97/40; Amtsbericht 1996; Teil 80
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| 17 Römerstadt Augusta Raurica Die Römerstadt Augusta Raurica hat ihre Arbeit in den neuen Strukturen (Sollstellenplan, Amt für Kultur, Kulturkonferenz) weiter konsolidieren und verbessern können. Ausdruck dieser Bestrebungen sind im Bereich Öffentlichkeitsarbeit optimale Besucher- und Umsatzzahlen und eine anhaltend gute Medienpräsenz, im Bereich Wissenschaft und Forschung ein zunehmendes Interesse auswärtiger Universitätsinstitute an der in Augst geleisteten Arbeit. In der Kulturkonferenz, dem Leitergremium des Amtes für Kultur, sind ein Archäologiegesetz und ein Museumsleitbild in Arbeit. Der "Römervertrag" von 1975 wurde aktualisiert und in die Vernehmlassung geschickt. Viel Aufwand wurde in das "fundraising" investiert, um die knapp gewordenen staatlichen Mittel für Sonderprojekte in Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen auszugleichen. Wir haben folgenden Institutionen zu danken: – Lotteriefonds Basel-Landschaft, Liestal: Ausstellung "Out of Rome" – Verlag Schwabe AG, Muttenz: Druck des Ausstellungs-Buches "Out of Rome" – Stiftung Pro Augusta Raurica: Herstellung einer Kopie des Grabsteines des Raurikers Dannicus im Museum Cirencester (GB) für unsere Ausstellung "Out of Rome" – Sophie und Karl Binding Stiftung, Basel: Farblithos für die sechs Bände des Comics "Prisca und Silvanus" (zwei Bände in jeweils Deutsch, Französisch und Lateinisch) – Interkantonale Landeslotterie: Ökonomiegebäude für den "Römischen" Haustierpark (Federführung: Stiftung Pro Augusta Raurica; Realisierung 1997/98) – Bundesamt für Strassenbau, Bern, und Büro "Archäologie und Nationalstrassenbau", Basel: Dokumentation der Autobahngrabungen von 1960—1976 (in Arbeit bis 1998) – Freiwillige Akademische Gesellschaft, Basel, und F. Thyssen-Stiftung, Köln: Forschungsprojekt "Militärfunde", in Bearbeitung 1995—1996 durch E. Deschler-Erb – Dr. h.c. Alfred Mutz Stiftung für alte, insbesondere antike Technologie und Technikgeschichte, Basel: Druckkostenbeiträge an die Publikationen "Pferdestatuen", "Curia-Bauteile" und "Beinartefakte" Nach der umfangreichen Umsetzung der Strukturanalyse im Jahre 1995, waren 1996 kaum personelle Änderungen zu verzeichnen. Für die 1996 bewilligte Sanierung des römischen Theaters Augst erfolgte die projektbezogene Anstellung des Bauhütten-Teams. Der Weiterbildungs- und Betriebsausflug führte uns am 24.10. nach Rottweil ins Dominikanermuseum mit seiner grossen Sammlung über das antike Arae Flaviae. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzten das Weiterbildungsangebot des Personalamtes, insbesondere für EDV- und GIS-Anwendungen. Arbeits-, Archiv- und Depoträumlichkeiten Im Mittelpunkt stand die Planung des Innenausbaus der mehrheitlich ungenutzten "Scheune Gessler" unter Federführung des Hochbauamtes. Neben Arbeitsplätzen für die Restaurierungs- und die Fundabteilung ist auch ein multifunktionaler Raum geplant, der vor allem museumspädagogisches Arbeiten mit Schulklassen ermöglichen soll. Aufgrund diverser Baueinsprachen konnte mit der Detailplanung noch nicht begonnen werden. Im szenischen Theater erfolgte die Einrichtung des Bauplatzes für die Theatersanierung. Ebenfalls mit dem Hochbauamt wurde die Evaluation neuer Vitrinen