Wer leitet unsere Schulen?
Im Gespräch mit Andreas Langlotz und Urban Kessler
Andreas Langlotz und Urban Kessler leiten seit drei Jahren das Gymnasium Liestal – mit seiner FMS und Maturitätsabteilung – als Co-Rektoren gemeinsam. Sie sind stolz auf das positive Schulklima mit engagierten Lehrpersonen, Angestellten sowie neugierigen und respektvollen Schülerinnen und Schülern.
Andreas Langlotz und Urban Kessler, mögt ihr euch kurz vorstellen und berichten, wie ihr Schulleiter wurdet?
Andreas Langlotz: Ich bin 52, verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Kindern, ambitionierter Hobbysportler – dies am liebsten im Wasser. 2014 bin ich als Englisch- und Deutschlehrer ans Gymnasium Liestal gekommen. Zuvor war ich als Dozent an den Unis Basel und Lausanne tätig und habe schon dort Entwicklungsprozesse mitgestaltet. Über verschiedene Arbeitsgruppen an der Schule bin ich bereits kurz nach meiner Anstellung in das System Gymnasium Liestal eingetaucht. Als 2020 eine Stelle als Konrektor frei wurde, wurde ich zu meiner Freude gewählt. Der Einstieg mit dem Corona-Lockdown war speziell, aber gleichzeitig auch spannend, weil wir als Schulleitungsteam sogleich kreative Lösungen zum Umgang mit ganz neuen Herausforderungen entwickeln mussten. Das liegt mir.
Urban Kessler: Ich habe vor kurzem das halbe Jahrhundert geknackt. Als verheirateter Vater von drei Kindern sehe ich mich als Familienmensch. In der Freizeit schlägt mein Herz für den Turnsport, insbesondere das Geräteturnen. Im Turnverein Reinach hatte und habe ich seit über 30 Jahren verschiedene Führungsfunktionen vom Hilfsleiter zum J&S-Leiter, bis hin zum technischen Leiter und aktuell Präsident inne. Ich wurde 2001 als Sport- und Geografielehrer an der Schule angestellt. Auch ich war Teil von verschiedenen Arbeitsgruppen bevor ich 2016 als Konrektor gewählt wurde. Als Verantwortlicher für die FMS durfte ich sozusagen eine «Schule in der Schule» führen und mitgestalten. Dies war eine ideale Basis für den Einstieg ins Rektorat.
Was reizt euch an der Rolle des Schulleiters und was hat euch dazu bewogen, das Rektorat als Co-Leitung auszugestalten?
Die Arbeit eines Schulleiters ist enorm vielfältig. Kein Tag gleicht dem anderen. Am Lern- und Lebensraum Gymnasium Liestal wirken 190 Lehrpersonen, 20 Angestellte und 1250 Schülerinnen und Schüler. Ein lebendiges, organisatorisch und sozial komplexes System wie unsere Schule zu führen, ist gleichermassen spannend wie auch herausfordernd. Wir haben uns 2023 sehr bewusst dafür entschieden, uns als Co-Leitung auf die Rektoratsstelle zu bewerben. Da wir uns bereits durch die zwei gemeinsamen Jahre als Konrektoren im Schulleitungsteam gut kannten, hatten wir die Gewissheit, dass wir bestens zusammenarbeiten können. Wir teilen sehr ähnliche Wertvorstellungen und Ansichten, was eine gut geführte Schule ausmacht. Zudem identifizieren wir uns beide zu 100% mit der gelebten Kultur des Gymnasiums Liestal. Anderseits ergänzen wir uns sehr gut. Unsere Fähigkeiten und Talente sind komplementär. Während sich Urban bei schulorganisatorischen Aufgaben sowie mit Zahlen und den Finanzen wohlfühlt, sieht Andreas seine Stärken im Bereich der Kommunikation, der Personalführung und der kreativen Gestaltung. Rückblickend auf die beinahe dreijährige Erfahrung als Co-Rektoren haben wir unseren gemeinsamen Entscheid noch keine Minute bereut – im Gegenteil: Die geteilte Verantwortung für die Schule professionell zu leben, passt für uns perfekt.
Was zeichnet eure Schule besonders aus? Worauf seid ihr stolz?
Wir sind mit grosser Überzeugung Schulleiter gerade am Gymnasium Liestal geworden, weil hier eine Kultur der Offenheit, des respekt- und vertrauensvollen Miteinanders sowie ein ambitioniertes Engagement für die Bildung der jungen Menschen gelebt wird. Der Groove stimmt. Es ist ein Privileg, eine solche Schule leiten zu dürfen. Dieses positive Schulklima nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern es aktiv zu pflegen, sehen wir als grosse Verantwortung. Wir sind glücklich, dass wir dies nicht alleine tun, sondern in unserem fünfköpfigen Schulleitungsteam und in der täglichen Zusammenarbeit mit unserer Administration. Auf diese Teamarbeit sind wird ebenfalls sehr stolz. Toll ist auch das Engagement unserer Lehrpersonen und unserer Schülerinnen und Schüler. Das Gymnasium ist bekannt für seine begeisternden Kulturprojekte des Chors, der Big Band und des Theaters. Auch sportlich ist unsere Schule hervorragend aufgestellt, und dies nicht nur wegen der Sportklassen. Herausragende Leistungen zeigen einzelne Schülerinnen und Schüler auch bei Wettbewerben wie «Schweizer Jugend forscht» oder bei den Wissenschaftsolympiaden. Diese «Spitze des Eisbergs» zeigt uns, dass das Bildungsniveau an unserer Schule auch im Durchschnitt hoch ist.
Welche aktuellen Herausforderungen beschäftigen euch im Schulalltag?
Mit der gesamtschweizerischen Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität (WEGM) befinden sich alle Gymnasien in einem Change Prozess – einem Mammutprojekt, das unsere Ressourcen stark absorbiert.
An der FMS steht für die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Fachmaturität Pädagogik das neue Gefäss der Praxiseinsätze an. Wir sind freudig gespannt, wie sich diese Neuerung konkret mausern wird.
Wie die ganze Gesellschaft beschäftigen auch wir uns stark mit Themen rund um die Digitalisierung und die KI: Was ist nützlich fürs Lernen, was schädlich? Wie können wir einen gewinnbringenden Mix gestalten? Zudem ist eine gesunde Steuerung der Arbeitsbelastung auch bei uns ein Thema: Wie können wir die Schule salutogen – also gesundheitsfördernd und -erhaltend – organisieren, so dass hohe Leistungen auf eine gesunde und nachhaltige Art und Weise erbracht werden können. Das Thema Nachhaltigkeit in diesem breiten Sinne wollen wir in unserem Leitbild stärker integrieren und leben.
Was wünschst ihr euch für die Zukunft eurer Schule?
Das Gymnasium Liestal soll auf nachhaltige Art und Weise ein positiver Lern- und Lebensraum bleiben, an dem eine breite, tiefe und spannende Bildung für die jungen Menschen stattfinden kann. Wir wollen die Neugierde und Persönlichkeiten der Lernenden fördern und ihnen ein sehr solides Fundament für ihren weiteren Lebensweg vermitteln. Das Gymnasium soll weiterhin ein Ort sein, an dem man gerne arbeitet oder auf den man mit guten Gefühlen zurückblickt mit dem Gedanken: Es war eine interessante Zeit im Gymi auf dem Hügel!