1997-269 (1)

Landrat / Parlament || Bericht vom 2. April 1998 zur Vorlage 1997-269


Bericht der Umweltschutz- und Energiekommission an den Landrat


betreffend Reptilien-Inventar beider Basel: Ergänzung Laufental; Verpflichtungskredit


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





Landratsbeschluss

1.1. Allgemeines

Analog dem in den Jahren 1994 - 96 erhobenen Reptilien-Inventar beider Basel - alter Kantonsteil BL und Basel-Stadt - soll nun ergänzend ein entsprechendes Inventar für das Laufental erstellt werden. Das Ziel dabei ist eine vollständig flächendeckende Kartierung der Reptilienvorkommen im ganzen Kanton Baselland und Basel-Stadt als Entscheidungsgrundlage für allfällige Schutzvorkehrungen.




1.2. Begründung, heutige Situation


Ein Faltblatt, das die Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des AOR verfasst hat, zeigt eindrücklich auf, dass - mit Ausnahme der Blindschleiche - die Reptilien in unserer Region gefährdet sind. Diese Gefährdung hängt vor allem mit der Zerstörung, Zerstückelung oder intensiven Nutzung ihrer Lebensräume zusammen. Immerhin ist es möglich, mit verhältnismässig einfachen Massnahmen die Lebensräume der Reptilien wieder aufzuwerten. Hierfür dient das Reptilien-Inventar als Grundlage. So zeigt es auf, welche Arten wo und in welchem Ausmass bedroht sind und welche Sofortmassnahmen für ihre Erhaltung zu treffen sind. Da alle Arten bundesrechtlich geschützt sind, ist der Kanton zu ihrer uneingeschränkten Erhaltung verpflichtet.




1.3. Was liefert das Reptilien-Inventar?


Auf Verbreitungskarten werden die aktuellen Reptilien-Vorkommen festgehalten. Ihre Lebensräume werden nach Objekttypen kartiert. Zudem werden Gefährdungsgrad und Entwicklungsprognosen abgeschätzt sowie Schutzvorkehrungen, Gestaltungs- und Pflegemassnahmen vorgeschlagen. Für jede Gemeinde wird ein Bericht erstellt; dabei werden auch Meldungen aus der Bevölkerung einbezogen. Alle diese Grundlagen werden in einer Datenbank zusammengefasst und anschliessend ausgewertet.




1.4. Das Laufental


Fast die Hälfte des Laufentals ist mit Wald bedeckt. Die landschaftliche Strukturvielfalt ist gross, der Anteil an Magerwiesen überdurchschnittlich hoch und die verschiedenen Lebensräume stehen vielfach in räumlicher Beziehung zueinander. Deshalb vermuten die Experten reichere Reptilienbestände als im alten Kantonsteil. Dies gilt insbesondere für die gefährdeten Arten.


Das Reptilien-Inventar Laufental ist möglichst bald in Angriff zu nehmen, um einen gesamthaften Überblick über die Situation in der ganzen Region zu erhalten, bevor die schon bestehenden Daten überholt sind. Zudem kann dann die definitive Auswertung des gesamten Datenmaterials zeitparallel erfolgen.




1.5. Vorgehen


Die Ergänzung Laufental soll methodisch analog der Inventarisierung im alten Kantonsteil erfolgen. Um die Kontinuität zu gewährleisten ist vorgesehen, mit der gleichen Projektleitung und den gleichen KartiererInnen zu arbeiten.


Die Kartierung findet im Sommer 1998 und 99 statt, die Auswertung in den folgenden Wintermonaten. Abschluss des Inventars wird Ende 1999 sein.




1.6. Kosten


Die Kosten sind in der Vorlage des Regierungsrats detailliert aufgeführt.


Da pro Flächeineinheit - auf Grund des vermuteten reicheren Artenvorkommens - mit einem erheblichen Mehraufwand für die Feldkartierung zu rechnen ist, werden diese Kosten, gegenüber der früheren Kartierung, mit einem Faktor 1.5 berechnet.


Von den projektierten Kosten von Fr. 230'000.- entfallen somit


für den Kanton Fr. 167'900.-


für den Bund Fr. 62'100.-


Folgekosten können nicht ausgeschlossen werden. Sollten mit den regulären Mitteln des ordentlichen Budgets (z.B. oekologischer Ausgleich, Pflege und Unterhalt von Naturobjekten) entscheidende Massnahmen nicht realisiert werden können, müssten dem Landrat auf dem Budgetweg neue Kredite beantragt werden.




2. Kommissionsberatung


Die Umweltschutz- und Energiekommission hat anlässlich ihrer Sitzung vom 16. Februar 1998 die Vorlage "Reptilien-Inventar im Laufental" beraten. Die Beratungen wurden begleitet von Herrn Klaus Kocher als Vertreter von Regierungsrätin Elsbeth Schneider und von den Herren Paul Imbeck und Niklaus Hufschmid vom AOR, Abteilung Natur- und Landschaftsschutz.


Die Mehrheit der Kommission kann dem Vorschlag der Regierung folgen und teilt deren Auffassung, dass im Sinne einer Gleichberechtigung des Laufentals mit dem übrigen Kantonsteil das Reptilien-Inventar weiterzuführen ist. Alle gestellten Fragen wurden von den Fachleuten befriedigend beantwortet - so etwa,


- dass die frühere Berner Inventarisierung keine ausreichende Grundlage liefert


- dass StudienabgängerInnen bei der Inventarisierung wichtige Erfahrungen sammeln können


- dass Massnahmen, die von den Gemeinden zu treffen sind, einvernehmlich erfolgen müssen


- dass Mindererträge und Mehraufwand zu entschädigen sind.


Befürchtet wird allerdings auch, dass durch das Kartieren Reptilienstandorte bekannt und dadurch Neugierige angezogen würden, welche die scheuen Tiere in ihren Lebensräumen erheblich stören könnten. So würde mit der Kartiererei der Natur mehr geschadet, als wenn man sie sich selbst überlassen würde. Dem wurde entgegengehalten, dass die Reptilienspezialisten diskret arbeiten und Standorte nicht bekanntgeben oder gar markieren würden. Das habe bisher gut geklappt.


Eintreten auf die Vorlage war unbestritten.




Schlussabstimmung


Mit 11 zu 1 Stimme wird dem Punkt 1 des Landratsbeschlusses zugestimmt.


Punkt 2 und 3 sind unbestritten.




Antrag


Mit 11 zu 1 Stimmen beantragt die Umweltschutz- und Energiekommission dem Landrat dem Landratsbeschluss betreffend "Reptilien-Inventar beider Basel: Ergänzung Laufental, Verpflichtungskredit" zuzustimmen.




Allschwil, 2. April 1998




Im Namen der Umweltschutz- und Energiekommission:


Die Präsidentin: Jacqueline Halder





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