1998-120 (1)
Landrat / Parlament || Bericht vom 9. November 1998 zur Vorlage 1998-120
Bericht der Erziehungs- und Kulturkommission an den Landrat
Globaler Beitrag an die Betriebskosten der Fachhochschule beider Basel (FHBB) für das Jahr 1999
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
Vorgeschichte
Am 10. April 1997 hat der Landrat den Fachhochschulvertrag genehmigt, zu einer Zeit, als der Umfang der finanziellen Unterstützung vom Bund noch nicht zugesichert war. Inzwischen sind alle angebotenen Studiengänge vom Bund anerkannt (mind. bis 2003!) und eine Bundessubvention von Fr. 7,6 Mio. zugesagt worden.
Aus der Fusion der IBB mit der Basler HWV hat sich nun eine Fachhochschule mit vier Departementen entwickelt: Die drei Lehrdepartemente «Industrie», «Bau» und «Wirtschaft» und das Departement der Verwaltung «Finanzen + Administration».
Das Kantonsbudget 1999 enthält erstmals den Global-Beitrag für die Fachhochschule Beider Basel, weshalb zur Orientierung des Landrates hierzu eine extra Vorlage zusammengestellt wurde. Künftig wird der Betrag "nur" noch im Budget enthalten sein, wie dies bereits dieses Jahr im Kanton Basel-Stadt durchgeführt wird.
Kommissionsberatung:
Die Erziehungs- und Kulturkommission konnte sich an ihrer Sitzung vom 21. September 1998 im Beisein von Regierungsrat Peter Schmid von FHBB-Direktor Prof. Hansjörg Wirz über die derzeitige Situation der Fachhochschule orientieren.
Details zu Fragen der Kommissionsmitglieder
Die Schule für Gestaltung soll nach dem Willen des Bundes und der Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt zur FHBB kommen, wenn auch noch nicht klar ist, in welcher Form dies geschehen wird. Nach der Verzögerung des Entscheides des Bundesrates wird die Integration nicht vor 2000 realisiert werden können.
Bei den Bereichen Musik, Pädagogik und Soziales handelt es sich um kantonale Fachhochschulen, die sich nach den Profilen der Erziehungsdirektorenkonferenz, einer freiwilligen Einigung über eine gewisse Grundausstattung einer Ausbildung, auszurichten haben.
Die beiden Basler Regierungen haben inzwischen entschieden, die Pädagogische Hochschule gemeinsam, aber losgelöst von der FHBB zu führen. Dann könnte der Sozialbereich dieser Pädagogischen Hochschule angegliedert werden. Hingegen soll die Musikakademie eine eigenständige Schule bleiben.
Die Fachhochschule für Gesundheit kommt nach Aarau, wobei der Zugang für Studierende aus BS und BL gesichert ist.
Eine Folge des vom Bund anerkannten Kooperationsmodells ist die Absprache mit Brugg-Windisch, dass die FHBB 5, Brugg-Windisch 4 von insgesamt 9 Vertiefungsrichtungen des Studienganges Maschinenbau anbieten. Ähnliches konnte in der Abteilung Bauingenieur wegen Meinungsverschiedenheiten nicht erreicht werden. Erfreulich hingegen sind die Zusammenarbeit mit der Universität Basel und den Fachhochschulen am Oberrhein.
Die Kantonale Technikerschule Informatik (KTSI) bildet bietet "nur" ein 2jähriges Informatikstudium an, welches allerdings BBT-anerkannt ist, aber nicht zur FHBB gehört An der Fachhochschule wird hingegen ein Nachdiplomstudium "Informatik" angeboten, der Aufbau eines Grundstudiums ist im Gange.
Zwischen Erscheinen dieser Vorlage und der Kommissionsberatung hat der Fachhochschulrat den künftigen Standort des Departements Wirtschaft bestimmt: Im neuen Gebäude beim Bahnhof SBB (Nauenstrasse - Bahnhof Ost) wird der künftig zunehmenden Mobilität der Studierenden Rechnung getragen, da so Studienorte am Oberrhein wie im Mittelland mit dem Zug einfach erreichbar sind.
Finanzen
Wie die Vorlage auf Seite 9 festhält, stehen die Kantonsbeiträge mit 21.23 resp. 10.46 Mio. Fr. fest. Je nach höheren oder gar niedrigeren Bundessubventionen muss sich die FHBB ihre Mittel inkl. bauliche Investitionen selber einteilen. Zusätzlich zu den versprochenen Fr. 7,6 Mio. an die anerkannten Studiengänge werden auch noch Bundesbeiträge geleistet für Assistenzstellen und projektorientierte Beiträge ausgerichtet, wobei deren Höhe noch nicht bekannt ist.
Die Vorlage 96/254, womit der Landrat den Fachhochschulvertrag genehmigt hat, enthält einen Finanzplan in Abhängigkeit der damals erwarteten Bundesmittel und der Weiterführung der Abkommen mit den andern Nordwestschweizer Kantonen. Seit der Erstellung dieser Vorlage (98/120) hat der Bund eine Unterstützung von Fr. 7.6 Mio. Franken zugesichert (noch nicht ausbezahlt), während die vorsichtige Budgetierung im Jahr 1996 mit Fr. 6,4 Mio. gerechnet hatte.
Obwohl streng nach NPM keine Jahresberichte mehr erstellt werden müssten, wird die FHBB gemäss Prof. Wirz aus Gründen der Transparenz und der Öffentlichkeitsarbeit weiter einen Jahresbericht vorlegen.
Der Leistungsauftrag
Die Erziehungs- und Kulturkommission hat den LA, der dem Globalbudget der FHBB beigefügt wurde, durchgesehen und als sinnvoll erachtet. Da die FHBB erst noch im Aufbau begriffen ist, wurde in diesem ersten, für 1 Jahr gültigen LA bewusst auf die Angabe von Indikatoren und Standards verzichtet, welche aber in weiteren Aufträgen bestimmt aufgenommen werden.
Generell wird an der FHBB anwendungsorientierte Forschung betrieben, während die Grundlagenforschung Sache der Universitäten sind.
Die Einteilung in 5 Hauptproduktegruppen hat uns überzeugt und entspricht den gewünschten wie auch erbrachten Leistungen. Zur Gruppe 6, Übrige Produkte, wird auf ein Studium Management für Non-Profit-Organisationen hingewiesen, wofür grosse Nachfrage besteht. (Möglicherweise auch etwas für angehende SchulleiterInnen.)
Im Leistungsauftrag (Abs. 4. und Anhang) ist festgehalten, wo die FHBB Kompetenzzentren hat, resp. wo sie weitere zu entwickeln gedenkt und in Bern entsprechend angemeldet hat (Antwort ausstehend).
Unsere Fragen nach der vorgesehenen Qualitätssicherung konnten noch nicht definitiv beantwortet werden.
Beschluss und Antrag
Die Kommission empfiehlt dem Landrat einstimmig (12:0 ohne Enthaltungen), dem Landratsbeschluss gemäss Vorlage in allen 3 Punkten zuzustimmen. Es wird darauf hingewiesen, dass die in Ziffer 3 genannten Fr. 45'000.- für die Stabsstelle für Hochschulfragen die in der Vorlage 96/254 bis 1998 vorgesehenen Fr. 50'000.- ersetzen. Dieser Betrag ist nicht Bestandteil des Globalbudgets, da die Sitzungsgelder und die übrigen Aufwendungen des Fachhochschulrates Sache des Trägers sind.
Für die Erziehungs- und Kulturkommission
Die Präsidentin: Andrea von Bidder
Binningen, 9. November 1998