Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999
Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
7. Chancengleichheit für Frau und Mann (FfG)
7.1 Gesetze und Verordnungen
Die FfG war bei der Vorbereitung der Abstimmung zum Einführungsgesetzes zum Gleichstellungsgesetz sowie bei der Erarbeitung der Verordnung und der Bestellung der Kommission massgeblich beteiligt. Sie war federführend bei der Ausarbeitung der Verordnung zum Schutz der sexuellen Integrität am Arbeitsplatz vom 3. November und arbeitete bei der Bestellung der Vertrauenspersonen (als Ansprech- und VermittlungspartnerInnen) und der Beschwerdekommission mit. Eine Informations- und Schulungskampagne, welche die Möglichkeiten im Falle von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz bekannt machen soll, ist vorbereitet worden.
7.2. Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Ausschüssen
Die Abgabe des Berichtes der Arbeitsgruppe Gewalt im sozialen Nahraum an den Regierungsrat führte zu einer modifizierten Weiterführung des Projektes mit einer befristeten Projektleitungsstelle, die in der JPMD angesiedelt ist; das Präsidium des Projekts führt eine Mitarbeiterin der Fachstelle. Sowohl in der ExpertInnenkommission des Sozialhilfegesetzes als auch im Steuerungsausschuss der Besoldungsrevision arbeitete die FfG mit.
Die Mitarbeit der Fachstelle in den Begleitorganen zum Impulsprogramm und Lehrstellenbeschluss führte im Falle des Wirtschaftsförderungsprogramms zur Anstellung einer Chancengleichheitsbeauftragten, die ihre Querschnittfunktion in allen Projekten und in der Begleitung eines spezifischen Angebots für Frauen wahrnimmt. Die Zielsetzung des Lehrstellenbeschlusses, insbesondere auch Lehrstellen für junge Frauen zu schaffen und sie zu einer Erweiterung ihrer Berufswahl zu motivieren, unterstützte die FfG in Zusammenarbeit mit dem Amt für Berufsbildung mit dem Versand von Broschüren an Lehrbetriebe und dem Angebot von Informationsmaterial an Mädchen und Eltern.
7.3 Dokumentation und Beratung
Das Angebot der reichhaltigen Dokumentationsstelle (2000 Titel auf EDV nebst umfangreicher Materialiensammlung) wurde einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.
Die FfG führte 98 individuelle Beratungen durch. Dabei schwangen die Themen im Bereich von Mutterschaft und Teilzeitbeschäftigungen obenaus.
Sieben Stellungnahmen zu Vernehmlassungen wurden abgegeben.
7.4 Schulung und Öffentlichkeitsarbeit
Erfolgreich waren die Schulungskurse zum Gleichstellungsgesetz "Frauen kompetent beraten". Die Fachstelle konzipierte und realisierte in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro Basel-Stadt, den Frauenzentralen und den Gewerkschaftsbünden beider Basel sowie dem katholischen Frauenbund Baselland fünf Kurse.
Eine Zusammenarbeit mit dem Personalamt führte zu einem ausgebauten Angebot gleichstellungsrelevanter Kurse in der kantonalen Weiterbildung.
Neben Referaten und Artikeln stiess auch die Sensibilisierungskampagne "Umdenken öffnet Horizonte" mit Tram- und Busplakaten und Postkarten auf ein gutes Echo in der Öffentlichkeit. Die Aktion wurde gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro und Frauenrat von Basel-Stadt durchgeführt.
Insgesamt wurden 9300 Publikationen, Broschüren, Postkartensets versandt oder auf Bestellung verschickt.
7.5 Publikationen
Grosse Nachfrage hatte die Studie über die Gleichstellung von Frau und Mann im interkantonalen Vergleich. Sie bietet einigermassen gesicherte Einschätzungen über den Stand des Kantons Basel-Landschaft im Bereich Teilzeitarbeit in der Verwaltung, Erlasse zu Frauenförderung, Kinderkrippen, Anrechnung von Betreuungsarbeit, Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub, Alimentenbevorschussung, Pensionskasse und ausserparlamentarische Kommissionen. Klar wird, dass der Kanton Basel-Landschaft erst im unteren Mittelfeld der interkantonalen Hitliste steht. Damit bleibt ihm noch ein Jahr Zeit, sein ehrgeiziges Ziel, bis zum Jahr 99 zu der Spitzenkantonen zu gehören, zu erreichen.
Eine Bilanz 98 zum derzeitigen Anteil von Frauen in den Kommissionen und den Auswirkungen der regierungsrätlichen Massnahmen zur Verbesserung des Frauenanteils stellte eine steigende Tendenz in allen Direktionen fest. Dabei erwiesen sich der Doppelvorschlag Frau/Mann und eine Amtszeitbeschränkung auf 16 Jahre als förderliche Mittel. Unterstützend dazu aktualisierte die Fachstelle die Fachfrauendatei neu. Sie umfasst 180 Adressen von Fachfrauen, die zur Mitarbeit in Kommissionen bereit sind.
7.6 Personelles
Personell einschneidend war der Leiterinnenwechsel nach 9jähriger Tätigkeit von Marie-Therese Kuhn zu Sabine Kubli, Historikerin und langjährige Ausstellungsverantwortliche des Kantonsmuseums.
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