Weniger Heimunterbringungen dank gezielter Unterstützung von Familien

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Mit sozialpädagogischer Familienbegleitung (SPF) werden Familien wirkungsvoll bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und besonderen Belastungen unterstützt. Der Bedarf nach dieser Leistung ist hoch, und die Nachfrage nimmt laufend zu.

Stellt eine Fachperson des Sozialdienstes einer Gemeinde oder einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) eine Notwendigkeit für eine SFP fest, kann sie beim zuständigen Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote (AKJB) ein Beitragsgesuch stellen. Die Familienbegleitungen werden von einem der 18 SPF-Anbietenden erbracht, welche einen Vertrag mit dem AKJB abgeschlossen haben.

Seit Anfang 2022 regelt und finanziert der Kanton die SPF als Angebot der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe. Alle Baselbieter Familien können seither unabhängig von Wohnort und finanzieller Situation SPF erhalten, sofern diese fachlich indiziert oder kindesschutzrechtlich angeordnet ist.

SPF hat zum Zweck, Familien im Umgang mit unterschiedlichsten Problemlagen beizustehen und dadurch die Lebensbedingungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Der Fokus liegt auf dem Kindeswohl und der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Qualifizierte Fachpersonen unterstützen die Familien gezielt nach ihrem jeweiligen Bedarf, beispielsweise mit einem wöchentlichen Besuch. Sie führen sowohl mit den Eltern als auch mit den Kindern Gespräche, erschliessen Ressourcen und fördern die Vernetzung mit anderen Fachstellen oder Familienangeboten. Die SPF erweitert dadurch die Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten aller Beteiligten. Die Gründe, die eine SPF notwendig machen können, sind vielfältig: familiäre Krisen während oder nach einer Trennung der Eltern, Überforderung der Eltern mit den Erziehungsaufgaben, die psychische Erkrankung eines Elternteils oder ausgeprägter Schulabsentismus. Eine SPF kann auch parallel zur Unterbringung eines Kindes in einer Pflegefamilie oder einem Heim erfolgen sowie die Rückkehr eines platzierten Kindes in die Familie vorbereiten und begleiten.

Steigende SPF – sinkende Heimunterbringungen
Dank SPF gelingt es immer besser, stationäre Unterbringungen von Kindern und Jugendlichen in Heimen und Pflegefamilien zu reduzieren. Das zeigen die Zahlen: während die Anzahl SPF zwischen Januar 2022 und Februar 2024 laufend zunahm, sanken die stationären Unterbringungen im selben Zeitraum um 17 Prozent. Die zuweisenden Fachpersonen bestätigen diese Entwicklung. So gaben im Rahmen einer Online-Umfrage des AKJB im Frühjahr 2024 83 Prozent der Teilnehmenden an, dass in den letzten zwölf Monaten bei mindestens einer ihrer Familien durch SPF die stationäre Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen (bisher) verhindert werden konnte.

Text: Andrea Ruder, Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote