Bevölkerungsentwicklung

Bereits im Mittelalter betrug die Bevölkerung von Arisdorf einige hundert Personen. Funde deuten auf eine mindestens vorübergehende Besiedlung von Arisdorf vor dem Frühmittelalter hin, müssten aber bezüglich Einwohnerzahl noch erhärtet werden. Sie lassen zur Zeit keine fundierte Aussage über die damaligen Bevölkerungszahlen zu. Die Spannweite geht von wenigen Dutzend Einwohnern bis hin zu über Hundert.

Auch über das Frühmittelalter weiss man wenig, da ausser einigen Steinkistengräbern kaum mehr Spuren vorhanden sind. Aber im 12. Jahrhundert erwähnen Quellen das Dorf. In schriftlichen Quellen des 13. Jh. und auch auf den ältesten kartographischen Darstellungen erscheint Arisdorf als dreigeteiltes Dorf.

Eine Zählung im Jahre 1680 ergab eine Wohnbevölkerung von 460 Personen, 1774 wurden 523 Personen genannt. Sichere Aussagen können erst mit dem Beginn der Bundesstatistiken ab 1850 gemacht werden, dort zählte man in Arisdorf 837 Personen (inkl. die ab 1882 noch 57 eingemeindeten Personen von Basel-Olsberg). Wahrscheinlich im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung (Absatzprobleme in der Landwirtschaft, Rückgang der Heimarbeit) und der zunehmenden Attraktivität der Stadt Basel ist der Bevölkerungsrückgang bis zum Tiefpunkt von 685 Personen um 1920 zu sehen. Die Bevölkerungszahl stagnierte dann und stieg bis 1960 nur unwesentlich auf 759 an. Selbst 1970 zählte man mit 785 Einwohnern immer noch weniger als zum Beispiel 1880 mit seinen 816 Personen Wohnbevölkerung.

Eine Analyse der Bevölkerungsbilanzen zeigt auf, dass die Wanderungsbilanz von 1930 bis 1966 stets negativ war - das heisst mehr Abwanderung als Zuwanderung. Als Ausgleich dazu verzeichnete Arisdorf teils bedeutende Geburtenüberschüsse, die statistisch in der Gesamtbilanz der Wohnbevölkerung zu einem leichten Bevölkerungszuwachs führten. Dann aber, mit der Autobahneröffnung, wird Arisdorf vor allem für Zuzüger aus der Agglomeration Basel interessant. Bis 1980 zählte man einen Zuwachs von 220 Personen - das entspricht innerhalb eines Jahrzehntes 28% mehr Einwohner.

In den 80-er Jahren verlangsamte sich das Wachstum vorübergehend (1990: 1109 E.), aber seither hat die Bevölkerung wieder in 10 Jahren um 282 Personen zugenommen. Allerdings dürfte wahrscheinlich bald ein Plafond erreicht werden, wenn die Bauzone nicht erweitert wird. 1'500 Einwohner und Einwohnerinnen sind keine utopische Zahl für die ersten Jahre des 21.Jh. Der Bevölkerungszuwachs gründet seit 1967 deutlich mehr auf Zuwanderung als einem Geburtenüberschuss - zuweilen gab es mittlerweile sogar Jahre, in denen mehr Todesfälle als Geburten zu verzeichnen waren.

Der Ausländeranteil lag 1995 bei unterdurchschnittlichen 7,5 Prozent (Kanton 16,7%) und steigt weiter nur langsam an. So beträgt er am 30.06.2000, inklusive 16 Asylbewerber, genau 8,3%. Gewiss ist dies auch auf die Siedlungsstruktur mit relativ wenigen Mehrfamilienhäusern und auf die Arbeitsplatzsituation in der Gemeinde zurückzuführen.