Siedlungsstruktur
Arisdorf ist eine typische Einfamilienhausgemeinde: über 90% der reinen Wohngebäude sind Einfamilienhäuser. Interessant sind die Baudaten: 30% der Gebäude wurden vor 1900 erstellt, mittlerweile über die Hälfte nach 1970. Fast alle Häuser sind in Privatbesitz.
In der Kernzone ist vielen Gebäuden ihre (frühere) Funktion als Bauernhäuser anzusehen, auch wenn es heute in den Dorfkernen relativ wenig Landwirtschaft gibt. Am häufigsten ist diese herkömmliche Nutzung im Oberdorf, in Teilbereichen des Winkels (Unterdorf) und am Rande des alten Mitteldorfes erhalten. Nördlich der Kirche, die nach wie vor das Dorfbild dominiert, und östlich des Unterdorfs hat sich seit 1970 ein zusammenhängendes Einfamilienhausgebiet gebildet. Dadurch hat sich der Siedlungsschwerpunkt eindeutig nach Norden verlagert, das Unterdorf wird damit immer mehr zum Hauptdorfkern, obwohl Schule mit Turnhalle und die Verwaltung dem Mitteldorf angehören.
Das Mitteldorf ist so das dörfliche Dienstleistungszentrum. Die dort seit langem bestehenden Läden befinden sich aber nicht mehr an einem optimalen Standort. Es ist gut möglich, dass zukünftige Verkaufsgeschäfte vermehrt im Unterdorf eröffnet werden. Der Grund für diese Siedlungsstrukturveränderung liegt in der Topographie; diese hat für den Siedlungsausbau im Unterdorf die besseren Bedingungen vorgezeichnet.
Das Oberdorf hingegen hat sich mehr und mehr zu einem Gewerbedorfteil entwickelt. Hier ist der Hauptstandort der produzierenden Betriebe und das Zentrum für die aussenorientierten privaten Dienstleistungsbetriebe. Ein Wohngebiet entwickelt sich in Arisdorf-Olsberg, obwohl die dortige Siedlung durch die Muldenlage nicht optimal liegt.
In der Dachlandschaft von Arisdorf dominieren die Satteldächer, daneben gibt es bei einigen repräsentativen Gebäuden auch Krüppelwalmdächer. Zum Glück gibt es kaum Flachdächer in der Kernzone, dadurch sieht Arisdorf auch von der Höhe betrachtet gut strukturiert aus.