Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999
Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
12 Berufsschule für Pflege
12.1 Rechtssetzung
Die Unsicherheit, die mit den neuen Ausbildungsbestimmungen Einzug gehalten hat, beschäftigte auch im Berichtsjahr die Schule. Das SRK und die SDK haben entschieden, dass eine Arbeitsgruppe die Bildungssystematik überarbeiten muss und 1999 Entscheide für die Zukunft fallen sollen.
Im ersten Quartal 1998 war die Schule aufgefordert, einen Leistungsauftrag zu erarbeiten. Das Budget 1999 wurde auf dieser Basis erstellt. Der Leistungsauftrag ist in 4 Produktgruppen gegliedert:
1. Ausbildung zu dipl. Pflegenden (DI und DII als separate Produkte)
2. Ausbildung und Schulung von Lehrpersonal
3. Information und Selektion
4. Wohnraum für Lernende
Im weiteren werden verschiedene interne Leistungen beschrieben (Fortbildung, Ausbildungskonzepte und Ausbildungsrichtlinien in der Praxis). Mit diesem Leistungsauftrag wurde die Kapazität bezüglich Ausbildungsplätze und den zu realisierenden Abschlüssen festgelegt.
12.2 Organisation
Die Schulstruktur wurde in Richtung Gesamtschule weiterentwickelt und die curricularen und rechtlichen Grundlagen für ein gemeinsames 4. Ausbildungsjahr sind gelegt. Dies ermöglicht Lernenden und auch Pflegenden mit einem Diplomniveau I und einjähriger Berufspraxis den Einstieg in das 4. Ausbildungsjahr. Damit wird ein durchlässiges System installiert, das allen geeigneten Personen die Möglichkeit gibt, das Diplomniveau II zu erreichen.
Die Organisation konnte im Berichtsjahr konsolidiert und die Arbeitsabläufe den dezentralen Standorten entsprechend optimiert werden.
Weitere Optimierungen sind nur durch eine Verbesserung der räumlichen Situation zu ermöglichen. Die Regierung hat einer Arbeitsgruppe den Auftrag erteilt, die zukünftige Standortfrage der Schule zu bearbeiten.
Prognostisch zeigt sich, dass für das Jahr 2000 zuwenig Praktikumsplätze zur Verfügung stehen. Diese Tendenz ist gesamtschweizerisch festzustellen. Die Ablauforganisation der Ausbildungskonzepte muss aus diesem Grunde für die nächsten Jahre überdacht werden.
Die Reorganisation der Administration konnte durch das grosse Engagement der Mitarbeiterinnen in eine gute Lösung überführt werden.
12.3 Personelles
Eine relativ hohe Konstanz bei den Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrern konnte eine gewisse Ruhe in die Organisation bringen. Eine personelle Veränderung in der Programmleitung der Variante B wurde durch eine interne Neubesetzung der Stelle gut verkraftet
Durch die weiterhin in der Pilotphase stehende Ausbildung sind die Arbeitsbelastung und die Anforderungen bezüglich Flexibilität für die einzelnen MitarbeiterInnen sehr hoch. Eine gewisse Stabilisierung zeigt sich, aber es sind immer wieder neue Bereiche zu überarbeiten und zu entwickeln. Es zeigt sich, dass die Mitarbeiterinnen mit grossem Engagement eine Optimierung der Ausbildung anstreben.
12.4 Leistungsausweis
Die Kurse konnten im Berichtsjahr besser ausgelastet werden. Dies ist sicher durch eine konsequente PR-Arbeit der Beratungsstelle möglich geworden. Erstmals wurde dieses Jahr auch ein „Gsund Parcour" durchgeführt, welcher zum Ziel hatte, SchülerInnen der Sekundarstufe 1 und 2 realistisch über Gesundheitsberufe zu informieren und motivieren. Für das nächste Jahr wurden PR-Veranstaltungen erstmals mit allen Berufsschulen im Gesundheitswesen beider Basel eingeleitet. Dies ist sicher ein Schritt in eine Professionalsierung und Optimierung der Werbung in unserer Region.
Die Umsetzung der neuen Generalistenausbildung stellt für alle Beteiligten hohe Ansprüche. Mit den bestehenden Konzepten setzen wir die Ausbildungsbestimmungen des SRK konsequent um. Die Implementierung dieses Systems benötigt aber viel Zeit. Die Schule und die Praxisfelder sind enorm gefordert und brauchen eine gezielte Unterstützung. Die Konzepte wurden laufend evaluiert und entsprechend angepasst. Die ersten Lernenden werden die Grundausbildung mit einem DI-Diplom im Mai 1999 beenden. Anlässlich dieser Abschlüsse werden im April 1999 die Konzepte und deren Umsetzung durch das SRK überprüft und bei Erreichung der vorgegebenen Ziele die Anerkennung definitiv ausgesprochen.
