Kantonsspital Liestal Sanierung, Um- und Erweiterungsbauten; Zusatzkreditvorlage
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-241 vom 17. November 1998
Kantonsspital Liestal
Sanierung, Um- und Erweiterungsbauten; Zusatzkreditvorlage
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
4. Noch zu realisierende Teilprojekte des Gesamtkonzeptes
Zur vollständigen Umsetzung des Gesamtkonzeptes KSL 95 sind gegenwärtig folgende Teilprojekte in Realisierung resp. Vorbereitung zur Bauausführung:
4.1 Teilprojekte in Ausführung
| Zentrallager | November 1998 |
| Versorgung (Anlieferung) | Dezember 1998 |
| Personalrestaurant | Dezember 1998 |
| Zentrallabor Anbau Ost | Januar 1999 |
| Ambulatorium Augen | Januar 1999 |
4.2 Teilprojekte in Vorbereitung
| Umbau Behandlungstrakt: | |
| - Geplanter Baubeginn | April 1999 |
| Sanierung Bettenhaus 1: | |
| - Geplanter Baubeginn 1. Etappe (Demontagen, Umbau) |
Oktober 1998 |
| - Geplanter Baubeginn 2. Etappe | Juli 2000 |
| Erweiterung Physiotherapie: | |
| Geplanter Baubeginn | Mai 1999 |
| Abschluss Gesamtbauvorhaben KSL 95 | Sommer 2001 |
Der Terminplan in der Beilage gibt den Überblick bis zum Endtermin der Projektumsetzung.
4.3 Bestätigung der Planungsziele KSL 95
Das 1990 erarbeitete Raumprogramm, und das dem Projekt zugrunde liegende Konzept haben dank der grossen Flexibilität der Funktions- und Ablaufstruktur den bisherigen medizinischen Weiterentwicklungen in wesentlichen Bereichen Rechnung getragen.
Zudem bestätigen die im Zuge der Detailbearbeitung erfolgten Anpassungen und Ergänzungen nach wie vor die Gültigkeit und Aktualität der sechs wesentlichen Projektziele des Gesamtkonzeptes KSL 95.
Von diesen Zielen sind bis heute umgesetzt und realisiert:
· Erhöhung des Raum- und Flächenangebotes der Medizinischen Versorgung durch Neubau des Bettenhauses 2 und Erweiterung des Untersuchungs- und Behandlungstraktes.
· Betriebliche Verbesserungen durch Zusammenführen ähnlicher und gleichwertiger Funktionen in Form von Nutzungsverdichtung durch Mehrfachnutzung von Räumen und durch Verschiebung und Austausch von Raumgruppen im Rahmen von Umbauten im bestehenden Grundriss.
Die Durchführung dieser Massnahmen ist im Bettenhaus 1 noch ausstehend und durch die Schaffung eines Therapiezentrums in der Verbindung Anbau Ost mit Bettenhaus 1.
· Konzentration und Sanierung der Ver- und Entsorgungsbereiche durch Schaffen eines Versorgungszentrums, durch Konzentration und Erweiterung der Lager und Werkstätten inkl. Installation eines leistungsfähigen Transportsystems.
Teils in Realisierung, teils in Vorbereitung der Bauausführung sind:
· Betriebliche und funktionale Verbesserungen der Stationen des bestehenden Bettenhauses 1 durch noch zu realisierende Umbaumassnahmen.
| IST - ZUSTAND | SOLL - ZUSTAND |
| - Normstation 40 Betten (3 Pflegegruppen) schlechte Betriebsgrösse | - Einheitliche Pflegeeinheiten mit 2 Pflegegruppen mit je 14 Betten, Entflechtung der Therapien mit dem Pflegebereich |
| - 6-Bettenzimmer ohne integrierte Nasszelle sind nicht mehr standardgerecht | - Eliminierung der 6-Bettzimmer zugunsten von 4-Bettzimmern mit entsprechenden Nasszellen |
| - Aufenthaltsräume z.T. als Arztbüros genutzt, Arbeitsbedingungen für Assistenzärzte unzureichend. Bestehende räumliche Enge mit einem Flächenunterangebot von bis zu 30 %. | - Ursprüngliche Nutzung der Aufenthaltsräume, zusätzlich Räumlichkeiten für Assistenzärzte. Vernetzung sämtlicher Arbeitsplätze, bedarfsgerechte Neben- und Funktionsräume |
| - ungenügende Leistungen der Vertikalerschliessung mit Aufzügen | - Neue Vertikalerschliessung mit leistungsfähigen Aufzügen sowie speziellen Ver- und Entsorgungsliften |
· Sanierung und Ersatz der technischen Installationen einschliesslich Energiesparmassnahmen im Rahmen des Umbaus des Bettenhauses 1.
