Klare Kompetenzen und stärkere Vernetzung
Seit dem 1. August 2024 sind die Schulleitungen der kantonal getragenen Schulen nicht mehr dem Schulrat unterstellt, sondern Teil der Linienstruktur der kantonalen Verwaltung. Diese Veränderung zielt auf eine einheitliche Steuerung der Schulführung ab.
Mit der Einführung des Linienmodells für die kantonalen Schulen haben die zuständigen Stufenämter die Personalführung über die Rektorate der 17 Sekundarschulen, der zwei Berufsfachschulen sowie der fünf Mittelschulen des Kantons übernommen. Gleichzeitig erhielten die Schulleitungen die Personalverantwortung für alle an ihrer Schule beschäftigten Lehrpersonen. Auch die Rolle der Schulräte wurde geschärft und verändert.
Stärkung der Führung in herausfordernden Momenten
Diese Neuerungen sollen die Klarheit in Zuständigkeiten und Entscheidungsprozessen an den kantonalen Schulen fördern. «Eine unserer grössten Herausforderungen war es, Vertrauen aufzubauen und die Chancen der neuen Struktur aufzuzeigen», erklärt Daniel Morf, Co-Leiter der Sekundarstufe I im Amt für Volksschulen (AVS) der BKSD. Morf wechselte bereits im Jahr 2023 aus der Stadt ins Baselbiet, um eine der neu geschaffenen Rollen als Leitung der Sekundarstufe im AVS zu übernehmen. Im Frühjahr 2024 konnte mit Nadine Höin, bisher im Generalsekretariat in der Abteilung Bildung tätig, auch die zweite Co-Leitungsstelle AVS besetzt werden. Neben der Rollenklärung ist es für Höin und Morf entscheidend, die Schulleitungen in ihren erweiterten Verantwortungsbereichen zu unterstützen.
Ein zentrales Beispiel für die neu geschaffene Klarheit ist die Entscheidungskompetenz bei Anstellungen: Während bisher Schulräte bei unbefristeten Verträgen das letzte Wort hatten, liegt diese Entscheidung nun bei den Schulleitungen. Höin betont, dass die BKSD als zentrale Koordinationsstelle diene, die den Schulleitungen eine fachliche Anlaufstelle und ein Netzwerk für den Austausch bewährter Praktiken bietet. «Durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen wissen wir, was jede Schule beschäftigt und können gezielt gute Praxisbeispiele fördern und verbreiten. So können wir den Schulen in anspruchsvollen Situationen auch professionelle Rückendeckung geben», erläutert Nadine Höin.
Die personelle Verantwortung für die Rektorinnen und Rektoren der nachobligatorischen kantonalen Schulen liegt bei der Dienststelle Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen (BMH). Klarere Zuständigkeiten und einheitlichere Prozesse ergaben sich auf der Sekundarstufe II nicht nur durch die neuen Führungsstrukturen und die damit verbundenen gestärkten operativen Kompetenzen der Schulleitungen, sondern auch durch eine Reorganisation der Dienststelle selbst. In deren Zuge wurden die Berufsfachschulen aus der Hauptabteilung Berufsbildung herausgelöst und der neuen Hauptabteilung Berufs- und Mittelschulen und ihrem Leiter Björn Lupp zugeordnet.
Veränderung als kontinuierlicher Prozess
Die Einführung der neuen Führungsstrukturen verlief erfolgreich. «Wir sind zufrieden mit den bisherigen Entwicklungen, und teilweise wurde uns sogar Dankbarkeit für die Unterstützung signalisiert», berichten Höin und Morf. Dennoch räumen sie ein, dass eine solche Veränderung Zeit und Vertrauen braucht. Die engere Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und den Schulleitungen spielt dabei eine Schlüsselrolle. Unsicherheiten sollen abgebaut und Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden.
Dies spürt auch Björn Lupp: «Mit den Führungsstrukturen bin ich nun in deutlich mehr Fällen direkte Ansprechperson für die Rektorate. Dies ist zwar sehr zeitintensiv, aber unglaublich spannend. Dabei freut mich besonders, dass die Rektorate diesen Übergang, der auch für sie bedeutende Veränderungen mit sich bringt, nicht nur relativ gelassen, sondern sehr konstruktiv mittragen.» Neben den Kontakten mit den Schulleitungen gebe es auch regen Austausch mit den Schulräten und insbesondere deren Präsidien. Das neue Zusammenspiel zwischen Schulräten, Schulleitungen und der BKSD entwickle sich seit dem Sommer fortlaufend.
Neue Rolle der Schulräte
Trotz der veränderten Kompetenzen bleiben Schulräte ein zentraler Bestandteil der Schulstrukturen. Durch die Mitarbeit am Schulprogramm oder in der internen Evaluation nehmen sie weiterhin eine wichtige Rolle in der Qualitätssicherung ein. Zudem sind sie Beschwerdeinstanz bei schülerbezogenen Angelegenheiten und Teil des Wahlgremiums, welches über die Anstellung der Schulleitungen bestimmt.
Fachliche Stärkung und Vernetzung als Erfolgsfaktoren
«Authentizität und Unterstützung stehen für unsere Aufgabenerfüllung immer im Vordergrund», betont Daniel Morf. Regelmässige Besuche vor Ort und der direkte Austausch zwischen der BKSD und den Schulleitungen sind entscheidend für das Gelingen der neuen Führungsstrukturen. Durch fixe Austauschformate sowie informelle Kontaktmöglichkeiten wird die Zusammenarbeit lebendig gehalten. Die neuen Strukturen ermöglichen es den Schulleitungen, nicht nur ihre erweiterten Verantwortungsbereiche fachlich kompetent wahrzunehmen, sondern auch von einer stärkeren Vernetzung und kontinuierlicher Unterstützung zu profitieren.
Text: Sabrina Mierisch, Amt für Volksschulen
Björn Lupp, Leiter Hauptabteilung Berufs- und Mittelschulen, Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen
Bild: zVg Björn Lupp