Umnutzung Ausbildungszentrum Kriegackerstrasse (vormals SAZM)

Landrat / Parlament - Vorlage (Fortsetzung)


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3. Begründung

3.1 Einbindung in Gesamtplanung


Die Bau- und Umweltschutzdirektion und die Erziehungs- und Kulturdirektion haben kürzlich einen Bericht verabschiedet, der über den Raumbedarf der Gymnasien und Diplommittelschulen und der Berufsschulen bis ins Jahr 2004 Aufschluss gibt.


In diesem Bericht werden folgende Gründe für den zunehmenden Raumbedarf an den weiterführenden Schulen genannt:


- den aus dem Wechsel des Schuljahresbeginns vom Frühjahr auf den Spätsommer resultierende Schülerberg, der jetzt die Schulen der Sekundarstufe II erreicht;


- den anhaltenden Trend zu den Vollzeitschulen, der auch durch den Wegfall anspruchsvoller Lehrstellen bedingt ist;


- die neuen Angebote im 10. Schuljahr,


- die neuen Lehrmethoden.


Die beiden Direktionen bekräftigen sodann die Absicht, Reformvorhaben im Bildungsbereich künftig an die Bedingung zu knüpfen, diese innerhalb der vorhandenen Schulbauten zu verwirklichen.


Unter dieser Prämisse und unter Berücksichtigung einer allfälligen Verkürzung der Gymna-sialdauer kommen sie zum Schluss, dass bis ins Jahr 2004 - neben den vorgeschlagenen Anpassungen in dieser Vorlage - noch folgende bauliche Massnahmen an den weiterführenden Schulen zu verwirklichen sind:


- Gymnasium Münchenstein:
Aufstockung des Pavillons auf das Schuljahr 1999/2000


Einem Ausbau der Bibliothek hat der Landrat am 26. Juni 1997 bereits zugestimmt. Dieser Beschluss wurde durch die Landeskanzlei am 29. August 1997 als rechtskräftig erklärt.


- Gymnasium Oberwil:
Ausbau Bibliothek und Schülerarbeitsplätze im Jahre 2002


- Gymnasium Muttenz:
Um- und Ausbau der Raumreserven mit 7 Klassenzimmern und Nebenräumen im ehemaligen Personalrestaurant des SAZM im Jahre 2003


- KV Reinach:
Sofortige Beschaffung von 5 Klassenzimmern




3.2 Heutige Situation


In den Abschnitten 3.1 bis 3.4 der Landratsvorlage vom 20. August 1996 für den Erwerb des Sandoz Ausbildungszentrums (SAZM) wurde die Ausgangssituation, welche als Begründung zum Kauf des SAZM führte, erläutert. In den einzelnen Abschnitten wurden nutzerspezifisch die Probleme und Mängel der zum Transfer in das ehemalige SAZM vorgeschlagenen Nutzereinheiten dargestellt.


Im Bericht der Bau- und Planungskommission vom 29. September 1996 an den Landrat wurde der Erwerb des SAZM als notwendig und gerechtfertigt betrachtet.


Mit Beschluss vom 17. Oktober 1996 stimmte der Landrat dem Kauf zu, am 20. Dezember 1996 wurde dieser Beschluss rechtskräftig, und mit Datum 1. Januar 1997 wurde das Kaufrecht ausgeübt und die Liegenschaft durch den Kanton Basel-Landschaft erworben.


Die Novartis Services AG hat gemäss Vereinbarung im Kaufvertrag ein Restnutzungsrecht bis 30. Juni 1998 an allen Räumen, die nicht bereits durch den Kanton für seine dringendsten Bedürfnisse belegt werden.


Seit Sommer 1996 belegt die DMS 2 bereits 8 Räume im ehemaligen SAZM, gegenwärtig, seit Sommer 97 sind es insgesamt 12 Räume. Ebenfalls die Hälfte des Sportflächenangebotes in den Untergeschossen wird seit Jahren durch die kantonalen Schulen des Kriegackerareals belegt.




3.3 Künftige Situation und Ziele


3.3.1 Diplommittelschule 2 (DMS 2)


Beim ursprünglichen Neubauprojekt für die DMS 2 wurde noch von einem Raumbedarf für
12 - 13 Klassen ausgegangen. Inzwischen werden in der DMS 2 insgesamt 16 Klassen unterrichtet.


Nicht zuletzt deshalb sind im Umnutzungskonzept gegenüber der Neubaulösung aus dem Jahre 1995 zwei zusätzliche Klassenzimmer vorgesehen.


Andererseits können die 3 zugewiesenen Grosslabors für den naturwissenschaftlichen Unterricht so eingerichtet werden, dass auf Spezialräume für Biologie, Chemie und Physik verzichtet werden kann.


Da das SAZM weder über Zeichen- noch Werkräume verfügt, und die von der DMS 2 am Gymnasium Muttenz mitbenutzten Räume ausgelastet sind, ist ein diesbezüglicher Ausbau dringend nötig. Die gleiche Situation besteht im Bereich der Hauswirtschaft. Die für das Fach Zeichnen und Gestalten neu ausgebauten Räumlichkeiten werden wie das Musikzimmer vom Gymnasium mitbenutzt, wobei die DMS 2 Hauptnutzerin ist.


Wünschenswert wäre eine weitgehende Entflechtung von DMS 2 und Gymnasium, was durch einen Nutzungstausch der Geschossflächen im 2. und 4. Stockwerk möglich wäre (siehe Abschnitt 4.3).




