Die erste Zeit im Jop-Sharing: Tanja Garau und Adrian Baumann
Seit Mai 2024 leiten Tanja Garau und Adrian Baumann gemeinsam den Schulpsychologischen Dienst Baselland. Mit jahrzehntelanger Erfahrung und intensiver Vorbereitung haben sie sich rasch als eingespieltes Team etabliert.
Tanja Garau und Adrian Baumann, seit dem 1. Mai 2024 führt ihr gemeinsam den Schulpsychologischen Dienst (SPD). Mögt ihr euch beide kurz vorstellen?
Tanja Garau: Ich bin im Kanton Basel-Landschaft aufgewachsen und habe meine gesamte Schulzeit bis zur Matur hier verbracht. Das Psychologiestudium führte mich dann vorübergehend nach Bern. Dabei pendelte ich als Werkstudentin zwischen Basel und Bern hin und her. Nach zwei Assistenzjahren bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie BL wechselte ich zum SPD. Hier bin ich nun seit etwas mehr als 20 Jahren in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem seit 2016 als Kreisstellenleiterin.
Adrian Baumann: Ich komme ursprünglich aus dem Kanton Aargau und bin nach meinem Psychologiestudium in Basel in der Region geblieben. Beim SPD arbeite ich seit 2002, seit 2016 als Kreisstellenleiter. Ich war zeitweise Mitglied des kantonalen Bedrohungsmanagements und bin aktuell aktiv im internen Notfallteam inklusive Pikettdienst.
Seit über sechs Monaten widmet ihr euch jetzt euren neuen Aufgaben. Wie seid ihr gestartet?
Tanja Garau: Ich denke, wir sind sehr gut gestartet. Da wir beide seit vielen Jahren beim SPD arbeiten, können wir uns auf ein grosses gemeinsames Know-how und Netzwerk stützen. Wir hatten auch Zeit, uns gemeinsam auf die neue Aufgabe vorzubereiten und die Zusammenarbeit sorgfältig zu planen.
Adrian Baumann: Das kann ich nur unterstreichen. Wir arbeiten sehr eng miteinander und unterstützen uns gegenseitig. Natürlich werden vielerlei Bedürfnisse und Klärungswünsche an uns herangetragen, es gibt immer wieder sehr intensive Phasen. Wir haben jedoch einen guten Rhythmus von Austausch und Entscheiden gefunden. Unsere ähnliche Grundhaltung, sicher geprägt durch unsere jeweilige jahrelange Erfahrung in der Schulpsychologie, hilft uns dabei sehr.
Mit euch beiden wird der SPD neu von zwei Personen geleitet. Wie gestaltet sich eure Zusammenarbeit? Welche Herausforderungen und Chancen gibt es in diesem Modell?
Tanja Garau: Grundsätzlich haben wir ein recht gutes Gespür dafür entwickelt, wann wir mit und ohne gegenseitige Rücksprache entscheiden. Diverse Austauschgefässe helfen uns, regelmässig zusammenzukommen und den Überblick zu behalten. Natürlich haben wir am Anfang auch grob Ressorts und Zuständigkeiten für übergeordnete Themen wie Finanzen oder Personalführung definiert, sodass wir effizient und nicht redundant arbeiten.
Adrian Baumann: Ich glaube, ich spreche für uns beide, wenn ich sage: Es ist eine grosse Chance, in der Führung des SPD nicht alleine zu sein. Es gibt immer eine Kollegin, die eine sehr ähnliche Arbeitssituation und zu lösende Fragestellungen hat, die als Sparringspartnerin zur Verfügung steht. Dies entlastet stark und macht Entscheidungen auch tragfähiger. Ich empfinde dieses Modell schlicht auch als gesünder. Herausfordernd ist allenfalls, dass wir bei grösseren Themen immer zusammen entscheiden und entsprechend Zeit und Konsens finden müssen. Ich habe dies aber bisher nie als Nachteil, sondern ausschliesslich als Vorteil erlebt.
Vor euch wurde der SPD von Thomas Blatter geleitet. Für ihn braucht diese Stelle «Geduld, Geduld, Geduld und den Willen dranzubleiben». Was ist eure Einschätzung dazu? Stimmt das und gelingt euch das?
Tanja Garau: Ja, es braucht Geduld und den Willen dranzubleiben, und dazu braucht es aus meiner Sicht ein vertrauensvolles Miteinander und Kreativität, um mit verschiedenen internen und externen Personen immer wieder nach Lösungen zu suchen.
Adrian Baumann: Dem kann ich mich anschliessen. Geduld und Willen braucht es sicherlich und weiterhin. Ich halte zudem eine bewusste Vernetzung, Klarheit in der Argumentation und Position sowie sehr gute Kommunikation in alle relevanten Richtungen für essenziell.
Zum Abschluss: Wo findet ihr euren Ausgleich, verbringt ihr eure Freizeit?
Tanja Garau: Ich finde meinen Ausgleich in der Familie und mit Freunden und Freundinnen, beim Pilates, Tennis, in der Natur und bei kulturellen Anlässen.
Adrian Baumann: Ich halte das ganz ähnlich. Privat verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie, treibe intensiv Sport, pflege meine Freundschaften und lasse mich gerne von einem vielfältigen kulturellen Angebot inspirieren.