Amtsbericht 1998 des Regierungsrates

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999


Amtsbericht 1998 des Regierungsrates


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





13 Kantonales Institut für Pathologie

13.1 Organisation

Im Auftrag der Sanitätsdirektion wurde mit dem Vorsteher der Pathologie Basel ein Projekt für eine strukturierte Zusammenarbeit der Pathologie-Institute Basel und Liestal ausgearbeitet.
Im Zuge der Kostentransparenz und des Leistungsausweises wurden ab 01.01.1998 auch die bis anhin unentgeltlichen Leistungen für Patienten der allgemeinen Pflegeklasse den Kantonsspitälern verrechnet.
Das Institut ist im alten, renovationsbedürftigen Kantonsspital untergebracht. Eine Kommission mit Vertretern des Kantonsspitals Liestal, der Kantonalen Psychiatrischen Klinik, der Schule für Pflege und des Hochbauamtes prüft zur Zeit mögliche neue Standorte. Eine Renovation des alten Kantonsspitals mit Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes ist unter anderem auch aus Gründen der Denkmalpflege wünschbar.

13.2 Personelles
Der Personalbestand blieb konstant. Das Personal besteht durchwegs aus langjährigen, erfahrenen Mitarbeitern. Fluktuationen waren nur bei den Assistenzärzten zu verzeichnen, die sogenannte Rotationsstellen besetzen. Neben dem Chefarzt ist eine Oberärztin und ein Oberarzt tätig, die beide voll ausgebildete Fachärzte sind. Die Oberärztin besitzt als Leiterin der zytologischen Abteilung auch den Facharzttitel für klinische Zytologie.

13.3 Leistungsausweis
13.3.1 Autopsien und Todesursachen
Die Durchführung von Autopsien bleibt eine wesentliche Aufgabe der kantonalen und universitären Pathologie-Institute. Autopsien sind wichtig für die Qualitätskontrolle der ärztlichen Diagnostik und Behandlung, die Kontrolle neuer diagnostischer Methoden und Therapien, die Abklärung ungewöhnlicher Todesfälle, epidemiologische Untersuchungen und die Ausbildung der Aerzte. Sie helfen mit, den hohen Stand des öffentlichen Gesundheitswesens zu bewahren. Die aus verschiedenen Gründen allerorts sinkende Autopsiefrequenz ist bedauerlich. Im Einzugsgebiet des Instituts ist es jedoch dank einer guten Zusammenarbeit mit den klinisch tätigen Aerzten und eines grossen Einsatzes aller Mitarbeiter gelungen, die Autopsiefrequenz nicht nur zu halten sondern sogar um 4% leicht zu steigern (524 Autopsien). Die Autopsiefrequenzen der medizinischen Abteilungen der Kantonsspitäler Bruderholz und Liestal waren allerdings rückläufig (Bruderholz 73%, Abnahme 5%, Liestal 58%, Abnahme 8%).
Die Haupttodesursachen betrafen zu gleichen Teilen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems und bösartige Tumoren (je 36%). Eine Krankheit der Herzkranzgefässe (mit oder ohne Herzinfarkt) war in 84 Fällen (16%) Todesursache. Männer waren 1,4mal häufiger betroffen als Frauen. Weitere wichtige kreislaufbedingte Todesursachen waren Lungenembolien (15 Patienten), Hirnerweichung und Hirnblutung (je 13 Patienten). Bei den bösartigen Tumoren war erstmals der Lungenkrebs auch bei Frauen der häufigste Organkrebs der zum Tode führte (Männer 31, Frauen 13). Ein Krebsleiden war bei Männern 1,5mal häufiger Todesursache als bei Frauen. In Bezug auf die Häufigkeit stehen Krankheiten der Atmungsorgane (7%) und der Verdauungsorgane (6%) an dritter und vierter Stelle. Infektionen (darunter 2 Fälle von Tuberkulose) waren nur in 3% Todesursache. AIDS-bedingte Todesfälle gelangten keine zur Autopsie. Im Auftrag der Statthalterämter wurden 41 Autopsien durchgeführt. 17 davon betrafen Suizidfälle (13 Männer, Durchschnittsalter 56 Jahre, und 4 Frauen, Durchschnittsalter 64 Jahre).


13.3.2 Histologische Untersuchungen
Es wurden 13 219 histologische Untersuchungen durchgeführt (+1,7%), die von 7 686 Patienten stammten. Das Material bestand aus 10 099 Biopsien, 2 253 Operationspräparate und 755 Curettagen (diagnostische Gebärmutterauskratzungen). Eine Schnellschnittuntersuchung wurde in 522 Fällen angefordert (+29%). Es kamen folgende Spezialuntersuchungen zur Anwendung: Immunhistochemie 2628, Elektronenmikroskopie 62 und DNS-Analyse 32.
Aufgrund der histologischen Untersuchungen wurden 590 Fälle (+7%) Neuerkrankungen an bösartigen Tumoren festgestellt. Die fünf häufigsten waren beim Mann 1. Prostata (119), 2. Dickdarm (57), 3. Haut (27), 4. Harnblase (19), 5. Lymphknoten. Bei der Frau ergab sich folgende Reihenfolge: 1. Brustdrüse (82), 2. Dickdarm (36), 3. Gebärmutter (Körper 18, Hals 6). Neuerkrankungen an Krebs waren beim Mann 1,3mal häufiger.

13.3.3 Zytologische Untersuchungen
Es wurden 5845 zytologische Untersuchungen durchgeführt (-11%). Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die gynäkologische Abteilung eines ausserkantonalen Regionalspitals zu einem anderen Institut wechselte und dass deutlich weniger Sputumuntersuchungen in Auftrag gegeben wurden. 3609 Fälle betrafen die Krebsvorsorge und -abklärung vor allem des Gebärmutterhalskrebses (sog. PAP-Abstriche). Bei 2236 Fällen war eine klinische, nicht gynäkologische Fragestellung Anlass zur Untersuchung.

13.3.4 Angewandte Spezialtechniken



13.3.5 Aus-, Fort- und Weiterbildung
Das Institut ist durch Vorlesungen in spezieller Pathologie, Sektionskurse (Gruppenunterricht) und Wahlstudienjahr (17 Medizinstudenten) in den Lehrbetrieb der Medizinischen Fakultät Basel einbezogen. Zur Fort- und Weiterbildung gehörten institutsinterne Kolloquien, wöchentliche pathologisch-anatomische Demonstrationen für die Kliniken der Kantonsspitäler Bruderholz und Liestal, Teilnahme an interdisziplinären Tumorfallbesprechungen und klinisch-pathologische Konferenzen. Die Cheflaborantin erteilte an der Laborschule Basel Unterricht in Histotechnik (150 Std.).



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