Subventionierung Kunstverein BL/Kunsthalle Palazzo
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1997-257 vom 9. Dezember 1997
Verpflichtungskredite zur Subventionierung des Kunstvereins Baselland und der Kunsthalle Palazzo für die Jahre 1998-2001
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
6. Kurzporträt und Perspektiven Kunstverein Baselland (Anhang 3)
- öffentlicher Verein mit über 1000 Mitgliedern, Mitglied des Schweizerischen Kunstvereins; tätig seit 1944; Domizil: Muttenz
Ausstellungsorte: Kunsthaus Baselland, St. Jakobsstr. 170, 4132 Muttenz mit ca. 1'500m2 Ausstellungsfläche;
Schloss Ebenrain in Sissach, Untere Fabrik sissach, Spenglerareal in Münchestein
Ausstellungen: 4-6 pro Jahr
Zielbestimmungen/Tätigkeit:
Der Kunstverein Baselland bezweckt die Förderung der Bildenden Kunst und des Kunstverständnisses. Er sucht diesen Zweck namentlich mit Ausstellungen von besonderer künstlerischer Qualität, mit Führungen und Vorträgen zu erreichen.
Die Aktivitäten des Kunstvereins Baselland beschränken sich indessen nicht nur auf die Durchführung von Ausstellungen, sondern leisten einen ganz entscheidenden und für die Bildende Kunst im Baselbiet exklusiven Beitrag. Zum Ausdruck kam dies bisher immer an der alle zwei Jahre stattfindenden "Kantonale" - eine Plattformausstellung - welche das aktuelle Kunstschaffen in der Region auf eindrückliche Weise repräsentiert. Diesem Anspruch will der Kunstverein Baselland in seinem neuen Domizil in Muttenz weiterhin gerecht werden. Damit vermittelt der Kunstverein Baselland als einzige Institution im Baselbiet manchen Kunstschaffenden die Chance, sich dem Urteil einer kritischen Oeffentlichkeit zu stellen, und ermöglicht ihnen somit quasi einen möglichen Zugang zum Markt.
Im neuen Domizil wird der Kunstverein dank des grossen Raumangebots und im Rahmen eines ganzjährigen Betriebs ganz andere Akzente als bisher setzen können.
Partnerschaft mit dem Kanton Basel-Landschaft seit 1963;
Seit 1988 namhafte projektorientierte Beiträge aus dem Lotteriefonds:
1988 Fr. 60'000.-- / 1990 Fr. 100'000.-- / 1991 Fr. 95'000.--
1992-94 je Fr. 150'000.--
1995-97 je Fr. 160'000.--
aktuelles Jahresbudget Fr. 520'000.--
7. Kurzporträt und Perspektiven Kunsthalle Palazzo (Anhang 4)
- einfache Gesellschaft mit 2 Gesellschaftern; seit 1990 tätig als Nachfolgerin der Kunstgalerie Palazzo, die seit 1979 regelmässig Ausstellungen im nichtkommerziellen Bereich veranstaltet hat; Domizil: Liestal
Ausstellungsort:
Kunsthalle im Kulturhaus Palazzo in Liestal (2. Stock) mit 4 Räumlichkeiten und einer Ausstellungsfläche von ca. 250m2.
Ausstellungen: 4-5 pro Jahr
Zielbestimmungen/Tätigkeit:
Das Kuratorium in der Kunsthalle Palazzo will dem Publikum die Möglichkeit bieten, sich mit den verschiedensten Formen des zeitgenössischen schweizerischen Kunstschaffens auseinanderzusetzen. Die seit 1997 tätige Kuratorin Esther Jungo leitet die Kunsthalle Palazzo in Liestal auf der Basis eines offenen Dialogs mit namhaften und hoffnungsvollen Repräsentanten/innen der Schweizer Kunstszene. 4 Ausstellungen pro Jahr ermöglichen Einblicke in Tendenzen und Entwicklungen; zum Teil auch in thematische Zusammenhänge. Die Kunsthalle Palazzo, die auch mit Gastkuratoren/innen zusammenarbeitet, wird in ihrem Konzept und dessen Realisierung in der Presse bestätigt. In der Schweizer Kunstszene gilt die Kunsthalle Palazzo als Massstab, was auch vom Bundesamt für Kultur (EDI) mit einer Subvention von Fr. 15'000.-- p.a. honoriert wird.
Zum Programm gehören prioritär thematische Ausstellungen mit Werken von Kunstschaffenden der Schweiz und aus dem Ausland, die in Ergänzung oder im Kontrast zueinander stehen. Mit ihrem etwas anders als bisher ausgelegten Programm knüpft die Kunsthalle Palazzo an die erfolgreiche Tradition der zeitgenössischen Kunstvermittlung an.
Unterstützung durch den Kanton seit 1990 durch Beiträge aus dem Lotteriefonds für den Umbau (Darlehen) der Räume und an erste Ausstellungsprojekte:
1990 Fr. 20'000.-- / 1991 Fr. 72'000.--
1992-94 Fr. 138'000.--
1995-97 Fr. 150'000.--
aktuelles Jahresbudget ca. Fr. 270'000.--
Es sei an dieser Stelle noch einmal auf die Argumentation der Vorlage aus dem Jahre 1995 erinnert, deren Gültigkeit für den Regierungsrat nach vor gegeben ist:
Die Subventionierung der Kunstveranstalter in Liestal und Muttenz entspricht den in den "Perspektiven zur zeitgenössischen Kunst- und Kulturförderung 1995-2000" aufgezeigten Prioritäten:
1. Für die kontinuierliche Präsentation und Vermittlung von zeitgenössischem, professionellem Kunstschaffen aus dem Baselbiet und der Region Basel braucht es Veranstalter, die in der Lage sind, zeitgemässe Ausstellungen in zeitgerechter Form und Qualität anzubieten.
2. Die wichtigen Ausstellungsveranstalter brauchen für ihre öffentlichen, repräsenativen Ausstellungen im Baselbiet kontinuierliche Unterstützung.
3. Der Raumfrage ist bei der Kunstvermittlung grosse Priorität zuzuordnen.
4. Wie alle anderen kleineren Kantone sollte der Kanton Basel-Landschaft im Rahmen seiner aktuellen Möglichkeiten, mit den bestehenden Veranstaltern im Baselbiet zusammenarbeiten und deren Kontinuität sichern und fördern.
Beide Institutionen ergänzen das regionale Angebot im Bereich der Kunstvermitllung auf sinnvolle Weise; der Kunstverein Baselland mit seinem neuen Haus in Muttenz auch im Geiste des Kulturvertrags! Damit erfüllt der Kanton Basel-Landschaft - obwohl er kein eigenes Kunsthaus oder -museum besitzt - seinen kulturpolitischen Auftrag im Sinne der "Perspektiven 1995-2000".
Gestützt auf die vorangehenden Ausführungen beantragen wir Ihnen, gemäss beiliegendem Entwurf zu beschliessen.
Liestal, 9. Dezember 1997
Im Namen des Regierungsrates
der Präsident: Schmid
der Landschreiber: Mundschin