KV-Sportklasse wird neu auf vier Jahre ausgerichtet

Die KV-Sportklasse eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) im Kanton Basel-Landschaft wird ab dem Schuljahr 2027/28 neu konzipiert. Wesentliche Anpassungen sind die Verlängerung der Ausbildungszeit auf vier Jahre, eine höhere Präsenz der Lernenden im Betrieb, kürzere Reisewege und mehr Regenerationszeit für die Nachwuchssportlerinnen und -sportler.

In der Leistungssportförderung bietet der Kanton Basel-Landschaft verschiedene Lösungen für Sportklassen an, darunter auch die kaufmännische EFZ-Ausbildung. Diese dauert aktuell wie die reguläre KV-Ausbildung drei Jahre. Das stellt die betroffenen Sporttalente, Sportorganisationen und Lehrbetriebe bei der Planung von Schule, Arbeit, Training und Erholung vor grosse Herausforderungen. Zwei zentrale Punkte sind die teilweise geringe Präsenz der Lernenden in ihren Lehrbetrieben und die verkürzten Regenerationszeiten durch häufige Ortswechsel zwischen Wohnort, Schule, Lehrbetrieb und Sportstätten. Diese Situation erschwert es, genügend Ausbildungsplätze anzubieten und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige betriebliche Ausbildung zu gewährleisten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der KV-Sportklasse weiterhin.

Besseres Zeitmanagement
Aus diesen Gründen wird die KV-Sportklasse ab dem Schuljahr 2027/2028 von heute drei auf vier Jahre verlängert. Der Bildungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat an seiner Sitzung vom 18. März 2026 von der Neuerung Kenntnis genommen und die Anpassungen begrüsst.

Das neue Modell mit einem vierten Lehrjahr gibt den Lernenden mehr Zeit, die betrieblichen und schulischen Handlungskompetenzen zu erwerben und gleichzeitig  anspruchsvollen Leistungssport zu betreiben.

Durch eine bessere Abstimmung der Zeitfenster für Training, Schule und betriebliche Arbeitszeit wird der Reiseaufwand der Sportklassenschülerinnen und -schüler spürbar reduziert, was ihrer dringend benötigten Erholungszeit zugutekommt.

Der standardisierte Wochenplan sorgt für verlässliche Präsenzzeiten im Betrieb: Die Lernenden verbringen künftig wöchentlich zwei ganze und zwei halbe Tage in ihrem Lehrbetrieb. Für Lehrbetriebe wird es durch die bessere Planbarkeit wieder attraktiver, Sporttalente für ihre Ausbildungsplätze zu berücksichtigen. Gleichzeitig profitieren die Lernenden, weil sie in einer wichtigen Phase ihres Sport- und Ausbildungslebens mehr Balance zwischen Familie, Ausbildung und Leistungssport finden können.

Mehr Flexibilität durch Home Office
Konkret können vor den Morgentrainings am Dienstag und Donnerstag in den regionalen Leistungszentren und Stützpunkten zwei Lektionen schulischer Fernunterricht sowie Praxisaufträge aus dem Lehrbetrieb im Homeoffice eingeplant werden. Die Trainingseinheiten am Abend können je nach Zeitrahmen direkt von der Berufsschule oder dem Betrieb aus erreicht werden. Dies schafft mehr ortsunabhängige Flexibilität und reduziert die Reisezeiten.

Die Aufnahmekriterien für die KV-Sportklasse bleiben auch im neuen Modell unverändert. Nebst einer Swiss Olympic Talent Card (Ausweis für anerkannte Nachwuchstalente im Schweizer Sport) verfügen die Lernenden unter anderem über ein sportliches Empfehlungsschreiben des Sportverbands und über einen gültigen Ausbildungsvertrag mit einem Lehrbetrieb.

Text: Daniel Schaub, Sportamt Baselland
Foto: Daniel Bussinger 

Weitere Informationen:
Daniel Bussinger, Sportamt Baselland, [email protected]

Bild Legende:
Blick ins Klassenzimmer der aktuellen KV-Sportklasse in Liestal.