Der höchste Feiertag der Universität Basel
Jedes Jahr feiert die Universität Basel an einem Freitag Ende November den Dies academicus. Doch was genau wird gefeiert? Und wie läuft diese Feier ab?
Die Universität Basel wurde 1460 mit einer Feierlichkeit im Basler Münster als erste Universität der Schweiz gegründet. Der Dies academicus (kurz: Dies) erinnert an diese Gründung und findet in Basel in Form einer Jahresfeier jeweils am letzten Freitag im November statt. Ein Dies academicus wird auch an anderen Schweizer Universitäten zur Erinnerung an deren Gründung gefeiert und ist somit keine Basler Rarität.
Die Feier der Universität Basel folgt einem sehr traditionellen Ablauf. Nach der Besammlung der Professorinnen und Professoren, des Universitätsrats und der Gäste im Naturhistorischen Museum folgt ein nach Fakultäten geordneter Zug in die Martinskirche. Dazu gehören auch die Studentenverbindungen, welche sich dem Zug anschliessen und stolz ihre traditionelle Kleidung, inklusive Stiefel, Fahnen und Degen präsentieren. Für alle anderen Studierenden bedeutet der Dies vor allem Eines: einen unterrichtsfreien Tag. Den Mittelpunkt der Feier bildet die Rektorats- oder Dies-Rede, welche einem universitätspolitischen oder wissenschaftlichen Thema gewidmet ist.
Ausserdem werden Ehrendoktorwürden an Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Wissenschaft verliehen. Für jede der sieben Fakultäten der Universität nimmt jeweils der Dekan die Ehrenpromotion an Personen vor, die «sich vorzüglich um die Wissenschaft und deren Verbreitung durch Lehre und Unterricht verdient gemacht haben», wie in der Promotionsordnung festgehalten. Die ausgezeichneten Ehrendoktorinnen und Ehrendoktoren dürfen danach den Titel «Dr. honoris causae», respektive «Dr. h. c.» führen. Weiter werden am Dies auch diverse Preise an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler vergeben.
Auf die Feier in der Martinskirche folgt ein Bankett, welches in den letzten Jahren im Foyer des Theater Basels durchgeführt wurde. Das Rektorat und die Akademische Zunft laden zum Bankett Vertretungen aus anderen Hochschulen, Politik, Behörden, Zünften, Wirtschaft, Kirche und Medien ein. Fixe Programmpunkte des Banketts sind die Tischrede der Rektorin, die Replik des Meisters der Akademischen Zunft und die Ansprache eines Universitätsratsmitglieds. Die Ehre der Bankettrede fiel in diesem Jahr Regierungspräsidentin Monica Gschwind zu.
Text: Deborah Nussbaumer, Berufs,- Mittel- und Hochschulen