Die beiden letzten Kurse im bereits anerkannten Passerelle-Programm zum DI (Pflegerinnen FA SRK-Ausweis, berufsbgleitend zum Diplomniveau I) sind im Berichtsjahr gestartet und werden im März respektive im November 1999 ihre Abschlüsse machen. Anschliessend wird diese Ausbildung in unserem Kanton nicht mehr angeboten.
Im Berichtsjahr wurden die letzten Diplome in psychiatrischer und allgemeiner Krankenpflege ausgehändigt, wobei 2 Lernende krankheits- und schwangerschaftsbedingt erst 1999 die Ausbildung beenden werden.
12.4.1 Statistiken
| Infomationsveranstaltungen | Total jährlich |
Anzahl TeilnehmrInnen |
| Berufsschule für Pflege | 8 | 204 |
| in Berufswahlklassen/Schulen | 17 | 359 |
| Veranstaltung „Gsund" | 1 | 440 |
| Interessentinnen und Interessenten | Total |
| Anfragen Beratungsstelle | 1762 |
| Beratungsgespräche telefonisch | 361 |
| Beratungsgespräche persönlich | 227 |
| Wohnkanton der erfassten InteressentInnen | Total |
| Baselland | 53 % |
| Baselstadt | 21 % |
| diverse Kantone | 26 % |
| Berufswünsche | Total |
| Diplompflegeberufe | 68 % |
| Pflegeassistenz | 14 % |
| Diverse Berufe im Gesundheitswesen | 18 % |
| Organisierte Schnupperlehren | Total |
| Kantonale Spitäler KSB, KSL, KPK | 171 |
12.4.2 Selektion
| Total | Bedingungen erfüllt | Ablehnender Entscheid | Rückzug nach Aufnahme | |
| Vorabklärung | 225 | |||
| Test (10. Schuljahr) | 75 | 40 % | 60% | |
| Selektion 1998 | 122 | 70 %* | 21 %* | |
| Selektion 1997 | 127 | 71%* | 22%* | 19 |
| * Am Stichtag waren noch einige KandidatInnen in weiteren Abklärungen. | ||||
12.4.3 Lernende
| Programm | Männer | Frauen | Total | Austritte | |
| Kurs 47 | AKP | 2 | 12 | 14 | |
| Kurs 48 | AKP | 4 | 10 | 15 | 1 |
| Kurs 95 | PsyKP | 4 | 7 | 11 | |
| Kurs 1A | DI (A) | 3 | 9 | 12 | |
| Kurs 2A | DI (A) | 2 | 15 | 17 | |
| Kurs 3A | DI (A) | 2 | 16 | 18 | |
| Kurs 4A | DI (A) | 3 | 11 | 14 | 2 |
| Kurs 5A | DI (A) | 3 | 20 | 23 | 2 |
| Kurs 6A | DI (A) | 5 | 12 | 17 | 1 |
| Kurs 7A | DI (A) | 3 | 14 | 17 | |
| Kurs 8A | DI (A) | 2 | 15 | 17 | |
| Kurs 1B | DI (B) | 6 | 7 | 13 | |
| Kurs 2B | DI (B) | 6 | 9 | 15 | 1 |
| Kurs 3B | DI (B) | 7 | 14 | 20 | |
| Kurs PP4 | DI (PP) | 2 | 15 | 17 | |
| Kurs PP5 | DI (PP) | 2 | 16 | 18 | |
| Kurs PP6 | DI (PP) | 2 | 20 | 22 | |
| Total 1998 | Berufsschule für Pflege | 58 | 222 | 280 | 7 |
| Total 1997 | Berufsschule für Pflege | 47 | 197 | 239 | 12 |
12.4.4 Diplome
| Männer | Frauen | Total | ||
| In Allg. Krankenpflege | 6 | 21 | 27 | |
| In Psych. Krankenpflege | 4 | 7 | 11 | |
| Diplomniveau I | 2 | 15 | 17 | |
| Abschlüsse 1998 | 12 | 43 | 55 | |
| Abschlüsse 1997 | 8 | 56 | 64 | |
12.5 Besonderes
12.5.1 Ausbildungsstationen
Durch eine breit angelegte Evaluation innerhalb unserer Praktikumsinstitutionen konnte ein sehr klares Bild der aktuellen Umsetzung der neuen Ausbildungen in der Praxis gewonnen werden. Die Resultate wurden mit allen Beteiligten besprochen und Folgerungen daraus gezogen. 1999 wird die Schule zusammen mit der Praxis ein Projekt zur Qualitätssteigerung der Ausbildung in der Praxis und der gezielten Zusammenarbeit mit der Schule durchführen.
