Kantonsspital Liestal Sanierung, Um- und Erweiterungsbauten; Zusatzkreditvorlage
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1998-241 vom 17. November 1998
Kantonsspital Liestal
Sanierung, Um- und Erweiterungsbauten; Zusatzkreditvorlage
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
Detaillierte Erläuterung der Zusatzleistungen (Abschnitt 5.2)
A Medizinisch-, betriebliche Projektanpassung (Total Fr. 3'193'850.-)
A.1 Projektanpassungen April 1996 (Fr. 1'800'000.-)
Bericht Projektanpassung an medizinische Bedürfnisse von April 1996 wurde seitens der landrätlichen Bau- und Planungskommission und der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission bewilligt, unter Kenntnisnahme der Aussage, die Zusatzkosten von Fr. 1,8 Mio. würden im Baukredit Platz haben.
A.2 Haltegriffe / Drehflügeltüren (Fr. 180'600.-)
Die Nasszellen der Pflegezimmer wurden ausgestattet mit Haltegriffen ergonomischer Konzeption und mit leichtgängigen Drehflügeltüren. Der Forderung nach optimaler behindertengerechter Bedienung wurde damit Rechnung getragen. Im Bettenhaus 1 werden lediglich die Nasszellen im Kopfbau West entsprechend umgebaut.
A.3 Betriebsoptimierung Sterilisation / OP (Fr. 69'000.-)
Analog dem logistischen Betriebsablauf der Zentralsterilisation wird in den OP-Zonen Ebene 02/D und U1/A die Entsorgung der Sterilguteinheiten geplant.
- Kein mühsames Umladen der schweren Sterilguteinheiten
- Beidseitiges andocken der Sterilgutwagen
- Raumabschluss (rein / unrein) mit entsprechenden Schiebetüren
- Wesentliche hygienische Verbesserung (kein Personaldurchgang)
A.4 Erhöhter Montageaufwand Küche (Fr. 92'000.-)
Um die Vollschliessung der Küche während der Bauzeit möglichst kurz zu halten (Kostenersparnis für Betrieb, Personaleinsatz Betrieb KSL), wurde die Montagezeit von ca. 2 Monaten auf 3 Wochen reduziert. Dies war nur zu verwirklichen durch konzentrierten Montageeinsatz im 18 Stunden-Betrieb, d.h. mit dauerndem Zwei-Schichtenbetrieb.
A.5 Einrichten von 2 Notreserveplätzen (Fr. 26'450.-)
In der Dialyse gemäss Beschluss des Nutzerausschusses auf der Grundlage der medizinisch untersuchten Häufigkeitsentwicklung von Dialyse-Krankheiten.
A.6 Gewerbliche Kälte (Fr. 812'800.-)
Die einzelnen dezentral montierten Kälteanlagen, welche je eine Kühlstelle versorgen, werden mit Stadtwasser rückgekühlt. Diese werden zum Teil mit Kältemitteln, deren Einsatz heute in neuen Anlagen nicht mehr gestattet ist, betrieben. In den Kosten enthalten sind die Aufwendungen der notwendigen Fremdgewerke Elektro, Sanitär, Klima, Lüftung.
A.7 Betriebsoptimierung Gebäudeleit- und Transporttechnik (Fr. 213'000.-)
Unter Berücksichtigung der Technikentwicklung wurde die Umstellung auf ein spezielles Betriebssystem mit entsprechenden Firmenreferenzen vorgenommen, welches die Einbindung in die Gebäudeleittechnik ermöglicht. Den neuen gesetzlichen Auflagen und Anforderungen der Produktehaftplicht zur systematischen Erfassung von Bewegungen und Daten, speziell im Bereich Labor und Zentralsterilisation, wird damit genüge getan. Die Ein- und Ausgabestation in der Apotheke wurde neu aus betrieblichen Gründen in die Gangzone verlegt (STA-Schacht in Raumzone).
B Neue behördliche Auflagen, Qualitätssicherung (Fr. 822'500.-)
B.1 Fenster, Verbesserung Dämmwerte (Fr. 161'000.-)
Verbesserung der energetischen Situation durch Anhebung des Wärmeschutzes im Fensterbereich. Der hier getroffene Kompromiss der K-Wert-Verbesserung von 1.75 auf 1.0 (Bettenhaus 2) und 0.8 (Bettenhaus 1) bietet das günstigste Kosten - /Nutzen - Verhältnis, d.h. die Mehrkosten betrugen Fr. 140'000.--, bei einer Gesamtsumme für Fenster von Fr. 3'663'000.-.