und einer umfassenden Renovation des Ausstellungsraumes im Museum bis zur Auftragserteilung (Vitrinen) vorangetrieben. Angesichts der überfüllten Depoträumlichkeiten im Hof Schwarzacker wurden für das Grosssteinlager verschiedene Erweiterungen und Einmietungen evaluiert. Öffentlichkeitsarbeit Zwei Grossanlässe prägten das Veranstaltungsjahr: Erstmals nach mehrjährigem Unterbruch fanden antike Maskenspiele unter der Regie von J. Hatz vor dem Schönbühltempel statt. Auch die traditionellen Augusta-Konzerte der Vereinigung Pro Augst vermochten das Publikum zu begeistern. Das Römerhaus selbst wurde an verschiedenen Wochenenden durch "römische" Handwerker und eine zivile "Römertruppe" belebt. Im Marketingbereich, der im Zuge der Strukturanalyse professionalisiert werden konnte, stand die Bearbeitung des grenznahen Auslandes im Mittelpunkt, einerseits durch Direktwerbung im Elsass und im südbadischen Raum (Zielgruppe LehrerInnen), aber auch durch die verstärkte Zusammenarbeit der Museen (Regio-Museumspass, Museen ohne Grenzen). Im Hinblick auf das neue Ausstellungskonzept für das Römermuseum Augst (1999) wurden rund 50 Lehrerinnen und Lehrer befragt. Im Berichtsjahr sind insgesamt 340 (499) Presseartikel über Augusta Raurica erschienen. Im Vordergrund des Interesses standen dabei zwei Ereignisse: die vom Landrat erteilte Bewilligung des beantragten Kredits zur Sanierung des Theaters (91 Berichte) und das Erscheinen des zweiten Bandes des Comics "Prisca und Silvanus" (76 Artikel). Auf verschiedenen Radiosendern waren mehrere Reportagen und Interviews über die neuen Comic-Ausgaben und über die geplante Ausstellung "Out of Rome" zu hören. Ein besonderes Medium wurde im Rahmen einer Diplomarbeit des Nachdiplomstudiums in Museologie an der Universität Basel geschaffen: ein interaktiver "Augusta Raurica City-Guide", welcher dereinst Besucherinnen und Besucher über die Sehenswürdigkeiten im Gelände orientieren soll. Unzählige Führungen im Museum und in der Römerstadt werden seit Jahren von den Stadtführerinnen von "Basel Tourismus" übernommen, für die am 19.3. ein Weiterbildungsvormittag stattfand. Von den rund 50 Führungen, die das Team der Römerstadt Augusta Raurica selber bestritt, seien folgende Gästegruppen erwähnt: – 9.3.: Kolloquium "Staatsstreich und Staatlichkeit" – 28.-29.5.: Zweitägige Exkursion des Seminars für griechische und römische Geschichte der Universität Frankfurt/M. nach Augst – 2.7.: Glarner Regierung als Gast bei der Basellandschaftlichen Regierung – 12.7.: Sektion Denkmalpflege des Bundesamtes für Kultur – 31.8.: Interkantonale Landeslotterie mit den Justiz- und Polizeidirektoren der Deutschschweiz – 18.9.: KIGA Aargau – 12.9.: Führung durch die Aussen-Funddepots im Schwarzacker für Vertreterinnen und Vertreter der kantonalen Ämter, die mit der Römerstadt regelmässig zusammenarbeiten – 19.10.: Freiwillige Basler Denkmalpflege: Orientierung über die Sanierungsarbeiten im Theater 14 weitere Fachbesucher und -besucherinnen, die jeweils in Archive, Funddepots oder im archäologischen Gelände geführt wurden, kamen aus Berlin, Freiburg i.B., Frankfurt, Stuttgart und Warschau. Sie interessierten sich für die Zeugnisse antiker Bronzehandwerker (mit elektrischen Leitfähigkeitsmessungen), für spezielle Münzentypen, für