Kulturgipfel 2026: Kultur gemeinsam ermöglichen

Ob Konzert, Lesung oder Ausstellung – Kultur schafft Begegnung, Identität und Zusammenhalt. Am Kulturgipfel 2026 diskutierten Kanton und Gemeinden über die Weiterentwicklung der kulturellen Grundversorgung. Im Mittelpunkt standen Verantwortung, Zugang und Teilhabe.

Rund 40 Gäste trafen sich am 5. Februar 2026 in der Kirche Theresia in Allschwil zum vierten Kulturgipfel. Nadine Jermann, Präsidentin des Verbands Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), betonte die Bedeutung des Kulturgipfels in der Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden. Sie hielt fest, dass Kultur gestärkt werden könne, wenn Ressourcen gebündelt, Verantwortung geteilt und gemeinsame Lösungen entwickelt werden.

Andreas Bammatter, Gemeinderat von Allschwil, verwies auf die Entwicklung der Kirche Theresia, die in einem mehrjährigen Prozess – getragen von Gemeinde, Kirche und Kulturschaffenden – zu einem kulturellen Begegnungsort gewandelt wurde.  

Drei Säulen der kulturellen Grundversorgung
In das Thema der kulturellen Grundversorgung leitete Esther Roth, Leiterin Amt für Kultur, ein. Sie stellte das Konzept der kulturellen Grundversorgung im Kanton Basel-Landschaft als flexibles Modell mit den drei Säulen Angebot, Zugang und aktive Teilhabe vor.

Kulturelle Grundversorgung bedeutet demnach mehr als Finanzierung: Sie umfasst das kulturelle Angebot, den niederschwelligen Zugang für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie die Möglichkeit, sich selbst kulturell zu engagieren. Diese Aufgabe wird im Zusammenspiel von Kanton, Gemeinden und Kulturschaffenden getragen. Drei Praxisbeispiele öffneten den Blick über den Kanton hinaus:

Solidarität im Leimental: Kulturpool als Kooperationsmodell
Benno Graber, Gemeinderat von Ettingen und Vertreter des Kulturpools Leimental plus, zeigte auf, wie Solidarität zwischen Gemeinden funktioniert, wenn Beiträge gebündelt und nach klar definierten Kriterien vergeben werden. Die Bündelung ermöglicht eine professionelle Prüfung der Gesuche, reduziert administrativen Aufwand und fördert den fachlichen Austausch zwischen den Gemeinden.

ThurKultur: Klare Zuständigkeit, mehr Wirkung
David Zimmermann, Gemeindepräsident von Braunau (TG) sowie Präsident des Kulturpools ThurKultur, präsentierte den Ansatz des Thurgauer Kulturpools. Klare Zuständigkeiten, pro Kopf finanzierte Beiträge sowie eine Verdoppelung der Gemeindebeiträge durch den Kanton schaffen Planungssicherheit. Entscheidend sind weniger die Höhe der Beiträge, sondern vielmehr die Klarheit der Prozesse und Zuständigkeiten.

Regionalkonferenz Bern-Mittelland: Stabilität durch Leistungsverträge
Dr. Géraldine Boesch, Leiterin Fachbereich Kultur, Regionalkonferenz Bern-Mittelland, erläuterte das Modell der Institutionsförderung. Vierjährige Leistungsverträge für regional bedeutende Institutionen ermöglichen Planungssicherheit, verlangen jedoch Transparenz, Controlling und kontinuierliche Vermittlung – insbesondere zwischen der Stadt Bern und den umliegenden Gemeinden.

In den anschliessenden Gesprächsrunden standen Zuständigkeiten, Vergabekriterien und vereinfachte Gesuchsverfahren im Fokus. Gewünscht wurden klarere Rollen, schlankere Abläufe und mehr Austausch über Kriterien und Fachwissen.

Der vierte Kulturgipfel in Allschwil zeigte deutlich, weshalb sich der kontinuierliche Austausch zwischen Kanton und Gemeinden lohnt. Nicht einzelne Modelle standen im Vordergrund, sondern die gemeinsame Verantwortung für eine tragfähige kulturelle Grundversorgung.

Text: Claudia Puzik, Amt für Kultur
Fotos: Eva Flury

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