Amtsbericht 1998 des Regierungsrates

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999


Amtsbericht 1998 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





3 Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain

3.1 Rechtsetzung

3.1.1 Agrarpolitik 2002 des Bundes

Der Bund beschloss ein neues Landwirtschaftsgesetz. Nach einer umfangreichen Vernehmlassung im Sommer setzte der Bundesrat 37 landwirtschaftliche Verordnungen in Kraft. Mit dieser neuen Agrarpolitik wird die Landwirtschaft stärker den Marktkräften ausgesetzt und zu ökologischen Produktionsmethoden gezwungen.

3.1.2 Kantonales Landwirtschaftsrecht

Der Landrat beschloss am 8. Januar 1998 ein neues Landwirtschaftsgesetz, dem das Stimmvolk am 15. März mit 81 % Ja-Stimmen zustimmte. Das Gesetz trat zusammen mit 5 Verordnungen am 1. Juli 1998 in Kraft. Die Verordnung über die Tierzucht und den Viehabsatz wurde zurückgestellt.


3.2 Organisation

Nach der Kündigung des Betriebsleiter-Ehepaares per Ende August beschloss der Regierungsrat, den Gutsbetrieb nicht mehr als Verwalterbetrieb, sondern in Pacht weiterzuführen. Siehe Abschnitt 3.4.4.


3.3 Leistungsausweis

3.3.1 Landwirtschaftliche Ausbildung


In Absprache mit den benachbarten Berufsschulen wurden neu auch auf der Stufe der Berufsschule Inhalte des Biolehrplanes eingebaut. Das Betriebsheft wurde erneuert. Neu müssen alle Aufzeichnungen von den beiden Lehrbetrieben in einem Ordner statt in separaten Ordnern zusammengefasst werden. Die Lehrmeister wurden an Weiterbildungskursen mit dem neuen Betriebsheft bekannt gemacht. In der Landwirtschaftsschule wurde das bisherige Pflichtfach Biolandbau neu als Wahlfach angeboten. Diejenigen, die das Wahlfach Biolandbau belegen, befassen sich im Rahmen der Projektwoche intensiv mit Fragen und Problemen des Biolandbaus. Selbstverständlich müssen alle Schüler weiterhin das Pflichtfach Einführung in den Biolandbau besuchen.

Durch die unsicheren Zukunftsaussichten in der Landwirtschaft und durch den Druck zur rationellen Bewirtschaftung der Betriebe nimmt die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe laufend ab. Parallel dazu nehmen auch die Schülerzahlen ab. Es wurden erste Vorschläge ausgearbeitet, in welche Richtung sich die landwirtschaftliche Bildungsarbeit am Ebenrain entwickeln soll. Die Vorschläge werden nächstes Jahr weiter bearbeitet und entsprechende Massnahmen getroffen.

Dank grossem Interesse konnte im Herbst 98 mit einer neuen Klasse in der Betriebsleiterschule gestartet werden. Die Anpassung des Programmes und des Inhaltes der Betriebsleiterschule an die Neuerungen in der Meisterprüfung haben sich bewährt.

Landtechnik
In Einzel- und Gruppenberatungen konnten einige Landwirte über die Wirtschaftlichkeit und Eignung einer Maschinenanschaffung beraten werden. Bei einer Vorführung, über das Ausbringen von Gülle mit dem neuen Schleppschlauchverfahren, nahmen ca. 250 Interessierte teil.

Bei den jährlichen Feld- und Obstbaumspritzentests wurden an drei Standorten 88 Feldspritzen und 12 Obstbaumspritzen geprüft.

Neue Betriebe, die beim Projekt "Bim Buur in d'Schuel" mitmachen, wurden auf ihre Sicherheit geprüft. Erstmals wurden auch drei Betriebe geprüft, die sich um eine Anerkennung als Anlehrbetrieb beworben haben.


3.3.2 Haushaltungsschule

Bäuerlich-hauswirtschaftliche Angestellte / Hauswirtschaftliche Angestellte
Einjährige Lehre , meist nach Abschluss der 9 obligatorischen Schuljahre.