Grabungsdokumentationen, für die Fundinventarisierung und die Organisation der Depots sowie für römische Tabernen. Folgende vom Team der Römerstadt vorbereitete und gehaltene Vorträge waren über Augusta Raurica zu hören: – 1.3.: M. Peter: "Fundmünzen aus Augusta Raurica: Darstellungs- und Interpretationsbeispiele" (Tagung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Fundmünzen SAF in Bern) – 4.5.: A. R. Furger und M. Schaub: "Wasserversorgung und -entsorgung in Augusta Raurica" (Stiftung Pro Augusta Raurica) – 1.6.: K. Kob: Ansprache vor dem Kulturverein der Freunde Griechenlands in der Schweiz im Grossen Festsaal des Basler Stadtcasinos – 20.2.: P.-A. Schwarz: "Die Spätzeit von Augusta Raurica" (Basler Zirkel für Ur- und Frühgeschichte) – 9.10: A. R. Furger: "Ausgraben, Forschen und Vermitteln in der Römerstadt Augusta Raurica" (Landschaftsverband Rheinland, Regionalmuseum Xanten) Die Stiftung Pro Augusta Raurica (PAR) führte ihre traditionellen Führungen durch: Am 4. Mai hatten die Kontribuenten Gelegenheit, die Wasserversorgung und -entsorgung in Augusta Raurica bei einem kurzen Rundgang und anschliessendem Vortrag im Auditorium der Römerstiftung Dr. René Clavel näher kennen zu lernen. Didaktische Projekte Dank der in der Folge der Strukturanalyse realisierten Teilzeitstelle einer Museumspädagogin konnte das Angebot für Schulen und Lehrkräfte verbessert und professionalisiert werden. So wurde der Prospekt für Lehrerinnen und Lehrer "Willkommen in der Römerstadt Augusta Raurica" neu gestaltet und auf deutsch und französisch gedruckt. Der Versand umfasste 375 Schulhäuser und Lehrkräfte in der Schweiz und 181 in Deutschland sowie 2500 LehrerInnen in Frankreich. 186 (160) Gruppen und Schulklassen haben am Kurs "Römisches" Brot backen teilgenommen. Die drei alten Wanderkoffer und ein neuer zum "Römischen" Haustierpark wurden insgesamt 82 (75) mal ausgeliehen. Im April und im September waren zwei Aktivitäten für Schulklassen im Programm: Römische Nüssespiele und Mosaike unter der Lupe. Eine Einführung in die Römerstadt für angehende Lehrerinnen und Lehrer des Kantons wurde angeboten. Der Kinderkurs Ein römisches Portemonnaie zum Selbermachen wurde zweimal in Zusammenarbeit mit dem Schuhmacher Daniel Wisler aus Basel durchgeführt. Die Museumspädagogin hat mit einer externen Schneiderin und einem Schuhmacher begonnen, einige Sets römischer Kleider herzustellen, um einem vielgeäusserten Publikumswunsch nachzukommen. Römischer Haustierpark Der "Römische" Haustierpark steht seit 1992 unter der Federführung der Stiftung Pro Augusta Raurica und wird seit 1995 von einer Aufsichskommission mit Vertreterinnen und Vertretern der Veterinärmedizin, des Tierschutzvereins Baselland, der Stiftung Pro Specie Rara und des Labors für Urgeschichte der Universität Basel begleitet. 1996 stand im Zeichen der Blutauffrischung bei den verschiedenen Zuchtgruppen. Bei den Wollschweinen wurde die ganze Gruppe (Eber und Sauen) erneuert, ebenso beim Geflügel (Hühner, Perlhühner) sowie teilweise bei den Nera Verzasca-Ziegen und Bündner Oberländer-Schafen. Dadurch verzeichneten die Geburten einen Rückgang von (72) auf 48. Der Tierbestand betrug Ende Jahr 81 Individuen (83). 