B.2 Vergrösserung Dachzentrale Anbau Ost (Fr. 161'000.-)
Erhöhung Technisierung - Anpassung an den heutigen technischen Standard - erhöht auch die anfallenden Kühllasten. Daraus resultierend wäre die im bestehenden Gebäude geplante Zentrale aus Platzgründen technisch und betrieblich nicht optimierbar.
Die Anordnung auf dem Dach erfordert eine Vergrösserung der Dachzentrale, ermöglicht eine umweltgerechte Absorber-Kältemaschine (Luft anstelle Wasser) und benötigt auch keine Kältetransitleitung zwischen Keller und Dachgeschoss mehr.
B.3 Kältezentrale (Fr. 69'000.-)
Erstellung einer neuen Zentrale für die gewerbliche Kälte.
B.4 Schutzkonzept Mittelspannungsanlage (Fr. 138'000.-)
Diese zusätzlichen Schutzkomponenten mussten wegen des Netzverbundes mit dem Fernheizwerk Liestal eingebaut werden. Das übergeordnete Schutzkonzept wurde von der EBL 1994 erstellt, d.h. lange nach der Erstellung des Kostenvoranschlages.
Das übergeordnete Schutzkonzept ist nach unserer Meinung kein Bestandteil des KSL 95, da es nur im Zusammenhang mit dem Netzverbund erstellt werden musste. Der Netzverbund ist für das KSL nicht notwendig und bringt auch keine Vorteile.
B.5 Halogenfreie Starkstromkabel (Fr. 161'000.-)
Basis des Kostenvoranschlages waren normale Kabel mit PVC-Isolation, exkl. den Hauptkabeln (Steigleitungen etc.).
Grund war der enorme Mehrpreis der halogenfreien Kabel zur Zeit der Kostenvoranschlagerstellung (Faktor 6 - 7 zu den normalen Kabeln).
Der Mehrpreis hat sich während der Ausschreibungsphase (ca. 2 Jahre später) auf ca. 30 % reduziert. Dies hat die Bauherrschaft bewogen, generell halogenfreie Kabel vorzuschreiben (gemäss Weisung HBA, umweltschonende Baumaterialien).
B.6 Brandfeste Hauptkabel der Schwachstromanlagen (Fr. 34'500.-)
Diese erhöhen die Sicherheit in den Obergeschossen.
Der Entscheid resultiert aus den zwischenzeitlichen Erkenntnissen der Brandverhütung in den Spitälern bezw. der Aufrechterhaltung wichtiger Sicherheitsanlagen im Brandfall.
B.7 Zusätzliche Feuerlöscheinrichtungen Anbau Ost (Hydranten) (Fr. 34'500.-)
Auflage der BGV zur Erhöhung der Sicherheit im Brandfall, Grundlage neue VKF-Brandschutznorm.
B.8 Neues Kühlkonzept (Fr. 63'500.-)
Normalkühlung durch indirekte Kühlung (Kälteträgersystem)
Im neu gebauten Maschinenraum werden zwei komplette Ammoniakanlagen mit allen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen aufgestellt. Die Rückkühlung der Anlagen geschieht mit Grundwasser.
Tiefkühlung durch direkte Kühlung (Kältemittel)
Für die Versorgung der Tiefkühlstellen wird im neu gebauten Maschinenraum eine Verbundanlage gebaut.
Der Verflüssiger der Tiefkühlanlage ist in Kaskade auf den Kälteträgerkreislauf der Normalkühlanlage geschaltet.
Energiemessung und Temperaturregistrierung
Zur Erfassung der geleisteten Energie werden im Wärmeträger- sowie im Kälteträgerkreislauf Energiemessgeräte eingebaut. Zusätzlich wird die benötigte elektrische Energie gemessen und erfasst.
Neue gesetzliche Auflagen erfordern für jede Kühlstelle eine Temperaturüberwachung und Registrierung (Lebensmittelgesetz).
Einsparungen
Durch das neue Konzept der gewerblichen Kälteanlagen werden im Bereich Betriebskosten mehr als Fr. 90 000.- pro Jahr eingespart (Elektro- und Stadtwasserkosten). Dazu kommt noch eine Heizkosten-Einsparung von Fr. 20 000.- pro Jahr (durch Einbindung der Wärmerückgewinnung an die Warmwassererzeugung).
Die Unterhaltsarbeiten werden jährlich ebenfalls drastisch reduziert (neunzig Prozent der bestehenden Anlagen werden ersetzt).
C Vorgezogene Sanierungen (Fr. 1'469'000.-)
C.1 Anpassung an den "Stand der Technik" der Steuerung Elektro-Energiezentralen
(Fr. 172'500.-)
Verschiedene Steuerungen mussten an den zwischenzeitlichen Fortschritt der Steuerungstechnik angepasst resp. neu beschafft werden. Diese betreffen vor allem SPS-Steuerungen (Speicher-Programmierbare-Steuerungen für die Notstrom- und Netzsteuerungen etc.).
