1998-203

Landrat / Parlament


Interpellation von Walter Jermann: Fachhochschule in der Region



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Autor: Walter Jermann, CVP

Eingereicht: 15. Oktober 1998


Nr.: 1998-203




Der Bundesrat hat mit der Umsetzung seines Fachhochschulkonzeptes mit nur sieben Standorten begonnen. Bis zum Jahr 2003 sollen bestimmte Studiengänge verschiedener Fachhochschulen zusammengelegt werden. Die zu bildende Fachhochschule Nordwestschweiz soll insbesondere die Bereiche Architektur und Bauingenieurwesen umfassen. Eine Konzentration dieser Studiengänge muss jedoch entweder am Standort Muttenz oder aber im aargauischen Brugg/Windisch erfolgen.

Der Wirtschaftsstandort Basel würde nun erheblich geschwächt, wenn wichtige Studiengänge nur noch in Brugg/Windisch und nicht mehr in Muttenz angeboten würden. Dies nicht zuletzt aufgrund der starken Ausrichtung der Fachhochschule beider Basel auch in den Wirtschaftsraum Oberrhein in dem heute schon Studiengänge gegenseitig anerkannt werden.


Während den Beratungen innerhalb der entsprechenden Bundesbehörden haben sich Aargau und Solothurn durch intensive Lobby-Aktivitäten für ihren Fachhochschul-Standort stark gemacht. Eine vergleichbare Interessenvertretung durch die beiden Basel zugunsten des Standortes Muttenz sind offensichtlich unterblieben. Es stellt sich die Frage, ob insbesondere die Baselbieter Behörden zusammen mit dem Stadtkanton es versäumt haben, auf Bundesebene frühzeitig und angemessen ihre Interessen für ein möglichst breites Studienangebot in den beiden Basel zu vertreten. Ebenso ist unklar ob die hervorragende Ausgangslage der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Frankreich und Deutschland als wichtiges Argument zugunsten des Standortes Muttenz eingebracht worden ist.


Es geht nun also darum ein Gleichgewicht zu den unverhohlenen Werbeanstrengungen der KantoneAargau und Solothurn herzustellen.


Ich bitte deshalb den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:


1. Teilt der Regierungsrat die Meinung, dass eine Fachhochschule beider Basel innerhalb der Fachhochschule Nordwestschweiz die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen auch nach dem Jahr 2003 anbieten muss?


2. Ist der Regierungsrat ebenfalls der Ansicht, dass die Ausbildung von Architektur und Bauingenieurwesen in Muttenz für den Wirtschaftsstandort Nordwestschweiz von grösster Bedeutung ist?


3. Haben LobbyAktivitäten des Fachhochschulrates bzw. der Erziehungsdirektion beider Basel bei Bundesinstanzen stattgefunden?


4. Haben zuständige Behörden mit den Gewerbeverbänden in beiden Basel vor dem Bundesratsentscheid zu den sieben FH-Standorten Kontakt aufgenommen, um die Lobby-Arbeit über deren Vertreter im Nationalrat zu verstärken?


5. Ist der Regierungsrat der Meinung, die Vorbereitungsarbeiten für eine starke und im Angebot breit gefächerte Fachhochschule beider Basel seien in der Vergangenheit optimal verlaufen?


6. Wie gedenkt die Regierung im Zusammenhang mit dem Erhalt der Bereiche Architektur und Bauingenieurwesen in Muttenz beim Bundesrat aktiv zu werden?


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