Die erste Zeit im neuen Job: Fabienne Fritschi

Seit dem 1. August 2025 leitet Fabienne Fritschi die Abteilung Ausbildungsbeiträge in der Hauptabteilung Berufsbildung der Dienststelle BMH. Während der ersten Wochen standen Wissenstransfer und Vernetzung im Fokus.

Was hat dich motiviert, beim Kanton einzusteigen?
Rückblickend war es Zufall, dass ich beim Kanton landete. Ich hatte andere Pläne und das Klischee von kleinkarierten Staatsangestellten hat mich immer abgeschreckt. Schnell merkte ich, dass dem nicht so ist: Der Kanton Basel-Landschaft hat eine moderne Verwaltung mit engagierten und professionellen Mitarbeitenden. Die vielfältigen Aufgaben des Kantons faszinieren mich bis heute, und die Arbeit im Dienst der Allgemeinheit macht mir Freude. Ich erachte es als Privileg, in einem nicht wettbewerbsorientierten Umfeld zu arbeiten – auch wenn der Kanton selbstverständlich verantwortungsbewusst mit Steuergeldern umgeht.

Was hat dich an der neuen Funktion besonders gereizt?
«Ausbildungsbeiträge» klingt trocken – für mich war es aber Liebe auf den ersten Blick. Und ich bin sonst nicht sehr romantisch (lacht). Der Gestaltungsfreiraum hat mich gereizt. In einem spezialisierten Fachgebiet mit einem kleinen Team für die Umsetzung einer kantonalen Gesetzgebung verantwortlich zu sein, hat mich sofort angesprochen. In dieser Funktion kann ich mein Wissen und Können einbringen. Überzeugt hat mich auch die Sinnhaftigkeit: Zugang zu Bildung zu ermöglichen und einen Beitrag zu Chancengerechtigkeit zu leisten, gibt mir ein gutes Gefühl.

Wie waren die ersten Wochen im neuen Job für Dich?
Bereits im Juni habe ich an der zweitägigen Interkantonalen Stipendienkonferenz in Lausanne teilgenommen. Das half, mich aufs Thema einzustimmen und mich zu vernetzen. Die ersten Wochen waren nicht ganz einfach, da der Wissensaufbau parallel zur Leitungsfunktion herausfordernd ist. Dass ich vom Team herzlich aufgenommen wurde, schätze ich sehr. Sie unterstützen mich und sorgen dafür, dass das Tagesgeschäft weiterhin reibungslos läuft.

Wie würdest du deinen Führungsstil beschreiben?
Für mich zeichnet eine gute Führungsperson aus, dass sie ihren Stil der Situation und den Bedürfnissen der Mitarbeitenden anpassen kann. Zentral ist für mich, was Mitarbeitende brauchen, um ihre Arbeit motiviert und in hoher Qualität zu verrichten und als Team erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Dein Vorgänger Dieter Thommen gab dir bei seinem Abschied folgende Haltung mit: «Den Ratsuchenden im gesetzlichen Rahmen bestmöglich zu helfen, die Entscheide nachvollziehbar zu begründen und gegenüber der Politik auch für die Stipendiaten einzutreten. Denn Menschen in Ausbildung, die aus wirtschaftlich benachteiligten Umständen kommen, brauchen ihre Kraft, um ihre Berufslehre oder ihr Studium erfolgreich abzuschliessen.» Wie siehst du das?
Wer einen Ratschlag von Dieter Thommen nicht beherzigt, ist ein Narr! (lacht). Ich kann dem voll und ganz zustimmen: Stipendien sind keine Almosen! Sie sind eine Anschubfinanzierung für Menschen mit grossem Potential und kleinem Budget. Sie sind an ein Leistungsziel geknüpft: Wer die Ausbildung nicht abschliesst, muss das Geld zurückzahlen. Die Vergabe von Stipendien trägt also dazu bei, dass die Schweiz weiterhin über hochqualifizierte Berufsleute verfügt. Das macht unser Land aus und generiert einen grossen volkswirtschaftlichen Nutzen.

Welche Entwicklungen beobachtest du derzeit im Bereich der Ausbildungsbeiträge?
Die durch den Kanton Basel-Landschaft ausbezahlten Stipendiengelder sind seit Jahren rückläufig: Immer weniger Personen erhalten immer kleinere Beiträge – das ist unschön. Das kantonale Gesetz und die Verordnung über Ausbildungsbeiträge sind veraltet. Die Eintrittsschwelle und die Berechnungsgrundlagen entsprechen nicht mehr der heutigen Lebensrealität. Da besteht dringender Handlungsbedarf.

Wo findest du deinen Ausgleich, wie verbringst du gerne deine Freizeit?
Ich bin ein Bewegungsmensch und Draussen zu Hause. Beim Wandern kommen mir die besten Ideen, dann kann ich mich entspannen. Ansonsten interessiere ich mich für Literatur und bin eine Leseratte.

Kaffee oder Tee – und wie trinkst du ihn am liebsten?
Was heisst hier «oder»? Selbstverständlich «und»! Zudem ohne Mass und in allen erdenklichen Varianten.

Fotos: Céline Gass, Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen

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