Landwirtschaft
Die Landwirtschaft bot bis in die 70er Jahre die meisten Arbeitsplätze im Dorf. Sie dominiert auch weiterhin das Landschaftsbild. Aber die Felderregulierung, die von 1957 bis 1982 dauerte, brachte vor allem zwischen 1965 und 1970 grosse Veränderungen mit sich, weil gleichzeitig die Autobahn mitten durch den Arisdörfer Bann gebaut wurde. Wenn man bedenkt, dass 1957 165 Landwirte und Grundeigentümer von der Felderregulierung betroffen waren und diese Zahl schliesslich auf über 200 stieg, kann erahnt werden, welchen immensen zeitlichen Arbeitsaufwand diese Felderregulierung mit sich brachte. Sie war verbunden mit der Erstellung eines neuen Grundbuches, Meliorationen und Neuzuteilungen von Land. Für die meisten Landwirte brachte das Zusammenlegen der Parzellen aber Vorteile, vor allem durch kürzere Wegstrecken und einfachere Bewirtschaftung. Einige sahen auch Nachteile wegen schlechteren Böden oder weil sie ganz gerne wegen den verschiedenen Lagen ihrer alten Parzellen verschiedene, optimal angepasste, Anbauprodukte hatten. Kläranlage, neue Feld- und 13,2 km Waldwege, der Weiher Brüel, Planung Schiessanlage, die neue Kantonsstrasse nach Liestal und die Neusiedlungen Birchhof, Neuenberg, Gehren, Vorder-Gründen, Hopfernhof und Alphof als Bauernhöfe sind konkrete Auswirkungen der Felderregulierung, neben einer Rationalisierung in den Land- und Forstwirtschaftsbetrieben. Eine Spätfolge ist das Naturinventar mit kartierten schützenswerten Objekten wie Weiher, Bachläufen oder Hecken. Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass zahlreiche Kleinbauernbetriebe eingingen, was weniger der Felderregulierung, als vielmehr der wirtschaftlichen Lage und dem allgemeinen Rückgang von Bauernbetrieben angelastet werden darf.
Dominierend ist am Ende des 20. Jh. nach wie vor die Graslandwirtschaft mit Feldobstbau, während Acker und Rebbau deutlich weniger Flächen beanspruchen. In einer Diplomarbeit an der ETH Zürich von 1983 untersuchte D. Thalmann die Situation des Obstbaues in ausgewählten Gemeinden der Region. Dabei stellte er namentlich beim Streuobstbau eine Überalterung vieler Bestände fest. Er prognostizierte das Verschwinden von 800 Kirschbäumen wegen Überalterung und Schäden durch Mäusefrass. Besser kamen in dieser Studie die Obst - Intensivbauablagen weg. Es darf aber nicht vergessen werden, dass alte Hochstammobstbäume für bestimmte Tierarten überlebenswichtig sind (Brutplätze, Futterquelle).
Wie in fast allen ländlichen Gemeinden der Nordwestschweiz ging die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stetig zurück. 1975 wurden in 51 Betrieben noch 103 Beschäftigte gezählt. Die eidgenössische Landwirtschaftszählung von 1990 führt 44 Betriebe auf, wovon die Mehrheit auf zwischen 10-20 ha Betriebsfläche wirtschaften. 72 Personen waren noch in der Landwirtschaft tätig (1939: 252!), gegenüber 211 Beschäftigten im industriell-gewerblichen Bereich. Es gab 1098 Stück Rindvieh und 125 Schweine in der Gemeinde - der dritthöchste Bestand an Rindvieh im Kanton hinter Diegten und Langenbruck. Die 44 Betriebe bewirtschafteten 152 ha offenes Ackerland, wovon 115 ha mit Getreideanbau, und 422 ha Futterbau, davon 64 ha Kunstwiesen 323 ha Naturwiesen und Mähweiden sowie 35 ha Weiden. Obst-Intensivbau gab es auf 14,2 ha - hinter Sissach und Wintersingen die drittgrösste Fläche im Kanton.