1998-71 (1)
Landrat / Parlament || Vorlage 1998-071 vom 25. August 1998
Beantwortung der schriftlichen Anfrage 98/071 von Andrea von Bidder, betreffend „Erschliessung des Bruderholzspitals mit dem öffentlichen Verkehr"
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
Am 2. April 1998 reichte Landrätin Andrea von Bidder, EVP, die Schriftliche Anfrage 98/071 zum Thema „Erschliessung des Bruderholzspitals mit dem öffentlichen Verkehr" mit folgendem Wortlaut ein:
„Das Bruderholzspital ist zur Zeit von Basel-Stadt her mit der Buslinie 37 in der Regel im 15 Minutentakt, von Baselland her mit der Linie 63 und indirekt mit der Linie 64 im 30 Minutentakt erschlossen. Auf der Wunschliste steht eine direkte Verbindung mit dem Bahnhof SBB Basel. Die jetzige Erschliessung ist m.E. ein absolutes Minimum, wenn man bedenkt, dass das Bruderholzspital in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird durch die geplante, enge Zusammenarbeit mit der Universität und durch die Führung eines Teils des gemeinsamen Kinderspitals.
Nun war zu vernehmen, dass die Buslinie 37 von der Schifflände her in Bottmingen unterbrochen werden soll; d.h. dass man in Bottmingen in einen Kleinbus umsteigen muss, um aus der Stadt ins Bruderholzspital zu gelangen. Dies ist eine eindeutige Verschlechterung des öV-Angebots für das Kantonsspital und eine zusätzliche Erschwerung für ältere Fahrgäste, für Behinderte oder auch für Fahrgäste mit Kindern und Kinderwagen, die einen guten Teil der Spitalbesucher/-innen ausmachen.
Fragen:
1. Ist diese Verschlechterung des Angebots für das Bruderholzspital bereits definitiv beschlossen?
Falls Frage 1 bejaht wird:
2. Welches sind die Gründe, die zu diesem Beschluss geführt haben?
3. Unter welchen Bedingungen könnte auf diesen Beschluss zurückgekommen werden?
4. Gibt es Alternativen zum jetzigen Angebot, um eine Verschlechterung zu vermeiden?
5. Ist die Regierung bereit, sich für eine gute, den Besucher/-innen und dem Personal dienende ÖV-Erschliessung des Bruderholzspitals einzusetzen ?
6. Wie weit ist das Projekt der direkten Verbindung Bruderholzspital - Basler Bahnhof SBB schon gediehen ? Wann darf mit dieser Verwirklichung gerechnet werden ?"
Die Fragen von Landrätin Andrea von Bidder lassen sich wie folgt beantworten:
Frage 1: Ist diese Verschlechterung des Angebots für das Bruderholzspital bereits definitiv beschlossen ?
Antwort: Die Trennung der Buslinie 37 in Bottmingen wurde nicht beschlossen. Die Paritätische BVB/BLT-Kommission erarbeitet gegenwärtig zum Thema „öV-Erschliessung Bruderholzspital" die erforderlichen Entscheidungsgrundlagen zuhanden der Regierungen von Basel-Stadt und Basel-Landschaft.
zu den Fragen 2 bis 4:
Obwohl also eine Trennung der Buslinie 37 in Bottmingen nicht beschlossen ist, ergo die Folgefragen 2 bis 4 nicht beantwortet werden können, seien nachfolgend einige Bemerkungen zum Themenkreis „öV-Erschliessung Bruderholzspital" dargelegt:
Die auf Sommer 1999 vorgesehene Verknüpfung der BVB-Linien 34 (Claraplatz - Habermatten) und 37 (Schifflände - Bottmingen/Jakobsberg) zur neuen Durchmesserlinie 34 (Habermatten - Schifflände - Bottmingen - evtl. Bruderholzspital) erfordert den Einsatz von Gelenkbussen. Weil einzelne Strassenzüge östlich des Bruderholzspitals (insbes. Jakobsbergstrasse) nicht „gelenkbustauglich" sind, ist eine Trennung der heutigen Linie 37 in einen Ast Richtung Schifflände und einen in Richtung Jakobsberg zwingend. Diese Trennung kann am Busbahnhof Bottmingen oder aber am Bruderholzspital realisiert werden. Für eine Trennung der Linie 37 am Bruderholzspital spricht die bessere Anbindung des Spitals in den Raum Binningen/Basel West. Dagegen sprechen v.a. finanzielle Argumente: Neben baulichen Massnahmen an der Haltestelle „Bruderholzspital" in der Höhe von etwa Fr. 250'000.- (+/- 20%) sind hauptsächlich die jährlichen Betriebsmehrkosten von je nach Variante mehreren hunderttausend Franken zu erwähnen.
Frage 5: Ist die Regierung bereit, sich für eine gute, den Besucher/-innen und dem Personal dienende ÖV-Erschliessung des Bruderholzspitals einzusetzen ?
Antwort: Ja. Die Erreichbarkeit des Bruderholzspitals mit den öffentlichen Verkehrsmitteln muss gewährleistet sein, eine Verbesserung der öV-Erschliessung wird gegenwärtig geprüft. Neben den an anderer Stelle in diesem Papier dargelegten Massnahmen werden deshalb auch Verbesserungen an der Tangentialbuslinie 63 geprüft (besserer Anschluss an die Regionalzüge in Muttenz).
Frage 6: Wie weit ist das Projekt der direkten Verbindung Bruderholzspital - Basler Bahnhof SBB schon gediehen ? Wann darf mit dieser Verwirklichung gerechnet werden ?
Antwort: Zur besseren Anbindung des Bruderholzspitales an den Bahnhof SBB sind diverse Varianten gegenwärtig in Bearbeitung: Die ursprünglich diskutierte „Non-stop-Verbindung" („Shuttle-Bus") Bruderholzspital - Bahnhof SBB (Südseite) wäre mit jährlichen Betriebskosten von rund Fr. 400'000.- (bei einem Halbstundentakt) ausgesprochen unwirtschaftlich. Zur Zeit sind deshalb noch Varianten mit einem kostengünstigeren Angebot in Evaluation. Es ist vorgesehen, die verbesserte Erschliessung des Bruderholzspitals mit öffentlichem Verkehr per Sommer 1999 einzuführen.
Liestal, 25. August 1998
Im Namen des Regierungsrates
die Präsidentin: Schneider-Kenel
der Landschreiber: Mundschin