C.2 Installation Gebäudeleittechnik GLT / MSR (Fr. 69'000.-)
Mit der Zunahme der Datenpunkte der MSR / GLT für die HLK-Anlagen und Fremdgewerken hat sich auf der Installationsseite der Aufwand für deren Erfassung erhöht.
C.3 Ersatz Heizkörper Bettenhaus 1 Gruppe Nord (Fr. 328'500.-)
Hoher Reparaturaufwand des Technischen Dienstes KSL während der letzten Jahre führte zur erneuten Untersuchung der Heizkörper mit dem Resultat, dass der Ersatz der Heizkörper sinnvoll und zwingend ist. Bei Belassung der bestehenden Heizkörper wären ein stetig höher werdender Reparaturaufwand und Austauschaktionen während des laufenden Pflegebetriebs die Folge, was natürlich auch höhere Kosten nach sich zieht. In den Kosten enthalten sind die Aufwendungen für die baulichen Beihilfearbeiten.
C.4 Ersatz der KW und WW-Steigleitungen Bettenhaus 1 (Fr. 363'400.-)
Wegen vermehrter Eingriffe in die Installationssysteme aufgrund diverser Projektänderungen, z.B. Privatabteilung Ebene 08/K, Säuglingszimmer Ebene 04/F, Tagesklinik 01/C, Umzug Gynäkologie, Umzug Augenklinik etc., lässt sich die im 1990 gemachte Aussage zur Weiterverwendung der bestehenden Installationen zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr aufrechterhalten.
C.5 Ersatz Feuerlöschleitungen / Dachwasserleitungen Bettenhaus 1 (Fr. 138'000.-)
Die bestehenden Feuerlöschleitungen sind in den Steigschächten Kopfbau Ost und West geführt. Über den Zustand dieser Leitungen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage gemacht werden.
Die bestehenden Dachwasser-Fallleitungen sind in den Steigschächten angeordnet. Im Untergeschoss werden diese Leitungen abgenommen und neu der Versickerungsanlage zugeführt.
Über den Zustand dieser Leitungen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage gemacht werden. Der Entscheid über den Ersatz der Leitungen wird nach der Leerung des Bettenhaus 1 aufgrund genauer Untersuchungen getroffen.
C.6 Zusätzliche Datenpunkte Gebäudeleittechnik (Fr. 397'700.-)
Die Entwicklung in der Gebäudeleittechnik MSR / GLT seit Projektbeginn ermöglicht die
Einbindung von komplexen Anlageteilen und Aufgaben.
Neue gesetzliche Auflagen und Produktehaftpflicht erfordern sowohl die systematische Erfassung von Daten im Labor und in der Zentralsterilistion als auch der Grundwasserfassung, der Spontan-Transportanlage und der gewerblichen Kälte.
Die Aufsteckung der Datenpunkte erfordert einen zusätzlichen Server XOS.
D Nicht voraussehbare Arbeiten (Fr. 1'866'700.-)
D.1 Betonsanierung (Fr. 425'500.-)
Bei der 1990 durchgeführten Voruntersuchung wurde davon ausgegangen, dass eine oberflächliche Sanierung ausreicht. Die dafür kalkulierte Summe auf der Basis von
Richtofferten betrug Fr. 130'000.-. Die 1998 vorgenommene Ingenieuruntersuchung ergab eine schlechtere Betonsubstanz als angenommen. Die angegebenen Sanierungskosten betragen Fr. 500'000.-. Unter Berücksichtigung der Voruntersuchungs-Ergebnisse muss mit Zusatzkosten von Fr. 370'000.- (exkl. Honorare) gerechnet werden.
D.2 Asbestsanierung (Fr. 244'950.-)
Bei der Erstellung des Kostenvoranschlages war die Sanierungsforderung nicht bekannt. Die anfallenden Kosten sind nicht im Kostenvoranschlag enthalten. Die im Bettenhaus 1 vorgefundenen Asbestbestände wurden erst später bekannt und sind im Bericht vom 20. Mai 1991 nicht enthalten. Die Kostenermittlung für die Sanierung erfolgte durch ein Spezialunternehmen.
D.3 Parkplatz (Fr. 166'750.-)
Das Wegfallen von Spitalparkplätzen durch Baumassnahmen und die nicht mögliche Ersatzlösung rechts der Ergolz machte die Einrichtung eines provisorischen Parkplatzes notwendig.
