Winterprojektwoche an der Sek Therwil

Drei Jahrgänge - drei Schwerpunkte

Jedes Jahr im September und Januar finden an der Sekundarschule Therwil intensive Projektwochen statt, an denen alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig teilnehmen. Dem voraus geht eine aufwändige Planungs- und Vorbereitungsphase, in die alle Schulbeteiligten involviert sind. 

Die ersten Klassen verbringen die Projektwoche im Januar in leistungszugdurchmischten Gruppen in einem der sechs Sportlager. Wählbar sind die Disziplinen Ski, Snowboard und Tourenlager. Federführend in der Organisation und auch in der Reservation der Lagerhäuser ist die Fachschaft Sport. Seit zwei Jahren bieten wir zusätzlich «Winterlager» an. Hier stehen für zweieinhalb Tage nicht der Sport, sondern verschiedene Gemeinschaftsaktivitäten im Vordergrund. Dem Schnee nah ist man dort auch. Den Rest der Woche wird in einem naturwissenschaftlichen Projekt, eigens für diese Woche konzipiert, in der Schule gearbeitet. So können auch Schülerinnen und Schüler integriert werden, die aus gesundheitlichen oder disziplinarischen Gründen nicht an einem Sportlager teilnehmen können.

Von der Schule ins Berufsleben
In den zweiten Klassen liegt der Schwerpunkt auf der Beruflichen Orientierung. Hier heisst es: «Auf zum Kniggekurs!», «Fit für den Eignungstest?», «Schon mal was vom Mentoring BL gehört?» oder «Karriere geht auch oder gerade mit Berufsmatur». Für jeden Leistungszug gibt es einen eigenen Wochenplan. Dafür verantwortlich sind neben der Laufbahnverantwortlichen zwei Lehrpersonen der Beruflichen Orientierung. Jedes Jahr kommt etwas Neues dazu oder wird anders gestaltet. Die Planung für das kommende Jahr beginnt jeweils schon kurz nach Ende der Projektwoche in einer Auswertungssitzung.

Das grosse Highlight dieser Projektwoche ist der ganztägige Betriebspostenlauf, an dem mehr als zehn Betriebe aus der Region teilnehmen. Hier können Schülerinnen und Schüler mit einem Malermeister sprechen, unter Anleitung einer Fachfrau Gesundheit einen Fingerpiks durchführen oder auch erleben, wie die Dorfdrogerie Badesalz herstellt. «Ich durfte viele Berufe kennenlernen, von denen ich noch gar nicht wusste, dass sie überhaupt existieren. Zu sehen, wie Fachleute Gesundheit eine Blutentnahme durchführen und wie der Alltag in einer Bank aussieht, fand ich am interessantesten», so das Fazit einer Schülerin aus dem Leistungszug P.

Die teilnehmenden Betriebe bereiten sich jedes Jahr mit Herzblut vor. Man kennt sich und fühlt sich bei uns fast schon zu Hause. Beim gemeinsamen Mittagessen, das von einem Lehrpersonenteam liebevoll zubereitet und von Schülerinnen und Schülern serviert wird, geniessen Betriebe und Lehrpersonen die kurze Verschnaufpause.

Für Schülerinnen und Schüler aus dem Zug P steht in der Winterwoche ein Orientierungstag in einem Lehrbetrieb an. Die Erfahrungen dort werden in einem Videotagebuch festgehalten und am Ende der Woche der eigenen Klasse präsentiert. Einen weiteren Blick über den Tellerrand ermöglicht die Exkursion an die Universität und der Besuch einer echten Vorlesung.

Ein Glanzpunkt im Jahresplan
In den dritten Klassen stehen Eigenverantwortung und -regie im Vordergrund. Die Jugendlichen widmen sich in diesen Tagen intensiv ihrer Projektarbeit. Den verschiedenen, meist praktischen und in Partnerarbeit erstellten Projekten dürfen wir in den fünf Tagen förmlich beim Wachsen zusehen. Das macht Vorfreude auf die Projektarbeitsausstellung, die jeweils im Mai stattfindet.

In dieser Woche herrscht in unseren beiden Schulhäusern eine ganz besondere Atmosphäre. Neben regem Treiben und einem steten Kommen und Gehen gibt es auch Momente, in denen es ganz still ist und man zusehen kann, wie wir alle «einfach» unsere Arbeit tun: für uns in Therwil ein Glanzpunkt im Jahresplan. Ohne ein Team, das dies auch so sieht und unterstützt, wäre die Umsetzung nicht möglich. Wir freuen uns schon auf Januar 2026!

Text: Stephanie Seebacher, Schulleiterin Sekundarschule Therwil
Foto: Stephanie Seebacher

Bild Legende:
Neugestaltung Wand im Velokeller K2, eine Projektarbeit der dritten Klassen