- Lehrjahr 1997/98 15 Schülerinnen
- Lehrjahr 1998/99 10 Schülerinnen

Bäuerlich-hauswirtschaftlicher Fachkurs
Die Ausbildung ist Bestandteil der Bäuerinnenausbildung und offen für interessierte Frauen und Männer aus der ganzen Bevölkerung. Sie dauert 18 Wochen.
Aufnahmebedingungen: Mindestalter 18 Jahre. Eidg. Fähigkeitszeugnis als gelernte Bäuerlich-hauswirtschaftliche / Hauswirtschaftliche Angestellte oder Eidg. Fähigkeitszeugnis einer mind. 2-jährigen Berufsausbildung oder Mittelschulabschluss.

- Winterkurs 1997/98 8 Schülerinnen
- Winterkurs 1998/99 12 Schülerinnen
- Offener Kurs 1997/99 9 Schüllerinnen
berufsbegleitend

Der bäuerlich-hauswirtschaftliche Fachkurs ist eine allgemeinbildende hauswirtschaftliche Ausbildung. Es werden fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten für den Bereich Haushalt vermittelt, welche Grundlagen sind für eine selbständige und verantwortungsbewusste Lebensgestaltung. Der Bäuerlich-hauswirtschaftliche Fachkurs ist eine persönliche und berufliche Weiterbildung, die wichtige Qualifikationen für die private Alltagsarbeit wie auch für den Bereich der Erwerbsarbeit fördert und festigt. Die Ausbildung wird zukünftig von Mitte August bis Ende Januar / Anfangs Februar dauern.

Bäuerlich-hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnenschule Nord-westschweiz
Kurs 1998 / 2000: 8 Schülerinnen aus dem Kanton BL.
Der Kurs ist neu und wird von den Haushaltungsschulen Ebenrain, Liebegg AG und Wallierhof SO gemeinsam durchgeführt.
Die Bäuerlich-hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnenschule bereitet auf die Führung im landwirtschaftlichen Familienunternehmen vor. Die Ausbildung vermittelt die dazu nötigen unternehmerischen Kenntnisse und vertieft die hauswirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Fachkenntnisse. Sie fördert das Erkennen von organisatorischen, wirtschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen im innerbetrieblichen Bereich, sowie im engeren und weiteren Umfeld. Durch die Projektarbeit wird gelernt, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und durch Umsetzen von neuen Ideen im eigenen Unternehmen zu dessen Entwicklung beizutragen.
Auf die Persönlichkeitsbildung wird in allen Fachbereichen grossen Wert gelegt. Mit dem Erkennen der eigenen Stellung in Familie, Betrieb und Gesellschaft wird das Verständnis für andere geweckt. Kommunikation innerhalb der Familie und des Unternehmens sowie mit wirtschaftlichen und politischen Partnern wird eingeübt.


3.3.3 Weiterbildung

Die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Wallierhof bei den Weiterbildungskursen hat sich bewährt. Die aktuellen Kurse werden gemeinsam ausgeschrieben und einige auch gemeinsam durchgeführt. Im Sommer- und Winterprogramm wurden insgesamt 81 Kurse angeboten, von denen 65 durchgeführt wurden. Die 1997 getroffenen Massnahmen haben zur Verbesserung der Durchführungsquote beigetragen.
Wegen mangelnder Teilnehmerzahl konnte der mit dem Kanton Solothurn und Aargau gemeinsam angebotene Kurs für Landwirte, die Ihre Betriebe auf Biolandbau umstellen, nicht durchgeführt werden.

Die Beratungsfälle der Biobetriebe konnten termingerecht behandelt werden; Spezial-Beratungen wurden an das FiBL weitergeleitet.