3.3.2 Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung


Die Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung Baselland (LFBL) erbringt Dienstleistungen für Lehrerinnen und Lehrer und Behörden. Um die jährlich etwa 420 Veranstaltungen und Kurse für die rund 4300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterhin durchführen zu können, braucht die LFBL einige Kursräume in ihrer Nähe. Im zugeteilten Raumangebot kann die Administration mit 9 Arbeitsplätzen, einem Sitzungszimmer und zwei Kursräumen untergebracht werden.


Da die LFBL vor allem in der unterrichtsfreien Zeit Kurse durchführt, können verschiedene Räume der DMS auch von der LFBL synergetisch genutzt werden (Aula, Werk-, Zeichnungs- und Hauswirtschaftsräume).


Die dezentrale Durchführung von Kursen wird drastisch reduziert. Dadurch können die gemieteten Räume in Liestal und Pratteln wieder frei gegeben werden.


Das SAZM ist für die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer verkehrsmässig gut erschlossen und liegt im Herzen einer vielfältigen Schulumgebung.




3.3.3 Kantonsmuseum


Die Sammlungen des Kantonsmuseums sind heute an diversen Orten verstreut und alles andere als ideal gelagert. Die technischen und klimatischen Bedingungen in einigen dieser Lager sind schlecht. Die zu hohe oder zu tiefe Luftfeuchtigkeit, der ungenügende Schutz vor Staub, Nässe, Frost etc. gefährden die Sammlungen.


Die in den Untergeschossen des SAZM vorgesehenen Lagerräume ermöglichen die ganze oder teilweise Unterbringung folgender Sammlungen und Materialien:


- Wagen, Maschinen, Apparate und andere volkskundliche Grossgeräte


- Web- und andere Textilmaschinen, Posamentstühle und Zubehör


- Militaria-Sammlung, Textilsammlung


- Posamenterei, Seidenbändersammlung


- Gemäldesammlung


- Botanische Sammlung und Insekten-Sammlung, Entomologie


Mit diesen Umlagerungen könnten drei andere Lager aufgehoben werden. Die Lagerräume im SAZM in Muttenz sind im übrigen sehr gut zugänglich.




3.3.4 Gymnasium Muttenz


Das Gymnasium Muttenz führt im Schuljahr 1997/98 total 40 Klassen. Die Kapazität des Stammgebäudes liegt bei 31 Klassen. Durch eine Reihe von organisatorischen Notmassnahmen können gegenwärtig 34 Klassen unterrichtet werden. Die restlichen 6 Klassen werden in wechselnden Filialzimmern umliegender Schulen (insgesamt an 3 Schulorten) unterrichtet.


Gegenüber dem Nutzungskonzept der Erwerbsvorlage vom 20. August 1996 wurde das Raumprogramm für das Gymnasium gestrafft. Es umfasst jetzt noch 7 Klassenzimmer, 2 naturwissenschaftliche Fachräume und 2 Labors (Mitnutzung durch die GIBM). Der übrige Bedarf an Spezialräumen wird über Mitnutzungen in Räumen der DMS 2 abgedeckt.


Gemäss der in der Landratsvorlage über die Verkürzung der Gymnasialdauer enthaltenen Prognose wird die Klassenzahl der Gymnasien in Muttenz bis ins Schuljahr 2002/03 auf total 49 Klassen ansteigen. Diese Klassenzahl könnte auch mit den zusätzlichen Räumen im SAZM nicht aufgefangen werden. Bei einer allfälligen Verkürzung des Gymnasiums würde sich die Raumsituation ab 2003 allerdings entspannen.




3.3.5 Gewerblich-industrielle Berufsschule Muttenz


Die Gewerblich-industrielle Berufsschule Muttenz (GIBM) führt seit 4 Jahren eine Berufsmaturitätsabteilung. Im Rahmenlehrplan für die Vorbereitung der technischen Berufsmatura sind 120 Lektionen Physik und 80 Lektionen Chemie insgesamt vorgeschrieben.


Weil in der GIBM entsprechende Räume und Einrichtungen fehlen, sind wir auf die Infrastruktur im ehemaligen SAZM zwingend angewiesen. Dies gilt auch für projektartiges Arbeiten in naturwissenschaftlichen Fächern.


Die GIBM kann zu diesen Zwecken im Erdgeschoss einen naturwissenschaftlichen Fachraum und ein Labor des Gymnasiums mitbenutzen.




3.3.6 Fachhochschule beider Basel


Die Regierungen beider Basel haben wiederholt darauf hingewiesen, dass zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes eine moderne Aus- und Weiterbildung von Fachkräften gehört. Neu werden an der Fachhochschule beider Basel (FHBB) auch potentielle Jungunternehmer beraten und durch kostengünstige Nutzungsmöglichkeiten von Infrastruktur unterstützt. Mit der Möglichkeit der Uebernahme von zwei grösseren Laboreinheiten im ehemaligen SAZM kann in der Chemieabteilung und im Institut für Umwelt (NDS-U) der von den Fachhochschulen erwartete verstärkte Einsatz im angewandten Forschungs- und Entwicklungs- sowie Dienstleistungsbereich erbracht werden.




3.4 Planungsschritte


Unter Berücksichtigung der Vorgaben der Bau- und Planungskommission in deren Bericht an den Landrat zum Erwerb des SAZM, erarbeitete das Hochbauamt im Januar 1997 ein Vorprojekt.


Dies bildete die Grundlage zu einer Ausschreibung auf Einladung für die Vergabe des Architekten- und Fachplanermandates.


In Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern und Hochbauamt erarbeiteten der Architekt und die Fachplaner ein Umnutzungs- und Anpassungsprojekt mit Kostenberechnung.




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