Menschen, die mit Kultur bewegen, berühren, begeistern
Dass Kultur oftmals erst im Zusammenspiel zwischen Leidenschaft, Ausdauer und Herzblut entsteht, zeigte die Kulturpreisverleihung 2026. Im Mittelpunkt standen Menschen, die Geschichten erzählen, Gemeinschaft schaffen und kulturelles Leben mit Engagement prägen.
Die diesjährige Kulturpreisverleihung fand Mitte Mai mit rund 300 Gäste in der Aula des Gymnasiums in Oberwil statt. Nach der Begrüssung durch Esther Roth, Leiterin Amt für Kultur, hob Regierungsrat Markus Eigenmann die Bedeutung der kulturellen Grundversorgung hervor. Landratspräsident Reto Tschudin würdigte im Anschluss das Engagement der Kulturschaffenden sowie der zahlreichen Institutionen und Vereine, die Kultur im Baselbiet ermöglichen und tragen. Die darauffolgenden Laudationen wurden von Mitgliedern des im Frühling 2026 neu zusammengesetzten Kulturrats gehalten.
Alex Hendriksen: Ein Kindheitstraum, der sich erfüllte
Mit grosser Wärme zeichnete Laudatorin Barbara van der Meulen das Bild des Musikers Alex Hendriksen nach, der zwischen Jazz, Pop und Improvisation eine eigene musikalische Sprache gefunden hat. Der aus Schönenbuch stammende Jazzmusiker spielt derzeit unter anderem für Patent Ochsner und Pepe Lienhard und erhielt den Spartenpreis Musik. Er hielt ein starkes Plädoyer für kreative Bildung in Zeiten künstlicher Intelligenz.
«Kunst und Musik stärken genau jene Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen können: Fantasie, Vorstellungskraft und emotionale Tiefe.»
Bewegend sprach er über seine Familie, seine Mitmusiker und darüber, wie aus seinem Kindheitstraum ein Beruf wurde.
Porträtvideo / Laudatio
Vera Schnider: Musik als Suche und Gemeinschaft
Die Harfenistin Vera Schnider verbindet Alte Musik mit zeitgenössischer Klangkunst. Die Laudatio von Jürg Gohl zeigte eine Künstlerin, die konsequent ihren eigenen Weg geht – zwischen historischer Aufführungspraxis, Neuer Musik und kulturellem Engagement. Die Musikerin lebt heute in Waldenburg und erhielt den Spartenpreis Musik.
«Für mich ist Musik immer etwas Kollektives», sagte sie. Der Preis stehe auch für die Möglichkeit, dass Kulturschaffende Raum und Zeit für ihre Arbeit erhalten.
Schnider sprach über Musik als gemeinschaftlichen Prozess: Musik brauche Zeit, Suche, Zweifel und Emotionen.
Porträtvideo / Laudatio
Muhammed Kaltuk: Tanz zwischen Aktivismus und Hoffnung
Mit Muhammed Kaltuk wurde ein Künstler ausgezeichnet, der Hip-Hop und zeitgenössischen Tanz verbindet und gesellschaftliche Themen sichtbar macht. Flavian Graber, selbst Musiker und Spartenpreisträger 2024, würdigte Kaltuks Fähigkeit, politische und persönliche Erfahrungen in kraftvolle Choreografien zu übersetzen.
«Es ist notwendig und schön, dass Hip-Hop mehr Platz im Theater bekommt.»
Kaltuk lebt heute in Reinach und wurde mit dem Spartenpreis Choreografie/Tanz ausgezeichnet. In seinen Performances thematisiert er gesellschaftlichen Druck, Zugehörigkeit, Liebe, Rassismus und Empowerment. Er bricht bewusst aus traditionellen Strukturen aus und nutzt dafür den Tanz.
Porträtvideo / Laudatio
Nicole Bernegger: Soul, Teamgeist und Herzblut
«Das Klischee einer Soul-Diva passt ganz schlecht zu ihr», sagte Laudator Olivier Joliat über die prominente Preisträgerin Nicole Bernegger. Joliat erinnerte an ihre Anfänge in kleinen Clubs, an den Sieg im Jahr 2013 bei «The Voice of Switzerland» und an ihren konsequent unabhängigen Weg als Musikerin, Produzentin und Labelinhaberin.
Nicole Bernegger bedankte sich bei ihrer Band, ihrer Familie und ihren drei Kindern, aber auch bei ihrer Managerin und Bandmusikerin Stefanie Klär, mit der sie 2018 ihr eigenes Label «Alien Pearl Records» gründete. Die Musikerin lebt heute in Birsfelden und wurde mit den Spartenpreis Musik ausgezeichnet. «Heute Abend habt ihr mir Flügel angelegt», sagte sie und zitierte aus ihrem Song Alchemy: «You are lifting me higher, higher than I thought I could go.»
Porträtvideo / Laudatio
Text: Claudia Puzik, Amt für Kultur
Fotos: Matthias Willi
Videos: Joel Sames
Die Kultur-, Sparten- und Förderpreise des Kantons Basel-Landschaft werden aus dem Swisslos-Fonds Basel-Landschaft finanziert. Die nächste Kulturpreisverleihung findet am 12. Mai 2027 statt.
Weitere Informationen:
Medienmitteilung: Verleihung der Kulturpreise 2026 des Kantons Basel-Landschaft
(v. l. n. r.): Helena Metzger (Leiterin Abteilung Kulturförderung), Olivier Joliat (Kulturrat), Markus Eigenmann (Regierungsrat), Vera Schnider (Spartenpreis Musik), Nicole Bernegger (Spartenpreis Musik), Alex Hendriksen (Spartenpreis Musik), Reto Tschudin (Landratspräsident), Barbara van der Meulen (Kulturrätin), Jürg Gohl (Kulturrat), Barbara Piatti (Kulturrätin), Esther Roth (Leiterin Amt für Kultur), Flavian Graber (Kulturratspräsident). Nicht auf dem Bild: Muhammed Kaltuk (Spartenpreis Choreografie/Tanz).