3.3.4 Gutsbetrieb

Nachdem das Werkführerehepaar seine Tätigkeit auf dem Gutsbetrieb auf Ende August 1998 gekündigt hatte, beschloss der Regierungsrat, den Betrieb zu verpachten. Für die Pacht bewarben sich 10 Bauernfamilien. Die gewählte Pächterfamilie übernimmt den Betrieb auf den 1. Januar 1999. Im Pachtvertrag wurde die Zusammenarbeit zwischen der Pächterfamilie und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain geregelt. So soll der Gutsbetrieb in ähnlichem Rahmen wie bisher als Übungs- und Demonstrationsbetrieb für die land- und hauswirtschaftliche Aus- und Weiterbildung dienen. Die zusätzlichen Erschwernisse und die zeitlichen Aufwendungen des Pächters werden entschädigt. Der Betrieb wird weiterhin nach den Methoden des biologischen Landbaues bewirtschaftet.


3.3.5 Schulgarten

Der naturgemäss gepflegte Schulgarten konnte mit seiner grossen Vielfalt an Blumen, Gemüse, Kräutern und Wildpflanzen grosse Dienste leisten für Aus- und Weiterbildung, Beratung sowie zur Dekoration und für die Schulküchen. Der Testanbau von 20 alten Tomatensorten zog viele Interessierte an.
Zu neu errichteten Bögen aus einheimischem, wetterfesten Robinienholz wurde eine Auswahl krankheitsresistenter Kletterrosen gepflanzt.
Im Rahmen der Aktion "Gsundi Gärte - gsundi Umwält" fanden in zwei Gemeinden „GartenLehrpfad"-Aktionen statt, welche bei der Bevölkerung und der Presse gute Aufnahme fanden.


3.3.6 Direktzahlungen

Die Abwicklung der komplexen Massnahmen im Bereich Pflanzenbau und Direktzahlungen hat im Jahr 1998 reibungslos funktioniert. Die Landwirte haben die Beiträge und Abrechnungen rechtzeitig erhalten.
Die Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Organisationen hat sich bewährt. Es wird grossen Wert darauf gelegt, Mehrfachkontrollen zu vermeiden und die Landwirte nicht unnötig zu belangen. Die Kosten für die externen Kontrollen werden je zur Hälfte vom Kanton und den betroffenen Landwirten übernommen.

Bundesmassnahmen
Die Bundesmassnahmen erfuhren im Jahr 1998 nur kleine Änderungen.

Übersicht Anbauflächen und Bundesbeiträge:


Erstmals sind die Bundesbeiträge für die Landwirtschaft um 1.3 Mio. Franken oder 3.2 % zurückgegangen. Einer Zunahme der Beiträge für die Tierhaltungsprogramme ( Kontrollierte Freilandhaltung und Tierfreundliche Stallhaltung) steht eine Reduktion bei den ergänzenden Direktzahlungen und der Integrierten Produktion resp. dem Biolandbau gegenüber.

Kantonale Massnahmen
Die kantonalen Massnahmen im Bereich Ökologischer Ausgleich erfuhren 1998 eine weitere Zunahme um 7 Prozent. Der Verpflichtungskredit 1993 bis 1998 für Kantonale Ökobeiträge ist im Berichtsjahr abgelaufen. Für die Weiterführung der bewährten Massnahme wurde dem Landrat eine Vorlage für die Jahre 1999 bis 2003 unterbreitet.

Übersicht Flächen und Kantonsbeiträge (inkl. Anteil Bund):


Ölsaatenkontingente
1998 wurden folgende Flächenkontingente für die Produktion von Ölsaaten an die Landwirte verteilt:


Die Flächen der Ölsaaten haben somit gegenüber dem Vorjahr kaum geändert.

Öffentlichkeitsarbeit und Beratung
Um die Landwirte umfassend und korrekt über die verschiedenen Massnahmen zu orientieren, wurden im Verlaufe des Jahres mehrere Orientierungsanlässe durchgeführt, einerseits Informationsabende, aber auch Kurse, Flurbegehungen und Exkursionen.

