Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999
Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
8 Lufthygieneamt beider Basel
8.1 Allgemeines
Im Berichtsjahr konnte das Amt erste Erfahrungen mit dem neuen Leistungsauftrag sammeln. Der damit eingeleitete Prozess wurde positiv aufgenommen und die Erfahrungen sprechen für eine konsequente Weiterführung. In einem zweitägigen Workshop mit allen Mitarbeitenden des Amtes wurden die Ergebnisse dieses Einführungsjahres diskutiert und das künftige Vorgehen gemeinsam definiert. Daraus wurde ein Leitbild des Amtes erarbeitet. Für die nächsten Jahre hat sich das Amt als Ziel gesetzt, die Ablaufprozesse zu erfassen und deren Qualität laufend zu verbessern.
Die nationale Luftkampagne DollAir konnte wegen fehlender Bereitschaft der Wirtschaft zur Mitfinanzierung der Kampagne nicht durchgeführt werden und wurde vom Bund definitiv sistiert.
Neue Aufgaben stellen sich im Bereich Schutz vor nichtionisierender Strahlung (Elektrosmog). Im Zusammenhang mit der Liberalisierung der Telekommunikation und dem Aufbau der Mobilfunknetze verschiedener Anbieter waren zahlreiche Baugesuche zu prüfen.
Als weiterer Baustein der Umwelterziehung wurde die "Luft-Werkstatt" erarbeitet. Die "Luft-Werkstatt" ist ein Lehrmittel nach dem Konzept der erweiterten Lernformen. Sie wurde im Herbst den Schulen zugestellt.
Zusammen mit anderen Kantonen und dem Bund wurde das Projekt einer CD-ROM zum Thema Luftreinhaltung realisiert. Ziel ist, Jugendliche auf sinnliche Art mit dem Schutz unserer Luft zu konfrontieren und sie zu einem luftschonenden Mobilitäts- und Freizeitverhalten zu motivieren.
8.2 Luftqualität
Die Messungen des lungengängigen Schwebestaubes (PM10) sind auf einen stark belasteten innerstädtischen Standort (Basel Feldbergstrasse), sowie zwei ländliche Standorte im Jura (Lampenberg und Humbel) ausgedehnt worden. Die beiden Messorte im Jura sind zudem Teil des grenzüberschreitenden INTERREG II-Projektes. Ziel dieses Projektes ist die Erstellung von Karten der Luftbelastung und einer Emittentenübersicht im Oberrheingebiet als Grundlage für eine gemeinsame Luftreinhaltepolitik am Oberrhein.
Die Luftqualitätsmessungen belegen, dass die Stickstoffdioxid-Belastung in Basel und entlang der Hauptverkehrsachsen im Baselbiet nach wie vor übermässig ist. Auch die Belastung durch lungengängigen Schwebestaub (PM10) ist in der Agglomeration Basel grossräumig zu hoch. Die sonnigen und heissen Monate Mai und August liessen die Ozonbelastung wieder auf Spitzenwerte von über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter ansteigen.
8.3 Luftreinhalteplanung
Die für die Aktualisierung des Luftreinhalteplans beider Basel notwendigen Grundlagenarbeiten wurden weitgehend abgeschlossen. Sie beinhalten die Erstellung von Luftbelastungskarten und Prognoseszenarien der Entwicklung der Luftschadstoffe, sowie die Berechnung der externen Kosten der volkswirtschaftlichen Schäden, die durch die Luftbelastung verursacht werden. Als nächster Schritt wurde eine Expertise zur Erarbeitung der Massnahmenstrategie des revidierten Luftreinhalteplans in Auftrag gegeben. Neuer Schwerpunkt der Untersuchungen sind Massnahmen zur Reduktion der Luftbelastung durch Schwebestaub (PM10).
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Raumplanung wurde die Erarbeitung von raumplanerischen Massnahmen zur Luftreinhaltung in Angriff genommen.
8.4 Luftreinhaltung in Industrie und Gewerbe
Die Sanierungen und periodischen Messungen an Tankstellen sind soweit vorangeschritten, dass eine Liberalisierung der Kontrolle vollzogen werden konnte. Mit dem Branchenverband des Autogewerbes wurden Vereinbarungen zur Selbstkontrolle und Delegation der Messungen an private Messfirmen getroffen. Die VOC-Emissionen aus Tankstellen konnten durch die Sanierungen von 500 auf 50 Jahrestonnen reduziert werden.
Durch die Sanierung der Kehrichtverbrennungsanlage Basel (siehe Abbildung) konnte der Stickoxid-Ausstoss um rund 500 Tonnen/Jahr vermindert werden. Die umfangreichen Abnahmemessungen durch das Lufthygieneamt sind abgeschlossen.
Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Bereich der Geruchsbelästigungen und der illegalen Abfallverbrennung wurde in einem Seminar zur Klagenbearbeitung gemeinsam mit anderen Umweltfachstellen intensiviert. Damit soll die Kompetenz der Gemeinden erhöht werden, Umweltschutzaufgaben vor Ort und bürgernah wahrzunehmen.
Die Einführung von Branchenprogrammen zur Reduktion von VOC-Emissionen im Mittel- und Kleingewerbe wurde weitergeführt. Neu wurde ein Konzept für das Malereigewerbe erstellt. Ziel ist, die Branche zu motivieren, vermehrt lösemittelarme Anstrichstoffe einzusetzen, um dadurch die heutigen VOC-Emissionen von rund 1500 Tonnen/Jahr zu reduzieren.
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