Neukonzeption von Brückenangeboten
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-240 vom 17. November 1998
Neukonzeption von Brückenangeboten
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
3 Kosten
Fehlplatzierungen an der Schnittstelle Sekundarstufe I / Sekundarstufe II führen generell zu hohen (und überflüssigen) Kosten.
Die Koordination der Brückenangebote an sich wird sich kostensenkend auswirken. Bessere Positionierung, übersichtlichere Informationen und Triage werden die Zahl der Ausbildungsabbrüche verkleinern und mindestens einen Teil der überflüssigen Zwischenjahre verhindern.
Da einige der Jugendlichen, die die DMS 2 in Muttenz zur Zeit als zweijähriges Brückenangebot benutzen, in Zukunft die Schule bereits nach einem Jahr abschliessen werden, ergeben sich in diesem Bereich geschätzte Einsparungen von Fr. 159'000.-.
Basel-Stadt wird (unabhängig vom vorliegenden Konzept) in Zukunft für Auszubildende aus allen Wohnkantonen, die in Basel Brückenangebote besuchen, die Deckung der vollen Kosten beanspruchen. Daraus ergeben sich für unseren Kanton (unter Einschluss der Kosten für die erwarteten zusätzlichen Auszubildenden) Mehrkosten von Fr. 798'000.-.
Die Verschiebung des ganzen Brückenangebotes in Richtung Praxis hat - neben dem erwünschten (berufs-)bildungspolitischen Effekt - ebenso erwünschte Auswirkungen auf die Kosten: Der Bund subventioniert nach Art. 49 Abs. 5 und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung Vorlehren mit 27 - 47 %. Im Kanton Basel-Landschaft sind (unter Berücksichtigung der erwarteten zusätzlichen Auszubildenden) Einsparungen von Fr. 139'000.- zu erwarten.
Kaum abzuschätzen ist die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt. Dieser wird die Notwendigkeit (oder Überflüssigkeit) von Brückenangeboten und damit die Kosten jedoch in hohem Masse mitbestimmen. Ein realistisches Ziel ist die Bereitstellung von gegen 600 Plätzen für Jugendliche aus dem Kanton Basel-Landschaft, also praktisch eine Stabilisierung des aktuellen Angebotes. Die Erreichung dieses Ziels bedingt eine sorgfältige Triage.
Der jährliche Aufwand für die Triagestelle von Fr. 140'000.- wird durch die erhoffte Optimierung (weniger Ausbildungsabbrüche) mehr als ausgeglichen.
Für die Erarbeitung des gesamten Konzeptes sind Fr. 160'000.- bereits im Budget 1999 eingestellt.
Zusätzliche einmalige Kosten ergeben sich durch die Fortbildung der Lehrpersonen. Diese werden neue Aufgaben (Laufbahnvorbereitung, Berufsinformation etc.) übernehmen müssen. Die notwendige Qualität ihrer Arbeit ist nur mit entsprechendem Aufwand zu erreichen: Vorgesehen sind einwöchige Veranstaltungen am Anfang der Schuljahre 2001/02 und 2002/03. Die Kosten für diese Veranstaltungen werden sich im Jahre 2001 und 2002 auf jeweils Fr. 100'000.- belaufen.
3.1 Kostenübersicht
1 Im Budget 1999 bereits eingestellt
2 Praktika z.T. ausserhalb der Schule, hoher Anteil an KV-Vorlehren mit vorläufig kleinem Praxisteil
3 Praktika z.T. ausserhalb der Schule
4 Der Grundsatz kostendeckender Abgeltung ist berücksichtigt
3.2 Kostenvergleich
| Mehrausgaben 2000: | ||
| Triagestelle 1. Semester | Fr. 70'000.- | |
| Mehrkosten für 2. Semester (inkl. Triage) | Fr. 320'000.- | Fr. 390'000.- |
| Mehrausgaben 2001 und 2002: | ||
| Mehrkosten für ganzes Schuljahr (inkl. Triage) | Fr. 640'000.- | |
| Fortbildung | Fr. 100'000.- | Fr. 740'000.- |
| Mehrausgaben ab 2003: | ||
| Mehrkosten für ganzes Schuljahr (inkl. Triage) | Fr. 640'000.- | Fr. 640'000.- |
4 Zeithorizont, Übergangsregelungen
Die Zeit bis zum Beginn des Schuljahres 1999/2000 wird kaum reichen, um alle notwendigen Anpassungen vorzunehmen.
Trotzdem haben im Kanton Basel-Stadt wegen der Schulreform die schulischen Brückenangebote nach dem neuen Muster zu funktionieren. Die Erziehungs- und Kulturdirektion BL wird aus diesem Grunde für den Besuch des (neuen) schulischen Brückenangebotes Basis in Basel (an Stelle der 10. Klasse der Berufswahlschule) eine Übergangsregelung vereinbaren.
In Basel-Landschaft werden die Bückenangebote per Schuljahr 2000/2001 (die Triagestelle ab Anfang 2000) realisiert. Während der Übergangsphase kann die DMS 2 die Funktion des Schulischen Brückenangebotes plus in Basel-Landschaft weiterhin übernehmen. Vorkurse und Vorlehren sind von der Basler Schulreform nicht direkt betroffen. Sie können kontinuierlich in die neue Form übergeführt werden. Dies ist auch notwendig, weil vorerst nur ein Teil der benötigten Praktikumsplätze vorhanden ist. (Vgl. 2.1).
Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, einen Beschluss gemäss beiliegendem Entwurf zu fassen.
Liestal, 17. November 1998
Im Namen des Regierungsrates:
Die Präsidentin: E. Schneider-Kenel
Der 2. Landschreiber: A. Achermann