1997-267

Landrat / Parlament


Postulat: Verzicht auf 3. Tunnelröhre im Belchentunnel



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Autor: Emil Schilt, SP

Eingereicht: 11. Dezember 1997


Nr.: 1997-267





Mit

- der Eröffnung der N3 Bözberg


- dem Bau der Umfahrung Sissach


- der Umfahrung Grellingen


- dem Bau der J2 im Ergolztal


- der Schaffung einer Zone für 40 Tonnen Lkw


- der Fertigstellung der Nordtangente in Basel




wurde und wird in unserer Region mit massiven Mitteln der Öffentlichen Hand der Strassenverkehr unterstützt. Die Folge ist, dass mit dem System Schiene die Marktanteile nur knapp gehalten werden können. Einzig der Regionalverkehr zeigt mit der laufenden Zersiedlung noch eine Verkehrszunahme, jedoch bei gleichzeitigem Verlust von Marktanteilen.


Dem Vernehmen nach soll nun auch noch eine 3. Autobahnröhre am Belchentunnel gebaut werden.


Wenn das ständige Postulieren der Verlagerung des Schwertransportes auf die Schiene bei den Politikern nicht bloss ein Lippenbekenntnis sein soll, ist in unserm Kanton nun Handlungsbedarf angezeigt. Das für einen Ausbau des Belchentunnels vorgesehene Geld muss anderweitig verwendet werden.


Im ursprünglichen Konzept Bahn 2000 war ein Juradurchstich "Wiesenberg" vorgesehen, welcher den Raum Liestal-Aarau-Olten verbindet, der leider bei der 1. Bauetappe aus dem Bauprogramm gekippt wurde.




Die Folge davon ist, dass


- in Basel keine saubere Stundenspinne im Schnellzugsverkehr realisiert werden kann;


- nach Inbetriebnahme des Adlertunnels kaum Platz für den Regionalverkehr besteht und der heute unbefriedigende Zustand mit Überholung in Lausen, Sissach und Gelterkinden sich kaum verändern wird. Von einem Angebotsausbau Richtung S-Bahn 1/2 Stunden-Takt ganz zu schweigen. Im Ergolztal müsste schon heute dringend ein 4. Gleis zur Verfügung stehen.


Wir sollten deshalb alles daran setzen, nicht noch mehr Lärm und Umweltbelastung auf der Autobahn durch einen 3. Tunnel auszulösen. Stattdessen sollte das Geld als Kostenbeteiligung und Interessenbeitrag der Kantone Basel-Landschaft und Solothurn für den Bau eines Bahntunnels aus dem Raum Liestal in den Raum Aarau/Olten verwendet werden um damit die heutigen Geleise freizuhalten für den Schnellzugs-, Regional- und lokalen Güterverkehr. Gleichzeitig wird der internationale Personen- und Güterschienenverkehr unter der Erde durchgeführt.


Was nützen uns zwei neue Alpentranversalen am Gotthard und Lötschberg, wenn die Kapazität in der Nordwestschweiz schon heute erschöpft ist.


Ich ersuche deshalb den Regierungsrat, auf den Ausbau einer 3. Tunnelröhre im Belchentunnel zu verzichten und gleichzeitig den Bund zu veranlassen, dem Bau des Wiesenbergtunnels im Sinne meiner Ausführungen erste Priorität einzuräumen, damit die im Abschnitt Basel-Liestal (Euroville und Adlertunnel) erfolgten Investitionen volkswirtschaftlich von der Bahn genutzt werden können.




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