3.3.7 Tierzucht und Viehabsatz

Tierzucht
1998 sind auch im Bereiche der Tierzucht und Produktevermarktung die gesetzlichen Weichen auf die neue Agrarpolitik ausgerichtet worden. Der Bund hat die Verantwortung für die Zucht vollständig an die Züchter und ihre Organisationen delegiert. Zusammen mit den Kantonen leistet der Bund Beiträge an die Herdebuchführung, Leistungsprüfungen und -auswertungen, an Programme zur Erhaltung der Schweizer Rassen sowie an die Verbesserung der Qualität viehwirtschaftlicher Produkte.
Das Expertenteam des Kantons hat 3552 Zuchtkühe und 97 Zuchtstiere, 271 Zuchtschweine, 733 Schafe und 102 Ziegen beurteilt. Die Milchviehrassen Holstein- und Braunvieh werden seit kurzem durch "Profiexperten" der schweizerischen Verbände linear beschrieben und eingestuft. Um die Vorteile zentraler Viehschauen zu nutzen, haben die Zuchtorganisationen, unterstützt durch den Kanton, drei Regionalschauen mit den Rassen Holstein/Braunvieh durchgeführt. Diverse unserer traditionellen Viehschauen geniessen beim nichtbäuerlichen Publikum eine hohe Wertschätzung. Auch dieses Jahr haben Baselbieter Viehzüchter an verschiedenen nationalen Ausstellungen teilgenommen. Den Abschluss der Pferdeschauen bildete das "Baselbieter Fohlenchampionat" mit 25 der besten Halbjährigen aller drei geförderten Rassen.

Viehabsatz
Der Kanton hat 1998 21 Schlachtviehmärkte für Tiere der Rindviehgattung, ab 5 Monaten, durchgeführt. Total sind 1127 Tiere vermarktet worden. Der neu installierte Marktstandort bei den Grastrocknungsanlagen in Hölstein hat sich gut bewährt. Viele Bauern haben erkannt, dass die überwachten Schlachtviehmärkte unter jeglichen Marktbedingungen Vorteile bieten. Trotz etwas kleinerem Angebot bewegten sich die Produzentenpreise 33 % unter den Richtpreisen des Bundes.
An 3 Schlachtschafmärkten sind 830 Lämmer und Schafe vermittelt worden. Wegen der hohen Importquote von über 50 % sind die Lämmerpreise etwas höher als bei den anderen Schlachttierkategorien.
Die vom Bergbauernverein Langenbruck seit 14 Jahren umsichtig organisierte Zuchtviehauktion wird durch den Kannton unterstützt. Von 105 angebotenen Kühen und Rindern konnten 94 (90 %) versteigert werden. Durchschnittspreis Fr. 3'084.- (+ 182.-). Die Preise sind im Verhältnis zu den hohen Produktionskosten nach wie vor ungenügend. Langenbruck erzielte aber im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen ein relativ gutes Ergebnis.
Der Kanton unterstützt ebenso die Vermarktung von Pferden aus bäuerlicher Zucht unserer Region. An zwei Abenden haben Verkaufsvorführungen mit je 17 und 30 Pferden in Biel-Benken stattgefunden. Am Tag des Pferdes in Lörrach vom 11. Juni war eine Baselbieter Gruppe mit 18 Pferden aller 3 Rassen und 7 verschiedenen Darbietungen präsent. Die Verkaufserfolge halten sich allerdings in Grenzen.
Kuhhalterbeiträge
Bis Ende 1998 richtete der Bund Beiträge an Kuhhalter ohne Verkehrsmilchlieferung (Mutterkuhhalter, Kälbermast bzw.
-aufzucht) aus. 1998 wurden 1,4 Mio. Fr. an 98 Betriebe vermittelt.
Dieser sog. "Kuhbeitrag" wird ab 1999 durch Beiträge für die Haltung rauhfutterverzehrender Nutztiere der verschiedenen Gattungen ersetzt.

