Verpflichtungskredit für Internet an den Schulen (1999 bis 2002)

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-038 vom 2. März 1999


Verpflichtungskredit für Internet an den Schulen (1999 bis 2002)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





3. Massnahmen

3.1 Kindergarten und Primarschule


(1) Ausgangslage


Informatik ist gegenwärtig am Kindergarten und an der Primarschule kein Unterrichtsgegenstand. Auch das Tastaturschreiben wird nicht an der Primarschule erlernt. Der Erziehungsrat hat bisher auch keine informationstechnischen Lehrmittel, Schulmaterialien und Unterrichtshilfen als obligatorische Lehrmittel für die Primarschulen bestimmt. Viele Schülerinnen und Schüler haben aber zu Hause Zugang zu Informatikmitteln, und ein grosser Markt an Lernsoftware ist entstanden. Lehrpersonen haben auf eigene Initiative bereits Computer angeschafft und setzen sie im Unterricht ein. Zur Erprobung der Informatikmittel für die differenzierte Förderung der Schülerinnen und Schüler an der Primarschule führt die Erziehungs- und Kulturdirektion bereits ein Pilotprojekt durch, an welchem 6 Primarklassen beteiligt sind.


Der Erziehungsrat hat die Herstellung des CD-ROM «Natur und Landschaft in der Region Basel vom Mittelalter bis heute» für die schulische Nutzung gutgeheissen, so dass ab Frühling 1999 mit diesem neuen Unterrichtshilfsmittel beispielhaft Erfahrungen an der Primarschule (und auf anderen Schulstufen) gesammelt werden können.




(2) Neue Zielsetzung


Der Primarschullehrplan bleibt unverändert. Informatik und Tastaturschreiben werden nicht in die Primarschule vorverlegt. Hingegen sollen im Rahmen eines zusätzlichen Pilotprojektes mit einer ganzen Schule Erfahrungen mit dem Einsatz der Informatikmittel als vielseitiges Lern- und Arbeitswerkzeug zur differenzierten Förderung der Schülerinnen und Schüler entsprechend den Lernzielen des Lehrplans gesammelt und ausgewertet werden. Einsatzbereiche sind insbesondere Üben/Automatisieren, Wissenserwerb, Informationsbeschaffung, Arbeit mit Standardprogrammen wie Grafikprogramme, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Datenbank. Mögliche Einsatzgebiete des Internets für den Unterricht werden schwergewichtig erst ab 4. Schuljahr zu studieren sein.




(3) Pilotprojekt


Einer Schule in Verbindung mit der Einwohnergemeinde soll ermöglicht werden, vom Kindergarten bis Ende Primarschule zusammen mit Fachpersonen ein Konzept zum Einbezug der Informatikmittel zu erarbeiten, umzusetzen und auszuwerten. Damit sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie eine Schule insgesamt zu einer zweckmässigen Nutzung der Informatikmittel gelangt und wie die Hilfsmittel für den individualisierenden Unterricht bzw. speziell für die Förderung lernschwacher, fremdsprachiger oder speziell leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden können. Der Kanton finanziert die Fortbildung, Betreuung und Auswertung und leistet einen Beitrag an die Kosten der Hard- und Software inklusive Anschlüsse ans Internet. Die Beteiligung erfolgt aufgrund einer Ausschreibung, an welcher sich mit Zustimmung der Schulpflege die Kollegien mit einem Grobkonzept anmelden können. Aufgrund der Eingaben wird eine Schule ein Feinkonzept erarbeiten können, das in einer Vereinbarung zwischen Kanton, Einwohnergemeinde, Schulpflege und Kollegium für die Durchführung des Pilotprojektes mündet. Zu diesem Zweck wird eine lokale Projektleitung eingerichtet.


Die Erfahrungen mit diesem und dem bereits laufenden Pilotprojekt dienen als Entscheidungsgrundlage, um einen sinnvollen Einbezug von Informatikmitteln als didaktische Hilfsmittel vorzubereiten.




(4) Ausstattung und Anschlüsse


Der Kanton beteiligt sich gemäss spezieller Vereinbarung mit der Einwohnergemeinde an den Kosten der Ausstattung für das Pilotprojekt. Damit alle Lehrpersonen des Kindergartens und der Primarschule sich mit den Informatikmitteln vertraut machen können, empfiehlt der Erziehungsrat den Gemeinden als Trägerinnen des Kindergartens und der Primarschule, für die Lehrpersonen Computerarbeitsplätze mit Internet-Anschluss einzurichten.




(5) Fortbildung


Der Kanton bietet im Rahmen des Budgets der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung auch für Lehrpersonen des Kindergartens und der Primarschule Fortbildungskurse vor allem für die schulische Nutzung von Computern als Lern- und Arbeitsmittel und zur didaktischen Reflexion an.




(6) Evaluation


Eine Arbeitsgruppe Kindergarten/Primarschule soll die weitere Entwicklung des Einsatzes der Informatikmittel im Rahmen des Pilotprojektes begleiten. Die als Teil der gesamten Evaluation erfolgende Auswertung des Pilotprojektes im Jahre 2001 soll Auskunft über die Nutzung der Informatikmittel zur Unterstützung des differenzierten und individualisierten Lernens geben. Als besondere Aspekte werden der geschlechtsspezifische Umgang mit Informatikmitteln und der ausserschulisch unterschiedliche Zugang zu Informatikmitteln beleuchtet. Die Evaluation bildet eine Entscheidungsgrundlage für den Einbezug der Informatikmittel am Kindergarten und der Primarschule ab 2003.




(7) Zusatzkosten


Die Kosten für das Pilotprojekt können je nach Grösse der Schule und dem Ergebnis der Verhandlungen mit der Trägergemeinde variieren. Ausgewiesen ist der maximal mögliche Beitrag des Kantons. Es wird ein spezieller Verpflichtungskredit beantragt, so dass eine spezielle Beschlussfassung über das Pilotprojekt erfolgen kann. Dieser spezielle Verpflichtungskredit wird dem fakultativen Finanzreferendum unterstellt.


Darstellung 1: Kantonale Zusatzkosten Kindergarten/Primarschule




Fortsetzung


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