· Aufhebung des Provisoriums Martin Birmann-Spital und Verlegung der Geriatrischen Klinik und der Hals-, Nasen- und Ohrenabteilung ins Kantonsspital nach Abschluss der Umbau- und Sanierungsmassnahmen im Bettenhaus 1.
Mit den bereits realisierten und den noch ausstehenden Projektteilen kann die Voraussetzung geschaffen werden, dass das Kantonsspital Liestal - nach Abschluss der baulichen Sanierung im Jahre 2001 - bedarfs- und marktgerechte Leistungen in betrieblich optimierten Verhältnissen erbringen kann.
5. Kostenwirksame Zusatzleistungen
5.1 Vorbemerkungen
Von Seiten des Auftraggebers, des Nutzers und der Planer wurde beim Bauvorhaben KSL 95 grosser Wert auf die langfristige Flexibilität der Spitalstruktur und räumlichen Organisation gelegt, um für künftige Änderungen im Gesundheitswesen optimale Voraussetzungen zu schaffen. So sind in der bereits 10-jährigen Planungs- und Bauzeit insbesondere auch von Nutzerseite im Zuge der etappenweise Detailplanung und Vorbereitung der Ausführung zahlreiche ergänzende Anpassungen und Änderungen betrieblicher, medizinischer und technischer Art in das Projekt KSL 95 eingebracht worden, so wie sie in Abschnitt 3 aufgeführt sind.
Es muss alles daran gesetzt werden, dass ein auf Planungsgrundlagen von 1992 basierendes Spitalprojekt dem Nutzer schlussendlich nicht in bereits überholtem Betriebszustand übergeben wird.
Wie eingangs erwähnt, ging es im Zeitpunkt des ersten Investitionsentscheides im Mai 1990 noch darum, ein Kantonsspital klassischen Zuschnitts zu sanieren. Inzwischen hat sich das Projekt "KSL 95" - neben den Auswirkungen des neu geschaffenen Krankenversicherungs-Gesetzes (KVG) - im Laufe seiner Verwirklichung zu einem Zentrumsspital gewandelt. Das Kantonsspital Liestal ist heute am Lehrauftrag der Universität Basel durch Ordinariate in den Fachgebieten Innere Medizin und Urologie beteiligt.
Diese Diskrepanz zwischen den sich permanent ändernden Randbedingungen sowie den neuen unternehmerischen Bedürfnissen einerseits und dem festgelegten Kostendach andererseits war für alle Beteiligten seit langem offenkundig und Gegenstand permanenter Diskussionen und Abwägungen in allen direkt zuständigen Gremien. Dies führte dazu, im Rahmen der beschlossenen Projektanpassungen und Modifikationen sich stets nur auf das minimal Notwendige zu beschränken.
5.2 Zusammenfassung der Zusatzleistungen
Aus diesen Erwägungen heraus entstand ein vielseitiges Paket von Zusatzleistungen, welche in 5 Kategorien eingeteilt werden können. Die Details sind in Beilage 3 mit Erläuterungen und Begründungen dargestellt.
A Medizinisch, betriebliche Projektanpassungen
Es handelt sich vorab um die Erweiterung der Ambulatorien durch Reduktion der stationären Pflege und um den Ausbau der ambulanten Behandlungsmöglichkeiten sowie um weitere betriebliche und haustechnische Optimierungen.
B Behördliche Auflagen, Qualitätssicherung
Im Bereich Wärmeschutz, Haustechnik und Ökologie mussten Bauelemente und Anlagen an neue Vorschriften und Auflagen angepasst werden, die auch zu qualitativen Verbesserungen führen.
C Vorgezogene Sanierungen
Dies betrifft vor allem den zusätzlichen Ersatz von Komponenten der Haustechnikanlagen sowie Ergänzungen bei der Gebäudeleittechnik.
D Nicht voraussehbare Arbeiten
Erst im Zuge von Demontagen, Untersuchungen am Objekt und bei der Realisierung von Projektteilen ergaben sich Zusatzaufwendungen bei der Beton- und Asbestsanierung, den Abbrucharbeiten und Provisorien.
E Kostenerhöhung auf Grund der Marktsituation
Die zum Zeitpunkt der Erarbeitung des Kostenvoranschlages vorhandene grosse Rück
bildung der Marktpreise für Anlagen der Haustechnik kehrte sich danach ins Gegenteil
und führte zu nicht vorhersehbaren Preissteigerungen bei den Lüftungsanlagen.
Nähere Erläuterungen der Zusatzleistungen finden sich im Anhang.