Bussen bei der Verletzung von Verfahrenspflichten

Kurzmitteilung Nr. 363, 30. November 2023 (ERSETZT KM Nr. 363 vom 29. September 2010)

Die Verletzung von Verfahrenspflichten wird gemäss § 154 StG mit einer Busse bis zu CHF 1'000.–, in schweren Fällen oder bei Rückfall bis zu CHF 10'000.– bestraft. Diese Busse wird dabei aufgrund von § 155 StG immer nach der Schwere des Verschuldens, dem eingetretenen oder beabsichtigten Erfolg sowie nach den persönlichen Verhältnissen der/des Steuerpflichtigen bemessen.

Um eine einheitliche Bussenbemessung im Kanton gewährleisten zu können, gelten die nachfolgend zu beachtenden Grundsätze:

1     Bei sehr leichtem Verschulden, Unerfahrenheit oder Unbeholfenheit, betagten Personen sowie bei entschuldbaren Gründen kann die Busse reduziert oder sogar auf eine solche verzichtet bzw. eine solche aufgehoben werden.

2     Bei besonders grobem Verschulden oder wenn bei komplexen Fällen infolge Nichteinreichung der geforderten Unterlagen eine sachgerechte Veranlagung besonders erschwert ist, kann die Normalbusse angemessen erhöht werden.

3     Bei juristischen Personen beträgt die Busse in der Regel mindestens CHF 500.–.

4     Bei Verletzung von Bescheinigungs-, Auskunfts- oder Meldepflichten von Drittpersonen beträgt die Busse mindestens CHF 100.–.

5     Auf eine gleichzeitige Erhebung von Bussen bei der direkten Bundessteuer wird verzichtet.

6     Die aufgrund der nachfolgenden Richtwerte festzusetzenden Bussen sollten auch in Wiederholungsfällen im Normalfall 10 Prozent des steuerbaren Einkommens (natürliche Personen) bzw. Ertrags (juristische Personen) nicht übersteigen.

 

Die Busse beträgt bei Unselbständigerwerbenden/Nichterwerbstätigen:

Einkommen in CHF

1. Busse

2. Busse

3. Busse

4. Busse

5. Busse

6. Busse

7. Busse

bis     20'000.–

   100.–

   200.–

   300.–

   500.–

   700.–

   900.–

  1’000.–

bis     30'000.–

   200.–

   400.–

   600.–

1’000.–

1’400.–

1’800.–

  2’000.–

bis     40'000.–

   300.–

   600.–

   900.–

1’500.–

2’100.–

2’700.–

  3’000.–

bis     50'000.–

   400.–

   800.–

1’200.–

2’000.–

2’800.–

3’600.–

  4’000.–

bis     60'000.–

   500.–

1’000.–

1’500.–

2’500.–

3’500.–

4’500.–

  5’000.–

bis     70'000.–

   600.–

1’200.–

1’800.–

3’000.–

4’200.–

5’400.–

  6’000.–

bis     80'000.–

   700.–

1’400.–

2’100.–

3’500.–

4’900.–

6’300.–

  7’000.–

bis     90'000.–

   800.–

1’600.–

2’400.–

4’000.–

5’600.–

7’200.–

  8’000.–

bis   100'000.–

   900.–

1’800.–

2’700.–

4’500.–

6’300.–

8’100.–

  9’000.–

über 100'000.–

1’000.–

2’000.–

3’000.–

5’000.–

7’000.–

9’000.–

10'000.–

 

Die Busse beträgt bei Selbständigerwerbenden und juristischen Personen (Buchführungs- und Aufzeichnungspflichtige):

Einkommen/
Ertrag in CHF

1. Busse

2. Busse

3. Busse

4. Busse

5. Busse

6. Busse

7. Busse

bis     20'000.–

   500.–

   600.–

   700.–

   800.–

   900.–

1’000.–

  1’000.–

bis     30'000.–

   500.–

   600.–

   700.–

1’100.–

1’400.–

1’800.–

  2’000.–

bis     40'000.–

   500.–

   600.–

   900.–

1’500.–

2’100.–

2’700.–

  3’000.–

bis     50'000.–

   500.–

   800.–

1’200.–

2’000.–

2’800.–

3’600.–

  4’000.–

bis     60'000.–

   500.–

1’000.–

1’500.–

2’500.–

3’500.–

4’500.–

  5’000.–

bis     70'000.–

   600.–

1’200.–

1’800.–

3’000.–

4’200.–

5’400.–

  6’000.–

bis     80'000.–

   700.–

1’400.–

2’100.–

3’500.–

4’900.–

6’300.–

  7’000.–

bis     90'000.–

   800.–

1’600.–

2’400.–

4’000.–

5’600.–

7’200.–

  8’000.–

bis   100'000.–

   900.–

1’800.–

2’700.–

4’500.–

6’300.–

8’100.–

  9’000.–

über 100'000.–

1’000.–

2’000.–

3’000.–

5’000.–

7’000.–

9’000.–

10'000.–

 

Die Höhe des steuerbaren Einkommens bzw. des steuerbaren Ertrags richtet sich in der Regel nach den Zahlen der Vorperiode, wenn diese die aktuellen Verhältnisse angemessen darstellen.

Bei Selbständigerwerbenden, bei denen der S-Erwerb das Haupteinkommen darstellt und ein geringes Einkommen daraus resultiert (z. B. Verlustsituation), können auch die Richtwerte für Unselbständigerwerbende herangezogen werden.

Bei der Höhe der Busse können auch das steuerbare Vermögen bzw. das Eigenkapital berücksichtigt werden, wenn dieses die persönlichen Verhältnisse besser widerspiegelt, etwa bei geringem Einkommen/Ertrag, aber erheblichem Nettovermögen/Eigenkapital. Diesfalls kann die Busse unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse angemessen erhöht werden. Die Erhöhung darf den einfachen Bussenbetrag nicht überschreiten.

Die Festsetzung der Busse im konkreten Fall nimmt die mit der jeweiligen Veranlagung oder Buchprüfung betraute Person vor.

 

Berechnungsbeispiel 1

satzbestimmendes Einkommen

                      28’000.–

massgebendes Einkommen

                      28’000.–

Busse Unselbständigerwerbende

                            200.–

Busse Buchführungs-/Aufzeichnungspflichtige

                            500.–

 

 

 

Berechnungsbeispiel 2 mit Erhöhung aufgrund persönlicher Verhältnisse

satzbestimmendes Einkommen

                        78’000.–

massgebendes Einkommen

                        85’000.–

Vermögen

                      300'000.–

Busse Unselbständigerwerbende

800.– bis max. 1’600.–

Busse Buchführungs-/Aufzeichnungspflichtige

800.– bis max. 1'600.–

 



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