Die Schule bot, für Institutionen die keine interne Fortbildung zur Ausbilderin bzw. zum Ausbilder in der Praxis haben, zwei Kurse an, die eine Vorbereitung auf diese neue Rolle ermöglichen. Die Kurse dauerten jeweils 5 Tage und wurden durch Praxisberatung ergänzt.
12.5.2 Entwicklung des 4. Ausbildungsjahres
Wie bereits im Kapitel Organisation erwähnt, wurde das 4. Ausbildungsjahr erarbeitet. Mit Hilfe einer externen Person konnte hier ein innovatives Konzept entwickelt werden, welches auf den bereits vorhandenen ersten drei Ausbildungsjahren aufbaut und eigene Akzente setzt. Im Mai 1999 wird der erste Kurs beginnen, seit November bereiten sich die verantwortlichen Personen nebst ihren aktuellen Aufgabe intensiv auf ihre Rolle vor und gleichzeitig erarbeiten sie die entsprechenden Grundlagen zur Umsetzung des Konzeptes.
12.5.3 Fort- und Weiterbildung
Zur Zeit absolvieren 3 Personen die Ausbildung zur Berufsschullehrerin Fachbereich Pflege. Für die Schule ist es wichtig, hier eine Konstanz an Lehrerinnen aufzubauen, da der Stellenmarkt in diesem Bereich ausgetrocknet ist.
Durch gezielte individuelle Fortbildung bereiten sich die BerufsschullehrerInnen auf die zukünftigen Herausforderungen in dem neuen Ausbildungssystem vor.
Die 'Schulinterne Fortbildung' ermöglicht allen Lehrerinnen und Lehrern an einem gemeinsamen Thema und am gemeinsamen Verständnis zu arbeiten. 1998 wurde der Schwerpunkt auf den Bereich der Pflegediagnosen und auf den phänomenologischen Ansatz in der Ausbildung gelegt. In vier sehr intensiven und bereichernden Tagen konnten weitere Schritte zur Implementierung dieser Ansätze im Alltag gemacht werden.
Im weiteren wurden durch programmspezifische Workshops die kohärente Umsetzung der neuen Programme diskutiert und mit gezielten Schulungen der Lehrerinnen und Lehrer ergänzt.
12.5.4 Chronik der Schule für Spitalberufe
Die Schule hat die letzten Abschlüsse in allgemeiner und psychiatrischer Krankenpflege zum Anlass genommen, die Vergangenheit der Pflegeausbildung im Kanton zu dokumentieren. Anlässlich der letzten Diplomfeier der allgemeinen Krankenpflege konnte an einer Vernissage die Chronik der Schule für Spitalberufe präsentiert werden. Diese Chronik wurde im Auftrag der Berufsschule für Pflege durch Frau S. Braunschweig, Historikerin und Dozentin an der Schule, verfasst und zeigt eine eindrückliche und umfassende Entwicklung der Pflegeausbildungen in unserem Kanton auf. Die Schule stellt diese Chronik allen Interessierten gerne zur Verfügung.
12.5.5 Schüler- bzw. Schülerinnenrat
Der 1997 gegründete Schüler- bzw. Schülerinnenrat hat sich vergrössert und bildet einen wichtigen Bestandteil der Schule. Durch gemeinsame Sitzungen des Schülerrats und Vertretungen der Schule ist es möglich, konstruktive Anliegen der Lernenden aufzunehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Der Schüler- bzw. Schülerinnenrat hat sich klare Konturen durch neue Statuten gegeben.
12.5.6 Aufsichtskommission
Im Berichtsjahr haben einige Mitglieder der Aufsichtskommission demissioniert. Insbesondere ist die Vizepräsidentin, Frau Trudi Baumann, im Rahmen ihrer Pensionierung zurückgetreten. Wir möchten den zurückgetretenen Mitgliedern für ihr langjähriges Engagement danken. Erfreulicherweise konnten wir wieder fachkompetente Mitglieder für diese herausfordernde Aufgabe motivieren.
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