1998-252
Landrat / Parlament
Postulat von Peter Brunner: Interregionale Zusammenarbeit (Trägerschaft) der Spitäler Dornach, Breitenbach und Laufen
Zur Übersicht Geschäfte des Landrates
Zur Systematischen Gesetzessammlung (SGS)
Zu Hinweise und Erklärungen
Autor: Peter Brunner, SD
Eingereicht: 26. November 1998
Nr.: 1998-252
Im Spitalbereich müssen aufgrund entsprechender Ueberkapazitäten, auch in der Region Basel, weitere Spitalbetten und Personal abgebaut und für neue Aufgaben eingesetzt werden (so zum Beispiel in der Langzeitpflege usw.). Die medizinischen Fachdisziplinen sollten zudem aus Kostengründen nur mehr an einem Regionalspital ausgeübt werden.
Aktuelles Beispiel ist das Kinderspital beider Basel, wo aufgrund der Fusion und von Synergieeffekten (Arbeitsteilung, Flexibilität) ein erhebliches finanzielles Einsparungspotentional erwartet werden darf!
Zum Kinderspital beider Basel und den Kantonsspitälern Bruderholz, Liestal und Laufen leisten wir uns in der Region Basel aber noch das Angebot entsprechender Privatspitäler und zweier mitkonkurrenzierender Regionalspitäler im Einzugsgebiet von Arlesheim und dem Laufental.
So haben die beiden Solothurner Spitäler Dornach und Breitenbach, ebenfalls direkte Angebotsauswirkungen zu Lasten der Baselbieter Spitäler. Im (Ueberlebens)-Kampf um die Standortgunst und Patienten erfolgen zudem zunehmende und umstrittene Anstellungs-und Dienstleistungsangebote, die wiederum für alle medizinischen Anbieter negative Auswirkungen haben.
So will das Regionalspital Breitenbach, nachdem es während rund zehn Jahren ergebnislos über eine Zusammenarbeit mit dem Spital in Laufen verhandelte (Fokusierung von Breitenbach auf die innere Medizin contra Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt in Laufen, gemeinsamer Wochenend-Notfalldienst usw.) im Sinne einer Existenzsicherungsstrategie, als erste Massnahme die Geburtsabteilung als Profit-Center führen. Konsequenz dieser Neuausrichtung ist ein verstärkter Angebotsdruck und Konkurrenz zum Nachteil der übrigen regionalen Spitalanbieter.
Eine sinnvolle Option wäre daher in einer verstärkten Zusammenarbeit und Arbeitsteilung bis zu einer gemeinsamen Trägerschaft der drei Spitäler Laufen, Breitenbach und Dornach zu suchen. Es müsste eine interregionale Spitalpolitik gleichwertiger Partner, die durch Bedarfsplanung, Spezialisierung und Arbeitsteilung eine zukunftsgerichtete und kostengünstige regionale Spitalpolitik anstreben wollen, in die Wege geleitet werden.
Mit einer gemeinsamen Trägerschaft könnten zudem die emotional umstrittenen Standortentscheide entpolitisiert und die Preis- / Leistungsangebote in einem sich rasch wandelnden Gesundheitsmarkt vermehrt wieder in den Vordergrund gestellt werden.
Leider konnte bis heute aber kein politischer Konsens gefunden werden mit der Konsequenz, dass die Mehrkosten dieser verfehlten Spitalpolitik die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, wir alle aber auch als Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer via höhere Krankenkassenprämien zu zahlen haben.
Ich bitte daher den Regierungsrat,
1.) zu prüfen und zu berichten, welche Vor-, Nachteile und Präferenzen eine gemeinsame Trägerschaft der drei Spitäler Laufen, Breitenbach und Dornach hätte?
2.) zu prüfen, wieweit der kooperative Einbezug der Ita-Wegmann-Klinik und der Lukas-Klinik (Arlesheim) bei einer gemeinsamen regionalen Spitalträgerschaft sinnvoll und wünschbar wäre?
Back to Top