Regionale Radrouten im Kanton Basel-Landschaft

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-074 vom 7. April 1998


Regionale Radrouten im Kanton Basel-Landschaft


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





3. Begründung der Revision

3.1 Ausgangslage


Im Jahr 1983 bewilligte der Landrat einen Projektierungskredit für die Ausarbeitung eines Regionalplanes Radrouten im Kanton Basel-Landschaft mit dem Ziel, ein sicheres und attraktives Veloroutennetz für den Schüler- und Pendlerverkehr zu schaffen und den Zweiradverkehr im Baselbiet generell zu fördern als Beitrag zum Umweltschutz. In den folgenden Jahren wurden im Auftrag des Kantons die Planungsarbeiten für das Radroutennetz durchgeführt und ein umfassendes Gesamtkonzept ausgearbeitet. Während dieser Zeit hatten die betroffenen Gemeinden und andere interessierte Kreise mehrmals Gelegenheit zur Mitsprache gehabt. Daraus entstand schliesslich der vom Landrat am 7. Mai 1987 beschlossene Regionalplan Radrouten im Kanton Basel-Landschaft.


Mit dem Beschluss über den Regionalplan bewilligte das Parlament auch einen Rahmenkredit von 25 Millionen Franken für die Realisierung der ersten Etappe. Das Radroutennetz mit einer Gesamtlänge von 285 km und Ausbaukosten von 65-80 Millionen Franken sollte in drei Etappen innert 10 Jahren realisiert werden. Nachdem die ersten Massnahmen ausgeführt und der Rahmenkredit ausgeschöpft waren, bewilligten der Landrat im September 1992 und die Stimmberechtigten im März 1993 einen weiteren Rahmenkredit von 30 Millionen Franken für den Ausbau der zweiten Etappe. Gleichzeitig wurde der Regierungsrat beauftragt, dem Landrat zum gegebenen Zeitpunkt eine Kreditvorlage für die Realisierung der restlichen Routen im Baselbiet zu unterbreiten.


3.2 Heutige Situation


Das Baselbieter Radroutennetz besteht aus unterschiedlichen Anlagen und Massnahmen, die jeweils den örtlichen Verhältnissen angepasst sind. Soweit als möglich verlaufen die Radrouten über verkehrsarme Quartier- und Nebenstrassen oder über Radwege entlang von Hauptverkehrsstrassen. Auf stark befahrenen, genügend breiten Strassen werden Radstreifen markiert. Zudem sind im Netz verschiedene punktuelle Verbesserungen für den Zweiradverkehr wie Unter- oder Überführungen, Umgestaltungen von Knoten, verkehrsberuhigende Massnahmen in Konfliktbereichen und Anpassungen von Lichtsignalanlagen enthalten. Vom gesamten Netz wurden bisher rund 170 km ausgebaut und mit Wegweisern ausgeschildert.


Im Verlauf der Realisierung des Radroutennetzes zeigte sich, dass der im Regionalplan vorgesehene Ausbaustandard aus verschiedenen Gründen nicht überall eingehalten werden konnte. Auch die Linienführung einzelner Abschnitte musste aufgrund örtlicher Gegebenheiten in einigen Fällen angepasst werden. Zudem stellte sich heraus, dass die geplante Netzdichte stellenweise über die Bedürfnisse des regionalen Radverkehrs hinausging. Weil bei der Realisierung der Radrouten das Velo vermehrt als gleichberechtigtes Verkehrsmittel im Alltagsverkehr berücksichtigt und gleichzeitig unverhältnismässige Eingriffe oder Alibimassnahmen vermieden werden mussten, waren verschiedene Anpassungen notwendig. Ebenso mussten mögliche Schwierigkeiten beim Landerwerb beachtet und kostengünstige Lösungen gesucht werden. Diese Umstände und insbesondere der Übertritt des Laufentals zum Kanton Basel-Landschaft haben zu der nun vorliegenden Revision und Ergänzung des Regionalplans Radrouten geführt.


3.3 Randbedingungen und Ziele


Das Fahrrad als Verkehrsmittel, Sport- und Freizeitgerät hat heute seinen unbestrittenen Platz im Strassenverkehr. Seine Vorteile sind bekannt: Es ermöglicht den direkten Verkehr von Tür zu Tür und ist bis zu einer Distanz von 3-5 km die schnellste Fortbewegungsart im Stadt- und Agglomerationsverkehr. Kleine Gepäckstücke lassen sich in Gepäcktaschen oder im Rucksack problemlos mitführen. Das ehemals negative Image des Radfahrens hat sich zum Positiven gewandelt, das Angebot an Topmodellen im Velohandel hat dazu beigetragen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist seine ökologische Verträglichkeit: Punkto Energieverbrauch und Umweltbelastung ist das Velo unschlagbar .


Der Nachteil der Wetterabhängigkeit lässt sich mit einer guten Ausrüstung teilweise kompensieren. Ein weit schwierigeres Problem ist die Gefährdung der schwächeren Verkehrsteilnehmer im Strassenverkehr. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit für den Zweiradverkehr ist deshalb ein Hauptanliegen bei der Radroutenplanung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Velofahrerinnen und Velofahrer auf öffentlichen Strassen im Gegensatz zum Motorfahrzeugverkehr eine sehr heterogen Gruppe sind:


Dementsprechend unterschiedlich und teilweise widersprüchlich sind das Verhalten und die Anforderungen an die Infrastruktur. Während die Kategorie der weniger verkehrsgewohnten Fahrer primär nach sicheren Radrouten verlangt, steht für die routinierten Alltagsfahrer das rasche Vorwärtskommen im Vordergrund. Der inzwischen bedeutende Freizeit- und Tourismusverkehr hat wiederum andere Ansprüche als die Rennvelofahrer oder die Biker. Die Linienführung, der Ausbaustandard sowie die Art der baulichen und betrieblichen Gestaltung haben sich danach auszurichten.


Mit dem generellen Ziel „Förderung des Veloverkehrs" wird eine weitere Zunahme des Zweiradverkehrs angestrebt. Dazu muss das Radfahren gegenüber anderen Verkehrsmitteln noch attraktiver werden. Dies erfordert grundsätzlich Massnahmen am ganzen Strassennetz. Im Sinne der Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden sollen im Regionalplan Radrouten - analog zum übrigen Strassennetz - jedoch nur die Verbindungen von regionaler und überregionaler Bedeutung berücksichtigt werden. Die Lokalverbindungen sind Sache der Gemeinden.



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