«Für mich war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit.»

Liv Herzog ist Schülerin an der Sekundarschule Liestal und hat im Rahmen einer Projektarbeit die Leitung des Tanzteams «E.M.P.I.R.E» übernommen und gemeinsam mit anderen Schülerinnen die Show für den School Dance Award 2026 erarbeitet. Nach monatelanger Arbeit setzte sich die Gruppe gegen die Konkurrenz durch und gewann am Ende das Nordwestschweizer Final.

Im Schuljahr 2025/26 durfte ich im Rahmen meiner Projektarbeit das Tanzteam «E.M.P.I.R.E» der Sekundarschule Liestal leiten und gemeinsam mit den Schülerinnen eine Show für den School Dance Award 2026 erarbeiten. Für mich war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit. Tanzen ist seit vielen Jahren ein wichtiger Teil meines Lebens: Ich nehme regelmässig an nationalen Wettkämpfen teil, durfte letztes Jahr internationale Wettkampferfahrung sammeln und unterrichte Hip-Hop an einer Tanzschule in der Region. Deshalb bedeutete es mir viel, nun zum ersten Mal eine eigene Gruppe zu trainieren und auf einen grossen Auftritt vorzubereiten.

Für mich stand bei diesem Projekt nicht der Sieg im Vordergrund, sondern die Entwicklung als Tanzgruppe und dass wir am Ende stolz auf unsere Leistung sein können. Die Tänzerinnen wollten in erster Linie tanzen, gemeinsam etwas erleben und als Gruppe wachsen. Nach der erfolgreichen kantonalen Qualifikation wuchs auch der Ehrgeiz, den Wettbewerb zu gewinnen.

Die Teilnahme am Kurs war freiwillig und es entschieden sich insgesamt 17 Schülerinnen dafür, Teil des Tanzteams zu werden. Unterstützt wurde das Projekt zusätzlich durch eine Leitungsperson der Schule, die für die organisatorischen Aufgaben, die Kommunikation und die Weitergabe wichtiger Informationen verantwortlich war.

Die Vorbereitung begann für mich bereits im Frühling 2025 mit der Auswahl der Musik. Im Anschluss habe ich die Choreografien erstellt – ein Prozess, der deutlich länger gedauert hat als erwartet. Immer wieder habe ich Teile verworfen und neu zusammengestellt. Es war mir wichtig, dass am Ende alles zusammenpasst.

Nach den Sommerferien und mit dem Start des Schuljahres 2025/26 begannen die wöchentlichen Trainings, in denen die Tänzerinnen Schritt für Schritt die Choreografie erlernten. Danach kamen Aufstellungen, Übergänge und Ausdruck dazu. Besonders wichtig waren die sogenannten «Clean Trainings». Hier werden einzelne Bewegungen so lange wiederholt, bis sie synchron sind. Dabei ging es mir nicht nur darum, dass alles perfekt aussieht, sondern auch darum, dass die Gruppe besser zusammenarbeitet und ein gemeinsames Gefühl für den Tanz entwickelt.

Neben den vorgesehenen zwei Stunden Training pro Woche im Rahmen des Wahlfachs haben wir uns auch an vielen Wochenenden freiwillig getroffen und gemeinsam trainiert. Es war schön zu sehen, wie motiviert die Schülerinnen waren und mit welchem Einsatz sie bei diesem Projekt mitgezogen haben.

Als Leiterin war es für mich mit den Trainings aber nicht getan. Ich musste mich nebenbei auch um viele organisatorische Dinge kümmern: die Musik musste geschnitten, die Position jeder Tänzerin auf der Bühne klar definiert, die Kostüme ausgewählt und das Bühnenbild gestaltet werden. Der Aufwand für eine einzelne Tanzshow war immens – und dennoch war es eine erfüllende Zeit.

Auch wenn die Vorarbeit viel und auch die Trainings hart waren, war es mir immer wichtig, eine gute Stimmung in der Gruppe zu haben. Wenn das Ergebnis noch nicht ausreichend war, musste ich die Gruppe mit klaren Anweisungen korrigieren; gleichzeitig sollte der Spass aber nie verloren gehen. Damit aber auch die Nerven nicht blank liegen, habe ich darauf geachtet, dass der Druck vor den Wettkämpfen klein bleibt. Ich habe der Gruppe immer gesagt, dass es nicht darum geht zu gewinnen, sondern darum, dass wir am Ende sagen können: Wir sind stolz auf uns.

Bei unserem Auftritt am Qualifikationsanlass der Kantone Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn in Münchenstein Anfang Februar 2026 konnten wir die harte Arbeit der vergangenen Monate präsentieren und qualifizierten uns mit dem Tagessieg der Sekundarschulen für den Nordwestschweizer Final.

Dank des guten Ergebnisses rückte der Abschluss unseres Projekts um einige Wochen nach hinten, und wir durften unser Können im Nordwestschweizer Final Ende März in Biel unter Beweis stellen. Dass wir Biel am Ende als Gewinnerinnen des SchoolDanceAwards 2026 verlassen würden, war für uns das Highlight des gesamten Projekts. Der grösste Erfolg war für mich persönlich aber, dass wir als Team auf der Bühne standen und wussten, wie viel wir gemeinsam geschafft haben.

Rückblickend war der SchoolDanceAward für alle Involvierten sehr intensiv und hat viel Zeit gekostet. Oft hatte ich das Projekt auch ausserhalb der Trainings im Kopf, und ich habe realisiert, wie hoch die Erwartungen an mich selbst sind. Trotz des hohen Aufwands und der vielen Extrastunden war mir diese Arbeit sehr wichtig und ich habe unglaublich viel daraus gelernt.

Dieses Projekt hat mich und auch die Tänzerinnen nicht nur im Tanzen, sondern auch persönlich weitergebracht. Wir alle haben realisiert: Nicht nur das Endergebnis zählt, sondern die gemeinsame Entwicklung und der Zusammenhalt.

Text: Liv Herzog, Sekundarschule Liestal
Fotos: zVg School Dance Award und Sekundarschule Liestal

Bild Legende:
Liv Herzog mit ihrem Team E.M.P.I.R.E.