Gemeinsam in der neuen Rolle angekommen
Seit Juni 2025 leiten Stephanie Bolliger und Armin Herzog die Abteilung Schulsozialdienst im Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote (AKJB). Mit Engagement und gegenseitiger Unterstützung haben sie sich schnell zu einem Team entwickelt.
Stephanie Bolliger und Armin Herzog, stellt euch bitte kurz vor und erzählt uns etwas über euren Werdegang.
Stephanie Bolliger: Ich bin ausgebildete Sozial- und Sexualpädagogin und habe vor über zehn Jahren selbst in der Schulsozialarbeit auf Sekundarstufe I hier im Kanton Basel-Landschaft gearbeitet. Danach habe ich während mehrerer Jahre in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt Präventionsprojekte an Schulen in den Bereichen Konfliktbearbeitung, Kindsschutz und sexuelle Rechte/Gesundheit umgesetzt. Zudem habe ich für die Stiftung IdéeSport Coaching- und Führungskurse gegeben. Die letzten paar Jahre habe ich die Fachstelle sexuelle Gesundheit BL – die kantonale Fachstelle für Schwangerschafts- und Beziehungsfragen – geleitet.
Armin Herzog: Nach der Matur und dem Zivildienst habe ich eine Lehre als Krankenpfleger abgeschlossen und bin damit für ein paar Jahre in der Welt umhergereist – denn Kranke und Hilfsbedürftige gibt es überall auf der Welt. Im Anschluss habe ich ein Studium der Sozialen Arbeit FH abgeschlossen, eine dreijährige Coaching– und Supervisionsausbildung absolviert und neben meinen Teilzeitbeschäftigungen immer wieder als Selbständiger gearbeitet. Ich durfte mittlerweile langjährige Führungserfahrung sammeln: als Leiter des Jugend- und Kulturhauses Muttenz, als Teamleiter der Schulsozialarbeit in Pratteln und nun als Leiter des Schulsozialdienstes Basel-Landschaft.
Vor etwas mehr als einem halben Jahr habt ihr den neuen Aufgabenbereich übernommen. Wie habt ihr die erste Zeit erlebt?
Stephanie Bolliger: Es war und ist immer noch eine intensive Zeit. Nebst der Einarbeitung und dem Ankommen sind wir bereits im Tagesgeschäft gefordert, müssen Entscheidungen treffen, Haltungen entwickeln, politische Geschäfte bearbeiten und beratend tätig sein. Ich bin dankbar, dass unser Vorgänger, David Stalder, uns in den ersten Wochen zur Seite stand und wir mit unserer Amtschefin Franziska Gengenbach und dem AKJB-Team jederzeit Ansprechpersonen haben. Man hat uns hier im Haus, aber auch im Gesamtteam der Schulsozialarbeitenden, mit offenen Armen empfangen.
Armin Herzog: Ich schliesse mich Stephanie voll und ganz an. Es ist eine herausfordernde und lehrreiche Zeit, die viel Spass macht und Neues bereithält. Das habe ich gesucht und schätze ich sehr.
Ihr leitet die Schulsozialarbeit gemeinsam. Wie habt ihr eure Rollen untereinander gefunden? Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit miteinander?
Stephanie Bolliger: Einerseits haben wir uns die Schulstandorte und die Mitarbeitenden aufgeteilt, andererseits Aufgabenbereiche zugeteilt. So vertreten wir uns jeweils in verschiedenen Gremien und sind für unterschiedliche Stufen zuständig. Wir haben zu Beginn unsere Stärkenprofile ausgewertet und diese mitberücksichtigt. Nun ist es auch ein Ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Wir sind stets im Dialog und machen bei Bedarf Anpassungen.
An Armin schätze ich, dass wir uns in Haltungsfragen und im Verständnis vom Berufsfeld Schulsozialarbeit einig sind. Das ist sehr entlastend. In der Arbeitsweise und vom Typ her sind wir sehr unterschiedlich. Das braucht Verständnis und Akzeptanz, wichtige Eigenschaften im Zusammenleben. Eigene Gewohnheiten zu überdenken, aber auch Kompromisse einzugehen, gehört für mich in einer Co-Leitung mit dazu. In den Kompetenzen und Erfahrungen ergänzen wir uns.
Armin Herzog: Ja, zu Beginn haben wir Dank eines tollen Stärke– und Ressourcenmanagementtools unseren Arbeitsauftrag analysiert und die Aufgabenfelder nach unseren Stärken aufgeteilt.
