Klima

Die relativ windgeschützte Lage und die meist sanfte Hangneigung lässt ein spezielles Geländeklima entstehen. Bei Temperaturmessfahrten im Winter konnte ich eine ausgesprochene Inversion feststellen. Das heisst: Kaltluft fliesst nach unten und sammelt sich. Sie fliesst zwischen Bärenfels und Ramschberg Richtung Giebenach ab. Besonders kalt waren die gemessenen Temperaturen im Giebenach zugewandten Teil des Ramschberges und in den Talniederungen. Im Gebiet Gärten beim nördlichen Dorfeingang. Hingegen heizen sich im Winter die östlich exponierten Hänge schnell auf - der gemessene Unterschied auf 50 cm Höhe machte auf weniger als 100 m Distanz manchmal mehrere Grad aus!

Abgesehen jetzt von diesem winterlichen Spezialfall bei stabiler Wetterlage entspricht das Grossklima jenem der oberrheinischen Tiefebene. Die Temperaturen sind entsprechend der Höhenlage etwas niedriger im Schnitt (Jahresdurchschnitt um 9° C), vor allem im Winter und die Niederschläge höher (700 - 1000 mm). Dies trifft speziell für das Gebiet im Berstel zu. Da zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt innerhalb der Gemeinde über 300 Höhenmeter liegen, wirkt sich das auf das Geländeklima aus, pro 100 Höhenmeter nimmt die Temperatur durchschnittlich 0,5 bis 1° C ab, je nach Feuchtigkeit. Eine Ausnahme bildet dabei die winterliche Inversionslage, ausserdem spielen Hangexposition und Bewuchs eine wichtige Rolle. Durch die Offenheit des Geländes und die Hangneigung sind gute Voraussetzungen für Wein - und Obstbau gegeben. Da im Winter die Kaltluft abfliessen kann, können an den Hängen Obstbäume auch in höheren Lagen ohne Frostschäden durchkommen. Gunstgebiete sind im Bereich Vogelsand-Homberg auszumachen, auch im Bereich Schöffleten. Dort konnte sich dadurch der Rebbau etablieren.

Die Klimaanalyse (KABA) der Universität Basel von 1997 zeigt auf, dass das Arisdörfertal gleichzeitig auch ein Luftleitband ist. Die Kaltluft fliesst in der Hauptsenke, wo wir den Dorfbach finden, und von den Nebensenken vom Blauenrain und von den Gründen her ab in Richtung Giebenach. In meinen Temperaturmessfahrten hat sich dies bestätigt. Diese Durchlüftungsachse ist reliefbedingt. Besonders die Hanglagen sind gut durchlüftet, auffallend tritt dies in der KABA-Karte bei ehemaligen und noch bewirtschafteten Rebhängen in Erscheinung. Das ist die Erklärung für die schon beschriebene Klimagunst bezüglich Frost. Dank dieser Durchlüftungssituation ist die Frostgefahr in Arisdorf niedriger als in vielen anderen Gemeinden des Tafeljuras. Allgemein ist zwar Arisdorf von Sturmwinden gut geschützt. Dies trifft aber für die Gebiete Dumberg und Eileten nur bedingt zu. Während in der Mulde Winde in der S - N - Achse dominieren, gilt für die Hügelkuppe eine Dominanz der Winde auf der W - O - Achse.

Die Studie kommt auch zu Empfehlungen für die Gemeinde Arisdorf, und zwar bezüglich Siedlungsplan. Möglichst niedrige Bauhöhen, keine Aufforstungen in der Talsohle, Neubauten im Dorf längs der Luftleitbahnen richten und somit einen Kaltluftstau vermeiden, dazu Erhalten der Grün- und Freiflächenanteile. Im Bereich Mitteldorf wird eine Verbesserung empfohlen, namentlich ein Öffnen von Lücken, da die Durchlüftungssituation hier nicht optimal sei. Im Gebiet Eileten und Dumberg besteht die Gefahr von Windschäden im Forst. Offene Flächen sollten hier geschützt werden.