Wildes Baselbiet - Naturschätze

Drei neue Naturporträts im Museum.BL

Die Gemeinden Ormalingen, Oltingen und Buus sind die Gewinnerinnen im Rennen um die diesjährigen Porträts im Museum.BL. Ihre Naturschätze zeigen sie ab dem 20. Oktober 2023 in der Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur». Zur Vernissage um 18 Uhr sind alle herzlich eingeladen.

Mit neun Naturporträts auf den sogenannten Gemeindetafeln wurde die Ausstellung «Wildes Baselbiet. Tieren und Pflanzen auf der Spur» im Jahr 2014 eröffnet. Inzwischen zieren 33 Gemeindetafeln die Wände der Ausstellung. Und auch in diesem Jahr kommen drei weitere Gemeinden dazu: Sie konnten die meisten Online-Stimmen und Spenden sammeln.

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Ormalingen – Blindschleichen im alten Rebberg
Die Blindschleiche ist das häufigste Reptil der Schweiz. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Blindschleichen leben in unterirdischen Gängen und ernähren sich vor allem von Würmern und kleinen Nacktschnecken. Ihre Lebensräume sind jedoch bedroht. Kürzlich aufgewertet wurde ein solcher in Ormalingen: der ehemalige Rebberg Hinterreben im oberen Ergolztal am Fusse des Farnsberges. Hier gedeihen Magerwiesen mit Trockensteinmauern sowie Hecken, Gehölze, Hochstammobstbäume und Nassstandorte – ein vielfältiger Lebensraum, nicht nur für Blindschleichen.

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Oltingen – Zwetschgengärten mit alten Hochstammbäumen
In den Obstgärten rund um das Oberbaselbieter Dorf Oltingen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dank neuer Vermarktungsstrategien und Förderprogrammen gelang es, wertvolle Hochstammbäume zu erhalten und zu fördern. Während rundherum zahlreiche alte Bäume der Säge zum Opfer fielen, blieben die Zwetschgenhochstämmer in Oltingen – und mit ihnen ihre tierischen Bewohner. Zahlreiche Arten sind auf sie angewiesen, vor allem höhlenbewohnende Tiere wie Spechte, Eulen, Fledermäuse oder der Siebenschläfer. In der Krautschicht unter den Bäumen leben zahlreiche Insekten. Sie sind wiederum Nahrung für insektenfressende Vögel wie Gartenrotschwanz, Wiedehopf oder Neuntöter.

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Buus – neue Feldbaum-Alleen
Zahlreiche Streuobstwiesen mit Hochstammobstbäumen prägten einst die Landschaft der Gemeinde Buus im Oberbaselbiet. Doch auch hier hat die intensive Landwirtschaft Einzug gehalten. Die meisten Bäume und Alleen wurden gefällt, Hecken ersatzlos gerodet. Im Rahmen des Projektes «Obstgarten Farnsberg» wird die Landschaft seit einigen Jahren wieder aufgewertet. An mehreren Orten rund um das Dorf wurden Alleen aus Feldahorn, Spitzahorn, Eiche, Linde und Vogelbeere angelegt. Die Bäume spenden Schatten und bieten Nistplätze, Greifvögel halten in den Baumkronen Ausschau nach Beute. Die Eldbaumfrüchte liefern zudem Nahrung im Herbst und Winter. Auch gegen die Auswirkungen des Klimawandels können Feldbäume helfen: Sie bremsen den Wind ab und verhindern so das schnelle Austrocknen des Bodens. In ihrem Schatten können sich Mensch und Tier abkühlen. Noch sind die Bäume jung, aber mit etwas Glück kehrt in Zukunft der Rotkopfwürger zurück – und möglicherweise sogar der sehnlichst erwartete Steinkauz.

Text: Ila Geigenfeind, Ausstellungskuratorin, Museum.BL

Mehr zum Projekt und zur Ausstellung unter www.wildesbaselbiet.ch.