25 Gruppen oder Schulen (23) wurden vom Tierparkleiter durch die Anlage geführt. Wie schon im vergangenen Jahr wurde wieder ein Kinderkurs für "Familie und Freizeit" durchgeführt. Mit einer kleinen Weihnachtsfeier für alle ehrenamtlichen und offiziellen Helfer endete das Jahr. EDV Im vergangenen Jahr stand das Augster GIS-Projekt im Vordergrund, ein Geographisches Informationssystem, das für die Bearbeitung des römischen Stadtplanes von Augusta Raurica eingesetzt wird. Die Intergraph-Workstation wurde in Betrieb genommen. Nach einem ersten Schulungsblock wurde ab März am Augster Stadtplan gearbeitet. Die Oracle-Datenbank MICRO-RAURICA wurde durch die Eingabe einer Menge von Grabungsdaten weiter vervollständigt. So sind zum Beispiel die Bestände des Museumsinventars heute zu etwa 90% erfasst, was 854 678 Fundgegenständen entspricht. Seit letztem Jahr werden auch die Kaiseraugster Ausgrabungs-Daten direkt ins MICRO-RAURICA eingespiesen. Der Anschluss ans Kantonsnetz ermöglicht den Zugang zu den Katalogen der Kantonsbibliothek in Liestal und der Universitätsbibliothek in Basel. In Zusammenarbeit mit der Landeskanzlei konnte die Römerstadt an einem Pilotprojekt des Kantons im Internet teilnehmen, und in der Kulturkonferenz wurde mit der Konzeptarbeit für einen künftigen professionellen Internet-Auftritt begonnen. Im Sinn eines guten Informationsaustausches wurden intern regelmässig EDV-Koordinationssitzungen durchgeführt und externe Kontakte in der gesamtschweizerischen Arbeitsgruppe "Archäologie und Informatik" (AGAI) gepflegt. Wissenschaftliche Projekte Grabungs- und Fundauswertungen: Noch nie wurden gleich drei verschiedene Dissertationen über Augusta Raurica im selben Jahr mit der Promotion abgeschlossen, zwei davon sogar mit dem Prädikat summa cum laude. Den beiden Verfasserinnen und dem Verfasser, die über "Götter und Lararien", "Beinartefakte" sowie über "Fundmünzen" geforscht haben, sind zur Zeit an der Vorbereitung der Drucklegung. Eine weitere Doktorarbeit über "Kastelen 4. Die spätrömische Befestigung" konnte abgeschlossen werden. Vom 18. bis 29.11. weilte die Keramikspezialistin Brenda Dickinson von der Universität Leeds (GB) in Augst und bestimmte eine erste grosse Serie von Töpferstempeln auf "Terra Sigillata". Autobahnprojekt Im Rahmen des vom Bundesamt für Strassenbau finanzierten "Autobahnprojekts" konnten die Dokumentationsarbeiten der Grabungsjahre 1960-1976 abgeschlossen werden. Damit sind sämtliche Daten zu den Plänen, Zeichnungen, Fotos, Dias und Aufzeichnungen dieser Grabungen EDV-mässig erfasst und die dazugehörenden Fundinventare bereinigt. Naturwissenschaften Mit dem Mineralogischen Institut der Universität Fribourg wurden Tonkernanalysen am "Schrottfund" und Keramikanalysen der Töpferei Venusstrasse vorbereitet. Die Arbeitsverträge mit dem Labor für Urgeschichte und dem Botanischen Institut der Universität Basel für die Untersuchung von tierischen und pflanzlichen Nahrungs- und anderen Resten aus Augusta Raurica liefen weiter und konzentrierten sich auf die Auswertung der Funde von Kastelen. Mit der Kantonsarchäologie Zürich, die einen eigenen archäologischen Flieger- und Luftbilddienst unterhält, wurde ein Abkommen zur Dokumentation von antiken Siedlungsstrukturen aus der Vogelschau getroffen. Ausstellungsprojekt "Out of Rome. Augusta Raurica - Aquincum. Das Leben in zwei römischen Provinzstädten" Das