

Können Sie sich vorstellen, ein Kind oder eine jugendliche Person für eine bestimmte Zeit bei sich aufzunehmen? Oder kennen Sie Menschen, die sich für diese Aufgabe interessieren könnten? Dann nehmen Sie Kontakt zu den DAF auf, um mehr Informationen zu erhalten oder einen unverbindlichen Beratungstermin zu vereinbaren:

Familea - Zentrum Pflegekinder (Pflegeplätze für Kinder und Jugendliche, inkl. UMA, von 0 bis 18 Jahren in allen Betreuungsformen)

Verein WOPLA Familienplatzierung (spezialisiert auf Pflegeplätze für Jugendliche und Kinder mit speziellem Unterstützungsbedarf und für Krisen)

Stiftung Jugendsozialwerk (nur Pflegeplätze für UMA)


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