Zusatzmilchkontingente, Remontierungsbeiträge
Käufer von ausgewiesenen Kühen und Rindern aus dem Berggebiet haben Anspruch auf Zusatzmilchkontingente. Zusätzlich leistet der Kanton zur Förderung der Aufzucht im Berggebiet einen Remontierungsbeitrag. Anfangs des Berichtsjahres wurden für 386 Tiere Zusatzkontingente von je 1500 kg bewilligt.

Fachtagungen, Beratungen
Die Abteilung Tierzucht war an 9 Fachveranstaltungen organisatorisch und fachlich engagiert. Einzelberatungen betrafen Haltungs- und zuchttechnische Fragen sowie Viehschätzungen.

Tier- und Landwirtschaftsschau 2000
Neben den bäuerlichen und tierzüchterischen Organisationen ist auch das LZE an der Vorbereitung dieses im 10 Jahres-Turnus stattfindenden Anlasses, beteiligt. Er findet vom 28. April bis 1. Mai 2000 in Pratteln statt und wird sich vorallem an das nichtbäuerliche Publikum wenden. Ein OK hat die Arbeit anfangs 1998 aufgenommen.

3.3.8 Obst- und Weinbau
Obstbau
Obwohl die Kirschenernte 1998 in der Nordwestschweiz nur 77% der Durchschnittsmenge brachte, waren fast alle Beteiligten sehr zufrieden. Ungünstiges Wetter zur Blütezeit und zwei Frostnächte hatten die Ertragsaussichten stark reduziert. Die verbliebene Ernte konnte unter optimalen Bedingungen in bester Qualität gepflückt und verwertet werden.
Der Anteil an Brennkirschen war sehr klein, genau wie vom Markt gewünscht. Von den Tafelkirschen wurden 230 Tonnen nach Holland exportiert. Die Industrie erhielt genügend schwarze Kirschen in hervorragender Qualität.
Bei den Zwetschgen brachten die mittleren und späten Sorten gute Erträge. Der Ertrag der Frühsorten war wegen der Trockenheit gering.
Die Kernobsternte war extrem gross. Zeitweise kam es zu Annahme-Stockungen in den Mostereien. Die Obstproduzenten erstellten Neupflanzungen vor allem bei Zwetschgen. Die Marktchance, welche einige neue Sorten bieten, wird rege genutzt. In der Weiterbildung der Produzenten legten wir das Gewicht auf das Qualitäts-Management.
Rohmaterial für die Destillation ist sehr wenig gefragt. Das wird sich auf den Bestand an Feldobst-Bäumen auswirken.
In 27 Gemeinden entdeckte man die Bakterien-Krankheit "Feuerbrand". Die befallenen Pflanzen wurden gemäss eidg. Pflanzenschutzverordung gerodet.

Rebbau
1998 brachte einen Weinjahrgang von Spitzenqualität. Die Menge lag leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Damit ist die Reihe der sehr guten 90-er Weinjahre würdig fortgesetzt worden. Das Interesse an dieser Kultur nimmt weiter zu.

3.3.9 Gemüsebau
Der Kanton unterstützt die Genossenschaft bäuerlicher Gemüseproduzenten Baselland bei der Vermittlung von Feldgemüse. Jährlich werden Verträge mit einigen Gemüseabnehmern ausgehandelt. Nach wie vor ist die Migros Basel mit ungefähr 60 % der wichtigste Abnehmer. Daneben gehen etwa 20 % an Coop Basel, 5 % übernimmt die Firma J. Pfaff, Allschwil. Der Rest geht an verschiedene Abnehmer. Leider sind ab dem 17.10.98 keine Lieferungen an die MIBA/TONI Basel mehr möglich, da deren Frischdienst aufgehoben wurde. Es wird äusserst schwierig sein, Ersatz für diesen Abnehmer zu finden. In den letzten Jahren betrug der Anteil dieses Abnehmers immerhin fast 10 %. In der Absatzperiode 1998/99 konnten von untenstehenden Flächen ungefähr folgende Mengen geerntet werden:

Gesamthaft wurden für etwa 770'000 Franken Gemüse abgesetzt. Im grossen und ganzen waren die Wetterbedingungen im 1998 für die angebauten Kulturen gut. Wegen dem feuchten Herbst war die Ernte der Lagergemüse erschwert. Die Erträge dürfen im allgemeinen als gut beurteilt werden. Leider liegen einige Lagergemüse nicht mehr im Trend (Kohlware, Randen). Nach wie vor sind die erzielten Preise in der Region auf einem guten Niveau. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Metzgerzwiebeln, bei denen die Händler den offiziellen Richtpreis nicht bezahlen wollen.

