Umnutzung Ausbildungszentrum Kriegackerstrasse (vormals SAZM)

Landrat / Parlament - Vorlage (Fortsetzung)


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4. Die gewählte Lösung

4.1 Nutzungs- und Anpassungskonzept


Das in der Erwerbsvorlage vom 20. August 1996 umschriebene Nutzungskonzept hatte die Qualität eines Vorprojektes mit Kostenschätzung. Dieses zeigte auf, dass mit wenigen aber gezielten Anpassungs- und Umbaumassnahmen vorallem der notwendige Raum zum Abdecken des mittel- bis langfristigen Bedarfs der DMS 2 und des Gymnasiums Muttenz zur Verfügung gestellt werden kann.


Das zentrale Element dieses Vorprojektes der Erwerbsvorlage war, ein optimiertes Nutzungskonzept zu finden, das dem Gymnasium Muttenz in einem hohen Mass Klassenraum zur Verfügung stellt, um nicht nur dessen ausgewiesenen Raumbedarf sicherzustellen, sondern ebenfalls den in den nächsten Jahren sich abzeichnende Kapazitätsüberhang des Gymnasiums Liestal nach Muttenz verschieben zu können.


Gemäss Bericht der Bau- und Planungskommission an den Landrat vom 23. September 1996 sollen jedoch nur minimale bauliche Anpassungen vorgenommen werden.


Weil das erworbene Objekt über eine ausgezeichnete schulische Infrastruktur verfügt und gut unterhalten worden ist, soll sich das vorzuschlagende Nutzungskonzept für die Bedürfnisse des Kantons, weitergehend nach dem bestehenden Labor-, Schul- und Büroraum im heutigen Zustand richten.




4.2 Aenderungen der Anpassungen gegenüber Vorschlag Erwerbsvorlage


4.2.1 Nutzungskonzept


Als Grundlage für die Ausarbeitung des vorgeschlagenen Nutzungskonzeptes dienten im wesentlichen folgende Vorgaben:


- Schulungs-, Büros- und Hilfsräume möglichst im heutigen Zustand für die Bedürfnisse des Kantons nutzbar machen.


- Weil Laborräume hochwertige und kostenintensive Fazilitäten darstellen, sollen diese Räume in deren heutigem Zustand belassen werden.


- Wo es unabdingbar ist, ist mit geringstmöglichen baulichen Veränderungen und finanziellen Aufwendungen eine grösstmögliche Nutzung der Räume in deren bestehendem Zustand anzustreben.


- Die Nutzer haben auch unkonventionelle, vom üblichen Standard abweichende Lösungen zu akzeptieren.


Ein nach diesen Grundsätzen entwickeltes Nutzungskonzept führt zu folgenden Aenderungen gegenüber dem vorgestellten Vorprojekt für eine mögliche kantonale Nutzung in der Erwerbsvorlage vom 20. August 1996:


- Kein Eliminieren von Laborraum , hat zur Konsequenz, dass weniger Klassenzimmer angeboten werden können;


- Verzicht auf Zusammenlegen der Hauswirtschaft Gymnasium mit den neu einzurichtenden Hauswirtschaftsräumen für die DMS 2 im ehemaligen SAZM;


- Verzicht auf Einrichten einer zentralen Bibliothek DMS 2 , angestrebt wird eine dezentrale Lösung und die Mitnutzung der Bibliothek im Gymnasium;




- die für eine Nutzung durch die weiterführenden Schulen im Uebermass vorhandenen Laborfazilitäten werden der Fachhochschule beider Basel (FHBB) zur Verfügung gestellt.




4.2.2 Energetische und haustechnische Anpassungen


Wie bereits in der Erwerbsvorlage ausgeführt, ist das Ausbildungszentrum am Wärmeverbund der Ingenieurschule angeschlossen. Die entsprechenden Anlagen befinden sich in einem guten Zustand.