schweizerisch-ungarische Ausstellungsprojekt hat konkrete Formen angenommen. Als Ausstellungsort ist für Ungarn das Historische Museum der Stadt Budapest bestimmt worden, wo die Schau am 25. März 1997 im Beisein der Regierungsräte Peter Schmid und Elsbeth Schneider eröffnet werden wird. Zur Ausstellung wird dank dem grosszügigen Entgegenkommen der Druckerei Schwabe & Co. AG ein Begleitbuch erscheinen können, für das 35 Autorinnen und Autoren aus beiden Ländern rund 100 Texte verfasst hatten, die in Augst redaktionell überarbeitet worden sind. Die Fotografien aller Objekte sind von der Augster Fotografin in Budapest direkt gemacht worden. Die grafische Betreuung des Werks und der Ausstellung sind einem Grafiker übertragen worden, während die dreidimensionale Gestaltung in den Händen einer Ausstellungsgestalterin liegt. Publikationen Die Römerstadt Augusta Raurica konnte im Berichtsjahr die folgenden Publikationsprojekte erfolgreich abschliessen: – Verschiedene AutorenInnen, Jahresberichte aus Augst und Kaiseraugst 17, 1996. 417 Seiten, 362 Abbildungen, 14 Tafeln, 62 Tabellen. Fr. 70.— (ISBN 3-7151-3017-2). – B. Janietz Schwarz, D. Rouiller (mit Beiträgen von M. Maggetti, Th. Reiss, J. Riederer, B. Rütti und E. Schaller), Ein Depot zerschlagener Grossbronzen aus Augusta Raurica. Die Rekonstruktion der beiden Pferdestatuen und Untersuchungen zur Herstellungstechnik. Forschungen in Augst 20 (Augst 1996). 280 Seiten, 382 Abbildungen, 60 Tabellen. – Th. Hufschmid, Kastelen 3. Die Jüngeren Steinbauten in den Insulae 1 und 2 von Augusta Raurica. Untersuchungen zur baugeschichtlichen Entwicklung einer römischen Domus im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Forschungen in Augst 23 (Augst 1996). 240 Seiten, 134 Abbildungen, 28 Tafeln, 8 Faltbeilagen. – D. Simko, R. Meier. Prisca und Silvanus. Die Zerstörung von Augusta Raurica. Augster Museumshefte 18 (Augst 1996). 82 Seiten mit 52 farbigen Comic-Seiten. – D. Simko, R. Meier. Prisca et Silvanus. Turbida tempora Augustae Rauricae. Augster Museumshefte 17 (Augst 1996). Lateinische Ausgabe des ersten Teils der Comic-Geschichte. 72 Seiten mit 46 farbigen Comic-Seiten. – M. Peter, Augusta Raurica I/II. Augst/Kaiseraugst 1949—1972. Inventar der Fundmünzen der Schweiz 3/4 (Lausanne 1996). 615 bzw. 282 Seiten, 29 bzw. 5 Tafeln. – M. Peter, Bemerkungen zur Kleingeldversorgung der westlichen Provinzen im 2. Jahrhundert. In: C. E. King, D. G. Wigg (Hrsg.), Coin Finds and Coin Use in the Roman World. Symposium Oxford 1993. Studien zu Fundmünzen der Antike (SFMA) 10 (Berlin 1996) 309ff. – P.-A. Schwarz, Zur Spätzeit von Augusta Raurica. In: E. Schallmayer (Hrsg.), Niederbieber, Postumus und der Limesfall. Stationen eines politischen Prozesses. Bericht des ersten Saalburgkolloquiums. Saalburg Schriften 3 (Bad Homburg v.d.H. 1996) 60ff. Bibliothek Mittlerweile sind 2700 Publikationen mit dem Bibliotheksprogramm LIDOS erfasst. Neuerwerbungen: 246 Monographien und 53 Zeitschriften-Jahrgänge. 