Stephanie kannte ich schon länger aus dem Umfeld der sozialen Arbeit. Wir hatten Schnittstellen bei der Stiftung IdéeSport und während unserer Tätigkeiten als Schulsozialarbeitende. Eine tragfähige Beziehung im Arbeitsumfeld zu haben, ist mir wichtig, und da wusste ich, was ich mit Stephanie habe. Zum Beispiel wusste ich, dass Stephanie viele Präventionsprojekte in den Bereichen Konfliktbearbeitung – auch für den Kanton Basel-Landschaft und innerhalb der Schulen – aufgegleist und durchgeführt hatte, was für unsere jetzige Arbeit hilfreich ist.
Wenn ihr auf das nächste Jahr blickt: Was wünscht ihr euch für die Abteilung?
Stephanie Bolliger: Mein persönliches Ziel ist es, weiterhin im Co-Leitungsteam, im Gesamtteam mit den Schulsozialarbeitenden der Sekundarschulen, aber auch in der Arbeit als Führungsperson anzukommen. Dazu gebe ich mir die nötige Zeit und möchte mich im Bereich der Personalführung weiterbilden. Eine Neubesetzung bringt immer auch Chancen mit sich. Abläufe und Strukturen werden aus anderen Perspektiven betrachtet, hinterfragt, aber auch übernommen. Armin und ich haben mit den aufgestockten Ressourcen sicherlich mehr Möglichkeiten, um Prozesse schneller voranzutreiben.
Für die Abteilung wünsche ich mir, dass sie als Gesamtteam noch mehr zusammenwächst und sich als Einheit sieht, mit dem Ziel, den Jugendlichen im Kanton Basel-Landschaft eine möglichst gute Versorgung zu bieten.
Armin Herzog: Auch da kann ich mich Stephanie anschliessen. Es gilt, Routine in Arbeitsabläufen zu finden und die Leitungsrolle als Team weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sind wir daran, mit den Schulsozialarbeitenden sowie internen und externen Vernetzungspartnern Klarheit und eine effiziente, kooperative Ebene des Zusammenarbeitens zu finden. Das dient insbesondere den Schulsozialarbeitenden für ihre herausfordernde Arbeit mit den Jugendlichen an den Schulen. Ein Fokus liegt auf den Personalwechseln: Das Team verändert sich und wird aufgrund von Pensionierungen jünger. Neue Teammitgliedern sollen vom grossen Know-how des Gesamtteams profitieren können.
Ganz allgemein möchte ich hier noch positiv erwähnen, wie uns verwaltungsinterne Dienste bei unserer Arbeit unterstützen und ich hierbei ein grosses Know-how und Freundlichkeit erfahre. Das hilft extrem – besonders wenn man noch nicht über alles Bescheid weiss.
Zum Schluss etwas Persönliches: Wo findet ihr euren Ausgleich zum Arbeitsalltag?
Stephanie Bolliger: Ich finde meinen Ausgleich in der Natur. Ob beim Wandern, der Gartenarbeit oder dem Nichtstun. Es erdet mich und bringt mir die nötige Ruhe, welche ich im Alltag manchmal vermisse. In der Kreativität und dem konkreten Herstellen von Dingen bekomme ich den Kopf ebenfalls gut frei. Ich arbeite gerne mit den Händen und freue mich über ein Endprodukt. Mein Hauptanker ist aber meine Familie.
Armin Herzog: Da geht es mir ähnlich. Unser Job ist sehr kommunikativ und administrativ geprägt. Da gibt mir mein Rebberg mit eigener Weinherstellung am Grenzacher Hornfelsen – ennet der Grenze mit Blick aufs Joggeli und den Rheinhafen – guten Ausgleich. Ich geniesse dort die Ruhe, den Blick über die Stadt, mit kreisenden Bussarden über mir. Abends schliesse ich die Arbeiten an den Reben gerne mit einem Feuerchen ab und lade dazu gute Freunde ein. Neben den Reben stehen ein paar Fruchtbäume und Beerensträucher, und ich versuche, diese zu Säften, Konfitüren, Senf, Pestos und anderem zu verarbeiten. Mit Freunden gesund zu essen und dabei meinen Wein zu verkosten, gibt mir sehr viel Befriedigung. Auch der Sport – und dort vor allem der Fussball – bietet mir den entsprechenden Ausgleich, und ganz generell der Aufenthalt an der frischen Luft. Meine 15-Jährige Tochter ist meine Nummer 1 im Leben!