D.4 Betonabbruch Stollen (Fr. 149'500.-)
Unter dem Bettenhaus 1 hindurchführender Stollen zur Aufnahme der Energieleitungen. Die notwendige Rücksichtnahme auf die darüberliegenden Untersuchungs- und Pflegezonen erforderte bei den Abbrucharbeiten die Umstellung auf Bohren und Schneiden.
Das kostengünstigere "Betonbeissen" war nicht möglich.
Nicht erfassbar bei der Vorplanung der Abbrucharbeiten war das Entfernen von alten Kranfundamenten sowie grössere Mengen Füllbetons. Diese Betonteile sind in keinen Plänen vermerkt.
D.5 Höherer Aufwand Abbruch (Fr. 253'000.-)
Die angeführten Abbrucharbeiten mussten zwingend im Bohr- und Schneideverfahren ausgeführt werden. Sämtliche Teile wurden unterhalb des bestehenden Gebäudes geschnitten, überwiegend von unten, d.h. Installation der Geräte über Kopf und abstützen der Schnittteile von unten. Zeitaufwendig war das Zerlegen in kleinere Transporteinheiten und der Abtransport über lange Wege aus den Gebäuden. Beim "Alten Zentrum Ost" wurde zusätzlich ein Rampenkran eingesetzt, um die Teile unter dem bereits entstandenen Neubau herauszuziehen. Trotz vorheriger umfangreicher seriöser Abklärung mit Spezialisten wurde die Kalkulationsgrundlage sowohl terminlich als auch kostenmässig deutlich überschritten.
D.6 Diverse Eingriffe (Fr. 138'000.-)
Auf Grund Detailabklärungen vor Ort wurden diverse bauliche und statische Eingriffe an verschiedenen Teilobjekten notwendig, im einzelnen sind das z.B.:
- Ausweitung Technikzentrale U3 (zusätzliche Bohrpfähle, Betonwände, Boden, Decke)
- Versetzen bestehender Stahlstützen in der bestehenden Heizzentrale U2 um Platz zu schafffen für Neuinstallationen (Optimierung neue Heizumformer)
- Rückwand bei Aushubabgrenzung Zentrum / Versorgung
D.7 Unterzentrale Niederspannunsverteilung Behandlungstrakt (Fr. 138'000.-)
Bedingt durch die Masse der neuen Unterzentrale musste diese aus dem bestehenden Raum (Standort der alten Unterzentrale) in den angrenzenden Raum verschoben werden. Die Masse sind u.a. von der Lieferfirma abhängig und waren in der KV-Phase nicht vorhersehbar.
D.8 Zusätzliche Provisorien (Fr. 121'000.-)
Die Mehrkosten für die Miete des Notstromdiesels ergaben sich z.T. aus zu optimistischen terminlichen Prognosen in Bezug auf Beschaffung und Erstellung von Komponenten der Elektroanlagen in der Grundversorgung.
Bei der langen Mietdauer des provisorischen Notstromdiesel ist die anerkannt schwierigen Ausgangslage der bestehenden Noststrromversorgung des KSL, insbesondere während der Umbauphase, zu berücksichtigen (kleine Dieselleistung, unterschiedliche Lastenverteilung der Diesel etc.).
Die Versorgungssicherheit mit Notstrom des Behandlungstraktes hatte oberste Priorität.
D.9 Provisorische Wärmeverteilung Personalhaus (Fr. 230'000.-)
Die ursprüngliche Heisswasserleitung zwischen alter Energiezentrale und Personalhaus führte unter dem Parkplatz resp. durch das heutige unterirdische Neubau-Zentrum.
Die geplante Aufhängung quer durch die Baugrube war nach allen Abwägungen doch zu riskant und eine Verlegung, mit Umwegen durch alle bestehenden Gebäude, zu teuer.
Während der Bauarbeiten wurde deshalb die Installation einer mobilen Energieversorgung beschlossen.
E Kostenerhöhung wegen veränderter Marktsituation (Fr. 2'955'500.-)
E.1 Lüftungsgerätepreis (Fr. 575'000.-)
Durch Konkurse und Fusionen (Hemair, Ameva) reduzierte sich die Anbieterzahl. Die sich daraus für den Verbraucher verschlechterte Marktsituation und notwendige Produkteumstellungen führten zu höheren Einkaufspreisen.
E.2 Marktpreisanpassungen Haustechnik (Lüftung) (Fr. 2'380'500.-)
Bei Erstellung des Kostenvoranschlages Haustechnik wurde im Hinblick auf die zu erwartende Entwicklung der Marktsituation mit einem Preisabschlag von 10 % der üblichen Marktpreise kalkuliert. Diese Vorausberechnung stellte sich im Nachhinein als Fehlspekulation heraus und schlägt mit ca. Fr. 2,0 Mio. zu Buche.