Amtsbericht 1998 des Regierungsrates

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999


Amtsbericht 1998 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





10 Kantonsspital Liestal

10.1 Organisation

Ende Jahr schuf die Spitalleitung ein neues Führungsorgan. Die beiden Führungsgremien Spitalleitung und STOF (Stab operative Führung) bilden neu die Geschäftsleitung. Die bis anhin getrennt geführten Bereiche Ärztlicher- und Nichtärztlicher Dienst vermochten der Dynamik des Betriebes und dem damit verbundenen erhöhten Koordinationsbedarf nicht mehr zu genügen. In der Geschäftsleitung werden alle Geschäfte, die für das Gesamtspital von Bedeutung sind, gemeinsam beraten und entschieden. Gegenüber den Behörden ist nach wie vor die auf zwei Personen beschränkte Spitalleitung verantwortlich.
Im Dezember hat der Informatikausschuss (INFA) die Tätigkeit aufgenommen. In diesem Gremium werden das Informatik-Portfolio bestimmt sowie die laufenden Projekte koordiniert und geplant. Der INFA hat der Spitalleitung regelmässig Bericht zu erstatten und Entscheidungen für Informatikprojekte vorzubereiten.
Mit dem KSL-Forum wurde im November eine neue Veranstaltungsform im Schloss Ebenrain gestartet. Ziel dieser Veranstaltung ist der interdisziplinäre Gedankenaustausch zu aktuellen, für das Gesundheitswesen relevanten Themen unter der Leitung von namhaften hochqualifizierten Referenten aus Wirtschaft und Politik. Das Schloss Ebenrain soll zu einem Ort der Begegnung werden für führende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantonsspitals Liestal, für Freunde und dem Haus nahestehende Personen.

10.2 Personelles
Durch den Bezug des Bettenhauses II und verschiedene, durch Umbauarbeiten aufgezwungene, Verlegungen von Arbeitsplätzen musste ein überwiegender Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahre 1998 einen ausserordentlich grossen Einsatz erbringen. Die nicht alltägliche Situation forderte insbesondere von den Kaderangehörigen flexible organisatorische Lösungen sowie eine subtile Wahrnehmung und Pflege der zwischenmenschlichen Aspekte. Die sehr hohen Anforderungen liessen ab und zu auch die Grenzen des Machbaren erkennen. Trotz all der herausfordernden Umstände, wurde der Stellenplan und das Lohnbudget sorgfältig bewirtschaftet und das Ziel erreicht.
Der Arbeitsmarkt des diplomierten Pflegepersonals zeigte sich 1998 äusserst angespannt. Trotz intensiver örtlicher und überregionaler Stellenausschreibungen war es kaum möglich, vakante Stellen termingerecht zu besetzen. Die Abgänger der Berufsschulen für Pflege wurden wie zu früheren Zeiten vom Arbeitsmarkt buchstäblich aufgesogen, d.h. allen wurde bereits mehrere Monate vor dem Diplom-Examen ein Anstellungsvertrag angeboten. All diese "günstigen" Zeichen lies-sen im Hause die Fluktuationsrate beim Pflegepersonal leicht ansteigen. Auf Stellenausschreibungen bei den übrigen Berufen geht nach wie vor eine überdurchschnittlich grosse Zahl von Bewerberdossiers ein.

10.3 Leistungsausweis


Bemerkungen zur Betriebs- und Investitionsrechnung (Nach VESKA-Kontorahmen)

Das Betriebsergebnis schliesst insgesamt gegenüber dem Budget besser ab. Den Mehraufwendungen sowohl beim Personalaufwand als auch beim Sachaufwand stehen Mehr-erträge gegenüber.