Bedingt durch die bisherige Nutzung der Liegenschaft erfolgte die Beheizung der Räume vorwiegend über Lüftungsanlagen mit zum Teil hohen Luftwechselzahlen.


Dieses System bewirkt einen hohen Elektrizitätsverbrauch (Energiekennzahl Elektro
E e = ca. 300 MJ/m 2 a, übliche Werte für derartigeGebäude ca. 150 MJ/m 2 a).


Die in der Erwerbsvorlage aufgeführten Kosten von 1,5 Millionen Franken haben neben einer allgemeinen Reduktion der Luftmengen auch eine Einzelraumregulierung sowie die Sanierung der Wärmerückgewinnung (WRG) beinhaltet.


Das nun überarbeitete Projekt verzichtet auf die Einzelraumregulierung. Die Sanierung der WRG soll 1998/99 unabhängig durchgeführt werden (Investitionszulage des Bundes) und ist nicht Gegenstand dieser Vorlage.


Im weiteren waren in der Erwerbsvorlage die Brandschutzmassnahmen aufgrund eines fertig vorgelegenen Projektes der Sandoz mit rund 0,5 Millionen Franken enthalten.


Die heute vorgeschlagenen Brandschutzmassnahmen mit Kosten von Fr. 90'000.-- basieren auf einem der zukünftigen Nutzung und den Auflagen der Gebäudeversicherung entsprechenden Konzept.




4.3 Variante


Die beiden Schulleitungen, DMS 2 und Gymnasium, sind der Ansicht, organisatorisch zweckmässiger und pädagogisch für den Schulbetrieb erleichternd sei ein gegenseitiger Tausch der Obergeschosse 2 und 4 in Bezug auf die Belegung im Schulgebäude.


Eine weitere Entflechtung der beiden Schulen würde einen reibungsfreieren Schulbetrieb gestatten, da die Zuständigkeit für die einzelnen Geschosse (Hausordnung ) besser abgegrenzt werden kann.




Die Vorteile dieser Lösung für die Nutzer sind:


- Die Nutzereinheiten sind in den Obergeschossen kompakter organisiert,


- dem Gymnasium stehen zwei Klassenzimmer zusätzlich zur Verfügung,


- die DMS 2 erhält zusätzlich ein Klassenzimmer.




Die Nachteile sind:


- Es müssen zwei Doppellaborräume mit den zugehörigen Laborhilfsräumen eliminiert werden,


- zusätzliche Investitionskosten von Fr. 270'000.--




Die Erziehungs- und Kulturdirektion wie auch die Bau- und Umweltschutzdirektion betrachten diese Variante nicht als zwingend.


Mit dieser Lösung würde vom Grundsatz abgewichen, dass sich die Nutzung an der vorhandenen Bau- und Raumstruktur zu orientieren hat und nicht an einem neu strukturierten und optimierten Raumkonzept.




4.4 Zwischennutzung und Ausbaureserve


Ein erheblicher Teil der Fläche des ehemaligen Personalrestaurants des SAZM soll freigehalten werden für eine Zwischennutzung, um kurzfristige kantonale Raumbedürfnisse ohne Einbauten lösen zu können. Gegenwärtig erkennbare Zwischennutzungen sind: Provisorium für die FHBB zum Ueberbrücken des Mangels an Nutzflächen für Lehre und angwandte Forschung bis erste Ausbauschritte erfolgen, temporäre kulturelle Veranstaltungen.


Unter Berücksichtigung des miterworbenen Teils des Erdgeschosses des Lehrlingsheims (Bau 683) kann die ganze Fläche des Personalrestaurants zum Abdecken des mittel- bis langfristigen Bedarfs des Gymnasiums Muttenz verwendet werden.


Auf dieser Erdgeschossfläche des Zwischentraktes (Bau 682) ist es möglich, bis zu 7 Klassenzimmer inkl. Material- und Nebenräume anzuordnen.




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