Wer leitet unsere Schulen?

Seit Sommer 2024 wird die Sekundarschule Waldenburgertal in Oberdorf von einem engagierten dreiköpfigen Leitungsteam geführt. Rektorin Caroline Stähelin sorgt gemeinsam mit den beiden Konrektorinnen dafür, dass Schule, Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler bestmöglich gefördert werden.

Caroline Stähelin, magst du dich kurz vorstellen und berichten, wie du Schulleiterin wurdest?
Ich bin 55 Jahre alt, habe zwei erwachsene Töchter und lebe in Bottmingen. Seit 2007 bin ich als Schulleiterin im Kanton Basel-Landschaft tätig. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der Faculté des hautes études commerciales (HEC) in Lausanne arbeitete ich mehrere Jahre in der Privatwirtschaft. Ein Jahr in den USA und die Geburt meiner ersten Tochter führten mich zu einer beruflichen Neuorientierung – ich absolvierte die Ausbildung zur Sekundarlehrerin an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Nach zwei Jahren Unterrichtstätigkeit an der Sekundarschule Binningen übernahm ich dort meine erste Schulleitungsstelle. 2017 wechselte ich an die Sekundarschule Waldenburgertal, wo ich seit fünf Jahren Rektorin bin.

Die Arbeit in der Bildung begeistert mich bis heute. Junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und eine Schule aktiv mitzugestalten, empfinde ich als grosses Privileg. Mir ist wichtig, zuzuhören, Wertschätzung zu leben und einen klaren, fördernden Rahmen für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen zu schaffen. Besonders bereichernd ist es, zu sehen, wie Jugendliche in drei Jahren wachsen, Selbstvertrauen gewinnen und von einem engagierten Team unterstützt werden.

Was hat dich an der Rolle der Schulleitung gereizt?
Besonders gereizt hat mich die Möglichkeit, meine beiden beruflichen Hintergründe miteinander zu verbinden. Die Erfahrungen aus der Wirtschaft und die pädagogische Arbeit in der Schule ergänzen sich für mich ideal. Ich arbeite gerne mit Jugendlichen und Erwachsenen und schätze es, Schule aktiv mitzugestalten.

Als Schulleiterin kann ich Schulentwicklung gezielt vorantreiben und die Zukunft unserer Schule mitprägen. Innovation, Verantwortung für die Qualität des Lernens und gute Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen liegen mir dabei besonders am Herzen. Jeder Tag bringt neue Entscheidungen und Herausforderungen – oft läuft nicht alles nach Plan, und genau das macht die Arbeit abwechslungsreich, lebendig und spannend. Die Verantwortung, die ich übernommen habe, erfüllt mich bis heute – ich habe diese Entscheidung nie bereut.

Was zeichnet deine Schule besonders aus? Worauf bist du stolz?
Stolz bin ich auf sehr vieles. Unsere Schule ist ein lebendiger Ort zum Lernen und Wachsen. Wir möchten unsere Schule stetig weiterentwickeln und als einen Ort gestalten, an dem Lernen Freude macht und jedes Kind sein Potenzial entfalten kann. Dazu gehören Engagement, Offenheit und der Mut, neue Wege zu gehen.

Ein solcher neuer Weg ist unser Projekt «Flexibler Schulbeginn», das wir im Sommer 2026 starten. Es soll unseren Schülerinnen und Schülern einen motivierteren und entspannteren Start in den Tag ermöglichen – und damit noch bessere Bedingungen für erfolgreiches Lernen schaffen.

Für mich ist es wichtig, dass unsere Zusammenarbeit von Offenheit, Respekt und Wertschätzung geprägt ist. Wir lernen voneinander, unterstützen uns und gestalten Schule gemeinsam. Mit rund 330 Schülerinnen und Schülern sind wir überschaubar genug, dass man sich kennt, einander grüsst und füreinander schaut – ein Miteinander, das unsere Schulkultur prägt.