79 dieser insgesamt 299 Werke sind der Römerstadt Augusta Raurica von 61 Tauschpartnern (wissenschaftliche Institutionen im In- und Ausland) überlassen worden. Grabungen in Augst Es mussten 28 (31) archäologische Untersuchungen in Augst durchgeführt werden. Für die viermonatige Grabung "Schmid" hinter dem Theater wurden im Rahmen einer Regie-Vereinbarung mit der Kantonsarchäologie Basel-Stadt Ausgräber beigezogen. Eine Landratsvorlage für die Grossgrabung im Werkhofareal E. Frey AG wurde vom Regierungsrat verabschiedet; sie soll die Grundlage für eine mehrmonatige Notgrabung 1997/98 werden. Die Einsatzstellen in Augst 1996 2 Notgrabungen (2) 1996.61: Bauprojekt Schmid (hinter dem Theater) 1996.69: Feldhof 17 Baubegleitungen (19) 1996.52: E-Leitung Hauptstrasse 1996.53: E-Leitung Restaurant Bären 1996.54: E-Leitung Frenkendörferstrasse 1996.56: Werkleitungen Scheune Gessler 1996.57: Umbau Scheune Gessler 1996.58: Amphorenstrasse 1996.59: Werkleitungen Im Rumpel 1996.60: Netzausbau Giebenacherstrasse 1996.62: Taberne 1996.64: Im Rumpel 1996.66: Bauprojekt Züger-Lüscher 1996.67: Husmatt 1996.70: Bauprojekt Bühler 1996.71: Schiffländeweg 1996.73: Remeli 1996.74: Pratteln-Wannen 1996.77: Rheinstrasse 3 Vorabklärungen/Sondierungen (0) 1996.51: Werkhof E. Frey AG 1996.65: Giebenach-Römerbrüggli 1996.72: Obermühle 3 Prospektionen und Lesefunde (7) 1996.68: Prospektionen Insula 35, 36, 41, 42 1996.76: Region 4,D und 4,G 1996.89: Streufunde Augst 3 Konservierungsbegleitungen (3) 1996.55: Theater 1996.63: Grienmatt 1996.75: Schönbühl Total 1996: 28 Grabungen und Baubegleitungen/Vorabklärungen in Augst (Vorjahr: 31) Die Einsatzstellen in Kaiseraugst 1996 3 Notgrabungen (1) 1996.04: Gasthof Löwen, Sekundarschulhaus, 1. Etappe 1996.06: EFH-Projekt Rotzetter-Züger, Kastellstrasse 1996.08: Anbau EFH Hungerbühler, Friedhofstrasse 10 Baubegleitungen (8) 1996.01: Umbau EFH Oberer, Auf der Wacht 1996.02: Jakobli-Haus, Dorfstrasse 1996.05: EFH Füchter, Ziegelhofweg 1996.07: EFH Steiger, Rinau 1996.09: Garage Waltert, Bireten 1996.10: Carport Wisler AG, Auf der Schanz 1996.11: Überbauung Junkholz Logis-Suisse 1996.13: Lagerhalle Real-Technik/Rotzinger AG 1996.14: Garage Schmid-Tremel, Bireten 1996.15: EFH Hammermüller, Rinau 4 Vorabklärungen/Sondierungen (4) 1996.03: ARGE Alex Bolinger, Allmendgasse 1996.12: EG Meinenberg-Künzli, Friedhofstrasse 1996.16: Anbau EFH Paul Künzli-Walser, Bahnweg 1996.18: EFH Obrist-Leuppi, Guggeregge 0 Prospektionen und Lesefunde (0) (1996 keine) 1 Konservierungsbegleitungen (1) 1996.19: Sanierung Rheinthermen Total: 18 Grabungen und Baubegleitungen/ Vorabklärungen in Kaiseraugst (13) 1996 wurden insgesamt 19 291 Funde (16 062) der Grabungsjahre 1994-1996 inventarisiert. In der Kaiseraugster Fundabteilung konnte mit der Inventarisierung des grossen, noch nicht erfassten Fundbestandes der Ausgrabungen im Gräberfeld "Im Sager" (Grabung 1991.02) begonnen werden. In Augst wurde eine grössere Anzahl von Funden, vor allem Bodenproben vom Grabmonument beim Osttor (Grabung 1966.56) aus dem Nachlass von Prof. E. Schmid, nachinventarisiert. Von den inventarisierten Funden stammen 9504 (3264) aus Augst und 9787 (12 798) aus Kaiseraugst. Damit ist der Gesamtbestand des 1957 gegründeten Römermuseums Augst auf insgesamt 947 941 inventarisierte römische Funde angewachsen (ohne Tierknochen). Die Fundinventare der Grabungsjahre 1982-1985 sind ebenfalls im Computer nacherfasst und die Gesamtinventare verschiedener Fundgattungen kontrolliert und bereinigt worden. 