Archäologie Baselland entdeckt seltenes Bronzebeil

Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Archäologie Baselland, Sacha Schneider, entdeckte am Schlossfelsen in Burg im Leimental ein massives Bronzebeil und eine Gewandnadel. Bereits 1858 kam hier eine bronzene Sichel zum Vorschein. Vermutlich wurden die Objekte vor rund 3500 Jahren als Gaben an Gottheiten niedergelegt.

1858 wurde beim Schloss Biederthal in Burg im Leimental eine bronzene Sichel entdeckt. Der Heimatforscher Auguste Quiquerez erwähnte den Fund in seiner Chronik zum Berner Jura. Die Sichel gelangte damals ins Historische Museum Basel und geriet im Laufe der Zeit in Vergessenheit.

Im Sommer 2024 führte Sacha Schneider am steilen Hang unterhalb des Schlossfelsens eine archäologische Begehung mit dem Metalldetektor durch. Dabei entdeckte er ein rund 22 Zentimeter langes Bronzebeil und etwas entfernt eine Gewandnadel. Das Bronzebeil weist Ähnlichkeiten zu Funden in Grenchen auf, wo 1856 eine Ansammlung von Bronzeobjekten mit vier Beilen, vier Sicheln und einem Schwertfragment entdeckt wurde. Seither werden ähnliche Bronzebeile mit erhöhten Seitenrändern als «Typ Grenchen» bezeichnet. Solche Beile sind typisch für die mittlere Bronzezeit und lassen sich auf etwa 1500 v. Chr. datieren.

Das Rätsel der bronzezeitlichen Hortfunde
Als Hortfunde werden Ansammlungen von Gegenständen bezeichnet, die bewusst an einem Ort niedergelegt wurden. Sie sind in der Bronzezeit weit verbreitet. Werkzeuge, Waffen oder Schmuck wurden damals bewusst an besonderen Orten niedergelegt – vermutlich als Opfer- oder Weihegaben. Auch einzelne Bronzeobjekte aus Felsspalten oder Gewässern werden als solche Gaben gedeutet. Das Beil von Burg steckte in einer mit Erde gefüllten Vertiefung im Felsen und könnte eine Einzelgabe gewesen sein. Da am selben Ort weitere Bronzegegenstände gefunden wurden, ist jedoch auch ein grösserer, später verstreuter Hort denkbar.

Eine Region mit besonderer Bedeutung
Das Dörfchen Burg liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Die heute eher periphere Lage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Region schon in der mittleren Bronzezeit sehr fruchtbar war und über gute Verbindungen in Richtung Rhein- und Rhonetal verfügte. Funde im nahegelegenen Rodersdorf zeigen, dass die Menschen damals dort siedelten. 1998 wurde im rund einen Kilometer entfernten Biederthal im Elsass bereits ein grösserer Bronzehort entdeckt. Offenbar hatte die Gegend zwischen dem flachen Sundgau und den nördlichsten Ausläufern des Juras für die Menschen der damaligen Zeit eine besondere Bedeutung.

Der seltene Fund wird detailliert im Jahresbericht 2025 der Archäologie Baselland vorgestellt, der Ende Juni 2026 erscheint.

Die Späher der Archäologie Baselland
Der Finder des Beils, Sacha Schneider, ist als «Späher» bei der Archäologie Baselland registriert. Etwas mehr als hundert Personen üben diese ehrenamtliche Funktion aus. Sie unterstützen den Kanton bei archäologischen Geländebegehungen zur Suche nach archäologischen Spuren in zuvor vereinbarten Gebieten. Die Suche nach archäologischen Objekten – insbesondere mit Metalldetektoren – ist bewilligungspflichtig. Damit wird sichergestellt, dass alle wissenschaftlich wertvollen Funde dem Kanton gemeldet und übergeben werden.

Text: Andreas Fischer, Amt für Kultur
Fotos: zVg Archäologie Baselland

Bild Legende:
Die Bronzefunde sind noch bis zum 28.6.2026 in der Ausstellung «Schatzfunde» in der Barfüsserkirche zu sehen. (Foto: zVg Historisches Museum Basel)