«Humor hilft (fast) immer»

Björn Lupp ist Leiter der Hauptabteilung Berufs- und Mittelschulen und stellvertretender Leiter der Dienststelle Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen (BMH). Wie Humor, ein Rucksack voller Erfahrungen und ein offener Geist ihn bei seiner Arbeit begleiten, erzählt er im Interview.

Björn Lupp, Sie sind seit bald zwei Jahren Leiter der Hauptabteilung Berufs- und Mittelschulen und tragen viel Verantwortung. Was sind Ihre Aufgaben und wie bekommen Sie alles unter einen Hut?
Kurz gesagt ist meine Aufgabe die Führung der Schulen auf der Sekundarstufe II. Da es sich dabei um Gymnasien mit einer Maturitätsabteilung und Fachmittelschulabteilung sowie Berufsfachschulen handelt, bleibt es spannend. Meine Aufgaben beinhalten bildungspolitische und strategische, aber teilweise auch operative Arbeiten. Die vielseitigen Aufgaben lassen sich bewältigen, weil ich mich auf ein starkes Team und vor allem auch auf professionell geführte Schulen verlassen kann. Und Humor hilft fast immer!

Sie sind promovierter Historiker und Jurist. Sie waren schon Gymnasiallehrer, Konrektor eines Gymnasiums sowie Schulrat und können heute auf über 20 Jahre Tätigkeit im Bildungswesen zurückblicken. Inwiefern helfen Ihnen diese Erfahrungen in Ihrer heutigen Rolle?
Unterschiedliche Erfahrungen füllen den eigenen Rucksack. Sie zeigen, dass es nie nur eine einzige richtige Perspektive gibt. Gerade in einem politischen Umfeld helfen sie bei der Suche nach Lösungen, und lassen mich mit offenem Geist an Dinge herangehen. Entsprechend schwierig finde ich es, wenn ich beim Gegenüber keine Offenheit erkenne.

A propos Offenheit, die BMH wurde neu organisiert. Was hat sich verändert und was ist gleichgeblieben?
Die ehemalige Dienststelle Gymnasien wurde 2018 im Rahmen des Strukturreformprojekts «avanti BKSD» als Hauptabteilung Mittelschulen (HAMS) in die neue Dienststelle Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen (BMH) überführt. Mittlerweile umfasst die Hauptabteilung die Berufsfachschulen und die Mittelschulen. Die Neuorganisation ermöglicht eine bessere Verzahnung der einzelnen Bereiche, die lange etwas getrennt unterwegs waren. Auf diese Weise lassen sich Synergien nutzen, und die unterschiedlichen Welten können ihre Erfahrungen zusammenbringen. Als «lernende Organisation» erhoffen wir uns dadurch Weiterentwicklung und Verbesserung. Die Zusammenführung bedeutet aber deutlich mehr Arbeit für die Hauptabteilung. Dafür gibt es immer wieder Neues zu entwickeln, und die Arbeit bleibt spannend.

Welche wichtigen Projekte beschäftigen Sie zurzeit?
Wo soll ich anfangen? Schulartenübergreifend beschäftigen wir uns derzeit mit dem Lehrpersonenmangel, dem neuen Berufsauftrag, der Umsetzung der neuen Führungsstrukturen inklusive einem Qualitäts- und Aufsichtskonzept sowie mehreren Bauprojekten. Hinzu kommen noch spezifische Projekte wie die Weiterentwicklung der Maturität. Unter dem Titel «Berufsbildung 2030» stehen neue Projekte bereits vor der Tür. In diesem Rahmen sollen Bildungsangebote künftig flexibler gestaltet sowie Information und Beratung über die gesamte Bildungslaufbahn gestärkt werden. Auch die Bürokratie soll abgebaut und neue Lerntechnologien eingeführt werden.

Wie geht Ihre Hauptabteilung mit diesem Wandel um?
Reformen und Weiterentwicklungen gehören inzwischen zum Alltag. Einerseits ist es klar, dass sich die Bildung nicht von Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft abkoppeln kann: schliesslich bereitet sie die jeweils nächste Generation auf genau diese Realitäten vor. Andererseits fördert eine gewisse Konsolidierung auch die Qualität, da sich nur so eine saubere Analyse des Geleisteten durchführen lässt. Es gilt also, Kontinuität und Wandel in Einklang zu bringen, was immer eine grosse Herausforderung ist.

Sie legen täglich über 35 Kilometer auf Ihrem Arbeitsweg zurück. Ist dies Ihr Ausgleich neben der Arbeit und wo sind Sie sonst noch anzutreffen?
Velofahren ist eigentlich nicht mein Hobby. Das Velo ist einfach ein geeignetes Mittel, um von A nach B zu kommen – und zwar ohne Stau. Hingegen bin ich ein leidenschaftlicher Läufer. Entsprechend oft bin ich in Joggingschuhen anzutreffen oder mit meiner Familie draussen unterwegs.

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Foto: Andreas Aeby