Es freut mich, dass die Lehrpersonen jeden Alters mit grossem Engagement zusammenarbeiten. Unsere Konrektorinnen und Assistentinnen bilden ein eingespieltes, unverzichtbares Rückgrat für die ganze Schule. Im Schülerparlament bringen Jugendliche ihre Ideen ein, übernehmen Verantwortung und erleben, dass ihre Meinung zählt. Seit vielen Jahren ist auch die Mitwirkung der Eltern fester Bestandteil unserer Schule. Sie engagieren sich mit viel Herzblut in Klassen und Projekten – eine wertvolle Unterstützung, die unseren Schulalltag bereichert.

Vielfältige Aktivitäten wie der School Dance Award – bei dem wir letztes Jahr den zweiten Platz belegen konnten –, das Schneesportlager aller zweiten Klassen, die Projektwoche, oder unsere iPad-Scouts sorgen für Kreativität, Teamgeist und Spass am Lernen. Auch die Leseförderung ist fest im Unterricht verankert, und unser Lesezentrum besteht seit über zehn Jahren als wertvolle Ressource. Es fördert die Freude am Lesen, stärkt die Lesekompetenz und lädt dazu ein, Themen zu entdecken, die über den Unterricht hinausgehen. Und nicht zuletzt ermöglichen wir unseren Jugendlichen in der Beruflichen Orientierung durch Berufsmessen, Betriebsbesuche und die enge Zusammenarbeit mit den KMU im Tal, die Berufswelt hautnah zu erleben.

Welche aktuellen Herausforderungen beschäftigen dich im Schulalltag?
Die zunehmende Heterogenität unserer Schülerinnen und Schüler ist eine grosse Herausforderung. Unterschiedliche Leistungsniveaus, soziale Hintergründe und Lernvoraussetzungen erfordern eine individuelle Förderung für jedes Kind. Gleichzeitig nehmen psychische Belastungen zu, und Absenzen treten häufiger auf. Damit Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen gesund und motiviert bleiben, gewinnt die Beziehungsarbeit eine noch zentralere Bedeutung.

 Auch die digitale Transformation stellt uns vor wichtige Aufgaben. Digitale Lehr- und Lernprozesse sinnvoll zu gestalten, ist heute selbstverständlich – dabei geht es nicht nur um Technik, sondern vor allem um pädagogische Konzepte, die das Lernen bereichern und erweitern.

Eine weitere Herausforderung ist die Gewinnung geeigneter Lehrpersonen. Als Peripherieschule ist dies anspruchsvoll, da viele Mitarbeitende von weiter her pendeln müssen. Wer sich für uns entscheidet, tut dies bewusst – für unser Profil, unsere Schulkultur, unsere Jugendlichen und unser Team.

Was wünschst du dir für die Zukunft deiner Schule?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass unsere Schule für kommende Herausforderungen gut gerüstet ist, und wir unsere Neugier und unseren Mut bewahren. Wir wollen Bewährtes pflegen und zugleich offen für Neues bleiben. Im Zentrum steht stets das Lernen unserer Schülerinnen und Schüler: Sie sollen gerne und motiviert zur Schule kommen, sich aufgehoben fühlen, gefördert und gefordert werden – und dabei Freude am Lernen entwickeln und ihre eigenen Stärken entdecken.

Mir ist wichtig, dass jede Schülerin und jeder Schüler bestmöglich begleitet wird, um sich individuell entfalten zu können. Gleichzeitig wollen wir sie gezielt auf die Anforderungen der modernen Welt vorbereiten. Dazu gehört nicht nur solides Fachwissen, sondern auch der Erwerb sozialer, methodischer und überfachlicher Kompetenzen. Immer wieder fragen wir uns, welche Fähigkeiten in Zukunft besonders wichtig sind – und wie wir sie im Unterricht und im Alltag fördern können.

Und nicht zuletzt wünsche ich mir, dass alle, die mit der Sekundarschule Waldenburgertal verbunden sind, stolz darauf sind, Teil dieser Schule zu sein – so wie ich es jeden Tag bin.

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Foto: zVg Caroline Stähelin