90% (69%) des Gesamtbestandes sind heute mit 854 678 Nummern (641 587) elektronisch gespeichert und von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab Netz abrufbar. Römermuseum Im Gegensatz zur Mehrzahl der Museen in Europa konnte die Römerstadt Augusta Raurica ihre Besucherzahlen in den letzten Jahren halten und sogar einen kleinen Zuwachs verzeichnen: Das Römermuseum wurde von insgesamt 62 636 Personen (60 417) besucht. Davon waren 37 380 (35 780) Schüler aus 1614 (1898) Klassen. Seit der Eröffnung des Römerhauses am 9.4.1955 haben somit bis zum Ende des Berichtsjahres 2 188 883 Personen das Römermuseum Augst besichtigt. Der Erlös aus dem Billetverkauf betrug Fr. 169 874.- (170 465.-). Seit dem 1. April akzeptiert das Museum verschiedene Kreditkarten. Diese zusätzliche Dienstleistung am Kunden wird rege genutzt. Etwa 5% des Umsatzes wird so bezahlt. Trotz Rezession und andernorts rückläufiger Besucher- und Verkaufszahlen konnte die Römerstadt Augusta Raurica in einer Reihe von Jahren ihre Umsatzzahlen im Verkauf dank gezielter Marketinganstrengungen und einem attraktiven Angebot Schritt für Schritt steigern, so auch 1996: Literatur, Postkarten und Diaserien wurden für Fr. 222 286.- (194 160.-) verkauft. Davon erzielte der Kassenverkauf Fr. 90 282.- (83 817.-), der Verkauf des Jahresberichtes an die Stiftung Pro Augusta Raurica Fr. 14 000.- (14 000.-), der hausinterne Bücher-Postversand mit 227 (416) versandten Rechnungen Fr. 32 878.- (44 061.-) und der externe Vertrieb durch die von uns beauftragte Buchvertriebsorganisation Fr. 85 125.- (52 282.-). Die Faksimilia - Kopien römischer Fundgegenstände aus Augusta Raurica - erzielten einen Umsatz von Fr. 72 530.- (75 526.-). Der vom Römermuseum Augst erwirtschaftete Gesamtumsatz betrug Fr. 464 691.- (440 151.-). Im Römermuseum wurden in der Neufundvitrine beim Museumseingang drei kleine Ausstellungen zu den Themen "Römische Schliffgläser", "Bukolisches Picknick" und "Zirkusbecher" präsentiert. Im Frühling wurden verschiedene externe Vitrinen in den Schutzhäusern neu eingerichtet: das Schutzhaus "Schmidmatt" mit einem Teil des reichen Fundmaterials aus dem Gebäudekomplex, die Vitrine in den Kaiseraugster Rheinthermen mit Objekten zum Thema "Badewesen", diejenige im Baptisterium zu den Themen "Frühes Christentum und Taufe". Neu gestaltet wurde die Ausstellung im sanierten Schutzhaus über der Ziegelei Liebrüti sowie der kleine Ausstellungsraum im Forumsschopf, wo jetzt Funde zum Thema "Made in Augusta Raurica" zu sehen sind. Zur Orientierung wurden 46 neue, zweisprachige Metalltafeln erarbeitet und an all diesen Orten installiert. Im Foyer des Verpackungsbetriebes der Firma F. Hoffmann-La Roche AG in Kaiseraugst ist eine Vitrine temporär mit Fundgegenständen aus dem Gräberfeld "Im Sager" ausgestattet worden. In einer Vitrine im Restaurant Liebrüti werden Kopien von Augster und Kaiseraugster Funden präsentiert. Weitere Fundobjekte konnten in der Autobahnraststätte Pratteln, Schmuck und andere Kleinfunde in der Firma Benedetti in Basel gezeigt werden. Während eines Monats konnten in zwei Vitrinen der Schweizerischen Kreditanstalt am Aeschengraben in Basel die Entstehung des Comics "Prisca und Silvanus" vorgestellt werden; zum selben Thema war eine grössere Ausstellung im Comix-Shop beim Basler Theater zu sehen, die am 9.8. im Beisein des Vorstehers der Erziehungs- und Kulturdirektion eröffnet wurde. Die zu Studienzwecken für interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und externe Interessierte eingerichtete Keramiksammlung des Römermuseums wurde mit charakteristischen Amphorenscherben aus dem von St. Martin-Kilcher publizierten Material erweitert. Anlässlich der Verlängerung und Wanderschaft der "Culinaria Romana"-Ausstellung des Vindonissa-Museums und der "Erare humanum est"-Ausstellung des Schweizerischen Landesmuseums wurden weiterhin Funde aus Augst und Kaiseraugst, vor allem Bronzeobjekte und Küchengeräte, in Wels (A) und Augsburg (D) und in Lausanne-Vidy gezeigt. Mittelalterliche Ofenkacheln aus Kaiseraugst wurden in der Ausstellung "Hafner, Töpfer, Ziegelbrenner" im Museum Schiff in Laufenburg präsentiert, römische Bodenplatten, Tonröhren und Ziegel im Kantonsmuseum in Liestal anlässlich der Ausstellung "Das Ziegler-Handwerk in der Schweiz". Der grosse Löwenschlüssel vom Schönbühl war in der Ausstellung "Oltre la porta. Serrature, chiavi e forzieri dalla preistoria all’eta moderna" im Castello del Buonconsiglio in Trento (I) zu sehen. Terrakottastatuetten wurden in der Ausstellung "Menschen, Götter, Berge. Das römische Heiligtum von Thun-Allmendingen" im Historischen Museum in Bern und im Musée Schwab in Biel gezeigt, Münzen aus Augusta Raurica in der Ausstellung "Bronze et or - visages de Marc Aurele" im Musée d’Art et d’Histoire in Genf und im Musée Romain in Avenches. Fundkonservierung und Kopienherstellung Hauptschwerpunkt der Arbeiten war neben der Konservierung der Neufunde und der Münzen die Restaurierung von Objekten für die Ausstellung "Out of Rome", die Konservierung von Möbelbeschlägen für ein Forschungsprojekt und die Aufarbeitung der Funde der Grabung "Kaiseraugst-Tellenbach". In den Werkstätten wurden 1438 Funde (1170) restauriert:
Daneben wurden zahlreiche Kopien und Abgüsse von Fundobjekten für Ausstellungszwecke und für den Verkauf an der Museumskasse angefertigt. Denkmalpflege und Ruinenkonservierung In Anbetracht des teilweise schlechten Erhaltungszustandes der zahlreichen römischen Denkmäler und Ruinen in Augst und Kaiseraugst wurden an fast allen Anlagen Sanierungsarbeiten geleistet oder vorbereitet. Besonders erwähnenswert sind: – Beginn der 2. und letzten Etappe der Gesamtsanierung des Theaters mit der Installierung des Bauplatzes und ersten Sicherungsarbeiten am statisch wichtigen Bereich der Nordostecke. – Provisorische Instandstellung der stark begangenen und deshalb besonders gefährdeten Tempelanlage auf dem Schönbühl. – Sicherungsarbeiten und Erneuern der Besucherwege bei der Tempelanlage Grienmatt. – Vorbereiten eines Konzeptes zur Überdachung der Curia. – Schutzbausanierung bei der römischen Ziegelei in der Liebrüti (durch die Wohlfahrtsstiftung F. Hoffmann-La Roche AG und den Kanton Aargau). Eröffnung am 25.11. im Beisein des Aargauischen Erziehungsdirektors, Regierungsrat P. Wertli. – Letzte Etappe der Verputz- und Mauersicherung in den Rheinthermen Kaiseraugst. – Mauerkonservierung im Aussenbereich des Gewerbehauses Schmidmatt. Eine dreisprachige Ton-Poster-Schau zum Thema " Tierkämpfe und Gladiatorenspiele" wurde konzipiert und im "Carcer" des Amphitheaters installiert. Sie ist jederzeit abrufbar. |
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