Monumentenrestaurierung Augusta Raurica testet Lasergerät
Lasergeräte werden zunehmend zur Reinigung von historischen Objekten verwendet. Francesco Wiesner, Konservator-Restaurator in Augusta Raurica, testet das potenzielle Einsatzgebiet solcher Laser bei der Restaurierung von archäologischen Fundobjekten in Augusta Raurica.
Bei der Restaurierung von historischen Objekten werden zunehmend Lasergeräte zu Reinigungszwecken eingesetzt. Um erste Erfahrungen mit dieser Technik zu sammeln, durfte das Team der Monumentenrestaurierung der Römerstadt Augusta Raurica ein solches Gerät von der Römerstadt Aventicum in Avenches im Kanton Waadt ausleihen. Francesco Wiesner, Konservator-Restaurator, hat sich in seiner Masterarbeit an der SUPSI (Scuola Universitaria professionale della Svizzera italiana) vertieft mit der Laserreinigung auseinandergesetzt. Er testet den Laser zurzeit, um herauszufinden, für welche Arbeiten er in Augusta Raurica geeignet wäre.
Viele der in der Vergangenheit entdeckten Mosaiken und Steinobjekte wurden nach ihrer Auffindung zusammengeklebt, ergänzt oder im Zuge von Restaurierungsarbeiten mit heute veralteten Materialien behandelt. Diese vertragen sich oft schlecht mit den originalrömischen Materialien. Mit dem Lasergerät können alte, verfärbte und verhärtete Zweikomponentenkleber, Zementergänzungen oder Schmutzschichten entfernt werden, bei denen klassische Restaurierungsmethoden wie die Behandlung mit chemischen Lösungsmitteln nicht wirken oder die mechanische Entfernung Schäden am Original verursachen könnte. Mit dem Lasergerät können die Objekte mit einem gebündelten Infrarot-Laserstrahl systematisch und zielgenau in sehr kleinen Abschnitten gereinigt werden. Je hartnäckiger die Verschmutzungsschicht, desto stärker muss der Laserstrahl eingestellt werden. Abhängig davon variiert der Durchmesser des Laserspots zwischen Ø 1,5 und 6 mm, und damit auch der für die Arbeit anfallende Zeitaufwand.
Die korrekten Einstellungen am Lasergerät sind bei der Reinigung essenziell und müssen bei jedem Objekt neu gesucht und erprobt werden. Für die Behandlung jedes Objekts muss die optimale Lösung gefunden werden, denn es gilt, das Fremdmaterial zu entfernen, ohne dabei die Oberfläche des Fundes zu verletzen.
Momentan arbeitet Francesco Wiesner an einem Mosaik aus dem «Palazzo» von Augst, Insula 41/47. Sichtbar sind ein mehrfarbiges Flechtband sowie weisse und schwarze Zonen und Bänder. Das Mosaik wurde 1972 auf der Ausgrabung geborgen, dabei aus der ursprünglichen Bettung gelöst und mit Zweikomponentenkleber gefestigt. Im Laufe seiner Konservierungsgeschichte wurde die Mosaikoberfläche zusätzlich mit einer Wachsschicht «versiegelt». Der Zweikomponentenkleber zeigt sich heute als dunkelgraue, unschönen Flecken, die Wachsschicht hat sich gelblich verfärbt. Beides stört das Erscheinungsbild des vor etwa 2´000 Jahren aus verschiedenfarbigen Tesserae kunstvoll hergestellten Mosaikbodens. Mit dem Laser sollen nun die Altrestaurierungen vom originalen Mosaik gelöst und seine Lesbarkeit verbessert werden.
Text: Barbara Pfäffli und Francesco Wiesner, Römerstadt Augusta Raurica
Fotos: zVg Römerstadt Augusta Raurica