Der Vergleich zum Budget
Beim Personalaufwand inkl. Sozialleistungen ist ein Mehraufwand von Fr. 309 209.96 zu registrieren.
Beim Sachaufwand sind Mehrausgaben von Fr. 1 120 495.86 zu verzeichnen.
Den Mehraufwendungen stehen auch Mehrerträge durch vermehrte Leistungen im stationären und ambulanten Bereich gegenüber. Der neue Abrechnungsmodus bei den nichtspitalbedürftigen Geriatriepatienten wirkte sich ebenfalls positiv auf die Ertragsentwicklung aus. Beim budgetieren wurde bei den Privatpatienten mit einem Rückgang gerechnet.

Mehraufwand

Das Defizit ist um Fr. 2 673 203.11 weniger hoch als budgetiert.

Die Pflegetagkosten haben sich von Fr. 835.82 auf Fr. 847.27 erhöht.


Die wichtigsten Abweichungen zum Vorjahr (1997)

Die Kosten haben sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt verändert:



Allgemeine Bemerkungen
Von den Vertragskantonen wurden folgende Leistungen erbracht:


* Endabrechnung 1997 / 1. Semester 1998 /
Geschätzte Vergütung 2. Semester 1998

** 2. Semester 1996 / 1. Semester 1997 und
geschätzte Vergütung 2. Semester 1997 (BS + SO)


10.4 Besonderes

Die Notfallstation des Spitals hat bei der Versorgung der Patienten des oberen Baselbiets eine weiterhin steigende Bedeutung. Die Zuweisungen nahmen im Gesamtspektrum aller Fachgebiete um 8 % gegenüber dem Vorjahr zu. Der Anteil jener Notfallpatienten, die unmittelbar hospitalisiert werden mussten, stieg um 10 %. Die Tendenz zur Verlagerung vom stationären zum ambulanten Bereich wird immer deutlicher. Mittlerweile kommen über 20 % aller operierten Patienten direkt am Eintrittstag zur Operation. Drei Viertel dieser Patienten blieben ambulant. Unter den verschiedenen Fachgebieten überwogen auf der Tagesklinik die orthopädischen und handchirurgischen Patienten, welche zusammen die Hälfte der Patienten ausmachten. Die Augenabteilung führt heute die Eingriffe im vorderen Augensegment routinemässig in der Tagesklinik durch. Parallel zu dieser Entwicklung mit Favorisierung ambulanter Verfahren beobachtet man vor allem im stationären Bereich, dass die Versorgungstechniken aufwendiger, komplexer und kostenintensiver geworden sind. Ausschlaggebend dafür ist in vielen Fällen das Interesse an einer Komfortsteigerung für den Patienten, einer Verkürzung der Behandlungsdauer oder aber einer weiteren Optimierung des Resultats.
Über die Konsiliardiensttätigkeit der Urologen und Fachärzte der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten am Kantonsspital Bruderholz hinaus wurde der HNO-Dienst zunehmend vom Spital Laufen beansprucht. Der Erfahrungsaustausch mit den niedergelassenen Ärzten wurde wiederum von allen Kliniken mit regelmässigen Kolloquien gefördert. Weiterhin ist die Beteiligung der Kliniken und Abteilungen am universitären Lehrbetrieb durch Studentenunterricht, Vorlesungen, Einsitz in universitäre Gremien und aktive Mitarbeit bei der Umsetzung der Studienreform gross. Die Integration der Medizinischen Klinik des Kantonsspitals Liestal in das regionale Departement für Innere Medizin führte zu einer besonders spürbaren Einbindung im strukturellen sowie universitären Ausbildungsbereich. Die Integration der beiden urologischen Kliniken in Liestal und Basel hat die Voraussetzungen für ein gemeinsames Weiterbildungsprogramm gemäss den Anforderungen der Europäischen Union geschaffen.
Überschattet wurde das vergangene Jahr durch den unerwarteten Tod des Chefarztes der Medizinischen Klinik, Professor Amadeus Rosenmund. Er hat mit seiner starken Persönlichkeit und fachlichen Kompetenz die Medizinische Klinik geprägt und das Zusammenwirken mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel mitgetragen.

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