Internet-Präsentation des Kantons Basel-Landschaft

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-102 vom 19. Mai 1998


Internet-Präsentation des Kantons Basel-Landschaft
Bericht zum Postulat 97/14; Abschreibung


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





2 Das Pilotprojekt

2.1 Grundsatzbeschluss des Regierungsrates


Mit RRB Nr. 362 vom 13. Februar 1996 erliess der Regierungsrat einen ersten grundsätzlichen Beschluss zum neuen Medium Internet. Die Landeskanzlei, die für die Koordination der Informationstätigkeit der kantonalen Verwaltung verantwortlich ist, wurde u.a. beauftragt, ein Internet-Konzept zu erarbeiten, das den Inhalt, den Umfang sowie die Struktur und Gestaltung der öffentlich zugänglichen Verwaltungsinformationen definiert. Mit diesem Beschluss wurde angestrebt, das Auftreten des Kantons Basel-Landschaft als potentieller Informationsanbieter auf dem Internet rechtzeitig zu koordinieren und zu optimieren.




2.2 Vorbereitung


Die ersten Abklärungen der Landeskanzlei, die zusammen mit dem Amt für Informatik, der Fachgruppe Informatik sowie externen und internen Informations- und EDV-Fachleuten vorgenommen wurden, ergaben, dass der Inhalt und der Umfang der Informationen, die der Kanton auf dem Internet anbieten möchte, für die Struktur und Gestaltung der künftigen Internet-Präsentation von entscheidender Bedeutung sind. Aufgrund dieser Erkenntnis führte die Landeskanzlei eine Umfrage bei den Direktionen durch. Dabei wurde im Detail erhoben, welche Informationen auf dem Internet plaziert werden sollen. Die Umfrage ergab, dass eine grosse Fülle von Informationsangeboten aus der kantonalen Verwaltung vorhanden ist. Dies liess es als angezeigt erscheinen, zuerst in einer Pilotphase mit einer kleinen Auswahl an Informationen auf's Internet zu gehen. In dieser Phase sollten vor allem Erfahrungen mit dem neuen Medium gesammelt, aber auch Erkenntnisse für den späteren definitiven Betrieb der kantonalen Internet-Applikation gewonnen werden.


Gleichzeitig mit der Umfrage der Landeskanzlei wurde unter der Federführung des Amtes für Informatik ein Konzept für die Einführung des Internet in der öffentlichen Verwaltung des Kantons Basel-Landschaft ausgearbeitet. Zusammengefasst wurde dabei für das weitere Vorgehen folgendes festgehalten:


- Wegen der beschränkten personellen Kapazitäten des Amtes für Informatik und der Landeskanzlei und des nicht vorhandenen Knowhow wird die Website (physischer und logischer Ort einer Internet-Applikation) mindestens während der Pilotphase bei einem externen Provider (Vermittler zum Internet) eingerichtet und betrieben.


- Aus den sehr umfangreichen Informationswünschen der Direktionen und der Landeskanzlei muss in der Pilotphase eine sehr beschränkte Auswahl getroffen werden.


- Der Domänenname (Adresse) für die Internet-Applikation des Kantons Basel-Landschaft heisst: "basel-landschaft.ch" mit alias-Bezeichnung "baselland.ch" (1) .


- Der Sicherheit wird oberste Priorität eingeräumt. Einzelheiten sollen in einem detaillierten Sicherheitskonzept geregelt werden. Dieses wird vom Amt für Informatik erarbeitet.


- Der Betrieb und Support der Internet-Applikation wird in einen fachlich-organisatorischen und in einen technischen Teil unterteilt. Die Landeskanzlei (in Zusammenarbeit mit den Direktionen) ist für die Koordination, Organisation und Redaktion der gesamten Applikation verantwortlich. Für den technischen Betrieb und den Support ist mindestens in der Pilotphase der externe Provider verantwortlich. Die AfI-Telematik ist für den Anschluss der Arbeitsstationen via das Kantonsnetz und die Beachtung der notwendigen Sicherheitsstandards verantwortlich.


- Der Zugriff externer Benutzerinnen und Benutzer auf die vom Kanton via Internet zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht eingeschränkt.


- Der Zugriff interner Benutzerinnen und Benutzer auf das globale Internet wird beschränkt (Absprache der jeweiligen Direktionsinformatik mit der Direktion). Für die Pilotphase werden 10 Benutzer ans Internet angeschlossen.


