Einzug ins Finale von «Jugend debattiert»
Eine Schülerin und ein Schüler des Gymnasiums Münchenstein nahmen Ende März am nationalen Finale von «Jugend debattiert» in Bern teil. Der Bericht zeigt eindrücklich, wie gezielte Förderung, engagierte Lehrpersonen und politische Bildung junge Talente zu Höchstleistungen führen können.
Am 27. und 28. März 2026 trafen sich die besten Debattierenden der Schweiz zum nationalen Finale von «Jugend debattiert» in Bern. In anspruchsvollen Runden setzten sich die Teilnehmenden mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen auseinander. Dabei überzeugten sie durch klare Positionen, differenzierte Argumentationen und die Fähigkeit, nicht nur zu sprechen, sondern ebenso aufmerksam zuzuhören, eine Schlüsselkompetenz demokratischer Diskussionskultur.
Mit dabei waren auch Emilia Paganini und Tamer Celik vom Gymnasium Münchenstein. Beide hatten sich zuvor erfolgreich durch schulinterne und regionale Ausscheidungen gekämpft und durften das Baselbiet auf nationaler Ebene vertreten. Tamer Celik war in diesem Jahr als Ersatz nominiert; bereits 2023 hatte er sich für das Finale qualifiziert, ein Zeichen für kontinuierliche Leistung und Engagement.
Neben vielen weiteren Themen debattierten die Jugendlichen der Sekundarstufe II unter anderem die Frage, ob Plattformen wie Instagram verpflichtet werden sollen, ein Mindestalter von 16 Jahren zum Schutz der mentalen Gesundheit sicherzustellen. Die vier erfolgreichsten Teilnehmenden beider Tage qualifizierten sich schliesslich für die Finaldebatte, in der ein möglicher Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union erörtert wurde. Als Sieger ging Leno Ernesto Ferrara (KS Menzingen, Kanton Zug) hervor.
Ein besonderer Höhepunkt der Debattiertage war der Besuch im Bundeshaus. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in die politische Praxis und konnten sich mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern austauschen, darunter Nationalratspräsident Pierre-André Page und Nationalrätin Priska Wismer-Felder. Page unterstrich die zentrale Bedeutung konstruktiver Debatten. Diese dürften durchaus kontrovers sein, müssten jedoch stets lösungsorientiert bleiben, eine Haltung, die auch «Jugend debattiert» gezielt fördert.
Das Gymnasium Münchenstein legt grossen Wert auf politische Bildung und auf die Förderung argumentativer Kompetenzen. Ein wichtiger Pfeiler hierbei ist das Freifach Debattieren, in dem engagierte Lehrpersonen wie Matthias von Dach begabte Schülerinnen und Schüler gezielt unterstützen und dazu ermutigen, an Wettbewerben teilzunehmen. Die wiederholten Erfolge der letzten Jahre zeigen, wie nachhaltig dieses Engagement wirkt.
Für Emilia Paganini war die Teilnahme ein prägendes Erlebnis: «Denken, sprechen und hoffen, dass man mir die Nervosität nicht anmerkt. Offenbar haben Schlagfertigkeit und Spontanität gereicht, um mich ins Finale zu bringen. Vor einem Jahr hatte ich noch Respekt davor, vor der Klasse zu sprechen, plötzlich debattierte ich vor Hunderten. Eine grossartige Erfahrung mit beeindruckenden Menschen, die mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, dass sich mehr junge Menschen mit politischen Fragen auseinandersetzen und den Mut haben, ihre eigene Meinung zu äussern und auch zu hinterfragen.»
Auch Tamer Celik betont die besondere Atmosphäre des Anlasses: «Gerade in einer Zeit, in der die Wahlbeteiligung kleiner ist als die Anzahl Mikrowellen in der Mensa, war es erfrischend, auf andere Politikinteressierte aus der ganzen Schweiz zu stossen. Vor Ort fand man immer ein Thema, über das man «yappen» konnte, solange man den Dialekt verstand. Es gab knackige Debatten, bereichernde Abwechslung und ich konnte mich schweizweit und über Parteigrenzen hinaus mit anderen vernetzen und die eine oder andere Telefonnummer austauschen.»
Die Teilnahmen von Emilia Paganini und Tamer Celik stehen exemplarisch für das Engagement des Gymnasiums Münchenstein, junge Menschen für politische Themen zu begeistern und ihnen die Werkzeuge für eine aktive Teilhabe an der demokratischen Gesellschaft mitzugeben.
Text: Gymnaisum, Münchenstein
Fotos: zVg Gymnasium Münchenstein