3.3.10 Boden und Umwelt
Klärschlamm
Die Nachfrage der Landwirtschaft nach Flüssigklärschlamm war 1998 erneut stark rückläufig, diejenige nach entwässertem Schlamm und Trockengranulat hielt ungefähr das Vorjahresniveau. Der Klärschlammabsatz ist innert Jahresfrist um ca. 150 Tonnen Trockensubstanz (TS) gesunken.

Bodenkartierung
Die Feldarbeiten und die GIS-Erfassung der Grundlagendaten des gesamten Kantons konnte Ende Dezember 98 abgeschlossen werden. Die Datenverifizierung und die Redaktion der Gemeindeberichte ist im Rückstand.

Forschung
Die Bearbeitung der "Pfeffingerkrankheit der Süsskirsche" wurde in Zusammenarbeit mit der Eidg. Forschungsanstalt Wädenswil im geplanten Rahmen weiterverfolgt. Die vermutete Resistenz der Unterlage "Cob" hat sich 1998 in den Feldversuchen bestätigt. Die Resultate von in-vitro-Versuchen lassen jedoch Zweifel an einer totalen Resistenz aufkommen. Die Veröffentlichung der Versuchsresultate 1992-98 erfolgt Anfang 1999.
In Aesch und Magden wurden zwei neue Versuche mit der Unterlage "Colt" begonnen, die neben der Resistenz bezüglich Pfeffingerkrankheit auch Kleinwuchs induzieren soll.
In Blauen und Nenzlingen sind die Böden mit Cadmium z.T. so stark belastet, dass die Qualität von Brotgetreide nicht mehr dem Lebensmittelgesetz entspricht. In Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau wurde in Nenzlingen ein Versuch zur Eruierung geeigneter Brotgetreidesorten durchgeführt. Die Resultate liegen zur Zeit bei der Forschungsanstalt zur Interpretation.

Düngung/Umweltschutz
Auch 1998 war eine überdurchschnittliche Anzahl Hofdüngerabnahmeverträge zu verzeichnen, die zu Engpässen bei der Bearbeitung führten.
Die Verrechnung der Beiträge an Bodenprobenanalysen konnten direkt über die Labors mit minimalstem Aufwand abgewickelt werden. Es wurden Fr. 38'700.-- an Beiträgen ausgerichtet.

Förderung des biologischen Landbaues
Es wurden folgende kantonale Beiträge an die Umstellung auf biologischen Landbau ausbezahlt.

3.3.11 Investitionskredite und Betriebshilfe
Die Verwaltungskommission behandelte die eingereichten Gesuche in 5 Sitzungen.

Für die Gewährung von Investitionskrediten und Betriebshilfe sind 39 (Vorjahr 43) Gesuche eingegangen. Insgesamt konnten 31 (39) Darlehen mit einer Netto-Darlehenssumme von Fr. 2'315'100.-- (2'739'900.--) bewilligt werden. Ausbezahlt wurde eine Summe von Fr. 1'867'570.-- an Darlehen. An ordentlichen Rückzahlungen gingen Fr. 2'587'290.-- und an ausserordentlichen Rückzahlungen Fr. 141'800.-- ein.

Schuldverpflichtungen gegenüber dem Bund:


Trotz angespannter wirtschaftlicher Lage erfolgen die Rückzahlungen in der Regel fristgerecht. Ende 1998 bestanden 8 offene Raten mit Fr. 20'500.--.