- Unabhängig von der Internet-Applikation wird vom Amt für Informatik der Aufbau eines IntrAnet geprüft. Mit einem IntrAnet können Funktionalitäten des Internet innerhalb der öffentlichen Verwaltung genutzt werden, ohne dass der Weg über das globale Internet benutzt werden muss. (2)


Der Regierungsrat stimmte diesen grundsätzlichen Überlegungen am 1. Oktober 1996 zu und gab damit grünes Licht für den Start einer Internet-Pilotphase.




2.3 Die Konzeption: Struktur der Internet-Präsentation


Nach intensiven Vorarbeiten, an denen neben der Landeskanzlei und dem Staatsarchiv auch das Amt für Informatik und die Fachgruppe Informatik beteiligt waren, erschien der Kanton Basel-Landschaft am 10. Februar 1997 mit der eigenen Homepage (www.baselland.ch) auf dem Internet.


Neben der Überwindung der technischen Probleme galt es auf dem Weg zu dieser Premiere vor allem, eine Struktur zu schaffen, die einerseits logisch aufgebaut war und es andrerseits erlaubte,


- das Angebot jederzeit auszubauen, ohne dass die Struktur verändert werden muss;


- das Transferieren von Dokumenten auf den Webserver möglichst einfach zu gestalten;


- Daten einfach zu verwalten und zu aktualisieren;


- dass sich die Kunden gut zurechtfinden und schnell zu den gewünschten Informationen kommen können ("Links" = Dokumentverknüpfungen).




Der Internet-Auftritt des Kantons Basel-Landschaft baselland.ch wurde deshalb gegliedert nach


1. den drei Gewalten (Legislative, Exekutive, Judikative)


2. Sachgebieten (Direktionen)


3. Archive


4. Internet-relevante Informationen (Volltextsuche, Inhaltsverzeichnis, Infos zur Web-Site, www-Referenzen)


Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass sich diese Strukturierung bewährt und keiner wesentlicher Änderungen bedarf.




2.4 Die "Pages": Gestaltung der einzelnen Internet-Seiten


Bei der Entwicklung der diversen Pages wurde auf eine ansprechende, schlichte Gestaltung geachtet, ohne graphische Spielereien, die zu einer unangenehmen Verlangsamung der Antwortzeiten auf dem Bildschirm führen (mit der laufenden Entwicklung von immer leistungsstärkerer Hardware wird der diesbezügliche Spielraum grösser werden.)


Grosse Bedeutung wurde und wird der Aktualität und der Kundenfreundlichkeit beigemessen. Informationen müssen unbedingt immer dem neusten Stand entsprechen, und sie müssen auf einfache und schnelle Weise abrufbar sein.


Unterhalt, Pflege und Nachführung der Informationen sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die Internetpräsenz. Das Credo von baselland.ch hiess und heisst deshalb: Aktuell, informativ, kundenfreundlich .




2.5 Sicherheit


Da der Sicherheit wie erwähnt von Anfang an oberste Priorität eingeräumt wurde, bereitete die Landeskanzlei die Dokumente für das Internet auf einem PC auf, der an kein Netz angeschlossen ist. Und weil der eigentliche Webserver beim externen Provider steht, konnte ausgeschlossen werden, dass Unbefugte (sog. Hacker) in Datensammlungen des Kantons eindringen konnten. Dieses System hat sich bewährt.




2.6 Kosten


Für die Beratung, das Erstellen der Website und den technischen Aufwand wurden vom externen Provider insgesamt Fr. 14'700.- in Rechnung gestellt; das graphische Design kostete Fr. 2'400.-.


Die übrigen sehr umfangreichen Arbeiten wurden mit der vorhandenen PC-Infrastruktur und ohne Personalaufstockung geleistet.




2.7 Ergebnis


Nach einer dreimonatigen Pilotphase nahm der Regierungsrat am 22. April 1997 von einem Erfahrungsbericht der Landeskanzlei Kenntnis und beschloss im Sinne von Richtlinien das nachfolgende definitive Betriebskonzept für die Internet-Präsentation des Kantons Basel-Landschaft.



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Fussnoten:


1 Heute kann der Zugriff auf baselland.ch über "www.baselland.ch", "www.basel-landschaft.ch" und "www.bl.ch" erfolgen.


2 Auf dem IntrAnet bieten die Direktionen nichtöffentliche Informationen an; da baselland.ch auch auf den IntrAnet-Server kopiert ist, können die öffentlichen Informationen verwaltungsweit eingesehen werden, ohne dass dabei die internetüblichen Kosten (Telefon, Provider) anfallen.