3.3.12 Landwirtschaftlicher Hochbau
Die bevorstehende Neuregelung der Agrarpolitik durch den Bund zwingt dazu, grössere Investitionen in landw. Bauten sehr kritisch zu beurteilen. Als Folge der Verunsicherung sind nur 26 (46) Beitragsgesuche eingegangen.
Drei (sechs) Gesuche mussten abgewiesen werden. In einem Fall (wie Vorjahr) wurde Beschwerde erhoben, die beim Regierungsrat hängig ist. Weiter wurden zwei aus dem Vorjahr hängige Beschwerden rechtskräftig abgewiesen.
Nach wie vor völlig unzureichend ist der Zahlungskredit des Bundes. Dies hat zur Folge, dass Schlussabrechnungen bis zu einem Jahr zurückgestellt werden müssen.
Im Rahmen der kantonalen Neuregelung des Landwirtschaftsrechtes wurde der Beitragstitel "Hofsanierung" fallen gelassen. Die Förderung von landw. Wohnbauten mit Beiträgen - nicht aber mit Investitionskrediten - ist damit hinfällig.

Folgende Bauvorhaben wurden bearbeitet:

Die Beitragszahlungen sind wie folgt gegliedert:


3.3.13 Boden- und Pachtrecht

Der im Bundesgesetz über das Bäuerliche Bodenrecht (BGBB) gestellte Auftrag an die Kantone erforderte den Erlass folgender Verfügungen (Vorjahr in Klammern):

Bewilligungen zum Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke gemäss Artikel 61 BGBB 97 (73)
Bewilligungen zum Erwerb landwirtschaftlicher Gewerbe gemäss Artikel 61 BGBB 2 (6)

Nichtbewilligung Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke 8 (0)

Bewilligungen zur Abtrennung einzelner Grundstücke von landwirtschaftlichen Gewerben gemäss Artikel 60 BGBB 9 (12)

Verweigerung Realisierung 3 (0)

Anmerkungen im Grundbuch "Nicht landwirtschaftliches Grundstück ausserhalb der Bauzone" gemäss Artikel 86 BGBB 21 (23)

Verweigerung der Anmerkung "nichtlandwirtschaftliches Grundstück ausserhalb der Bauzone" gemäss Artikel 86 BGBB 1 (2)

Schätzungen des Ertragswertes und Genehmigungen als Grundlage für den Eintrag von 115 (104)
Schuldbriefen im Grundbuch gemäss Artikel 87 BGBB.

Beim Vollzug des Bundesgesetzes über die Landwirtschaftliche Pacht (LPG) und der kantonalen Ausführungsbestimmungen waren folgende Verfügungen zu erlassen:

Pachtverträge für ganze Gewerbe 14 (11)

Bewilligung einer kürzeren als die gesetzliche Pachtdauer 43 (13)

Bewilligung zur parzellenweisen Verpachtung 2 (0)


3.3.14 Agrarwirtschaft

Die betriebswirtschaftlichen Beratungen beschränkten sich auf mehrere Teilberatungen. Weiter im Aufwind waren die verschiedenen Gemeinschaftsformen, insbes. in der Milchwirtschaft. Ende Jahr waren 122 (102) Betriebszweig-, 5 (5) Betriebsgemeinschaften und 18 (18) Gebrüderbetriebe anerkannt. Insgesamt wurden 50 (36) Gesuche um Anerkennung, Änderung oder Auflösung bearbeitet.

Zuhanden des Bauinspektorates wurden 345 (296) Stellungnahmen zu 330 (274) Baugesuchen abgegeben. 23 (19) Gesuche mussten abgelehnt werden. 166 Gesuche waren nicht landwirtschaftlicher Art, davon 21 der abgelehnten Gesuche.
Für die IV-Stelle wurden total 27 (36) Gesuche bearbeitet. Bei 20 (26) Gesuchen handelte es sich um Rentenabklärungen, davon 10 Revisionen. 5 Gesuche betrafen Kapitalhilfen.



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