Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 1999-040 vom 2. März 1999
Amtsbericht 1998 des Regierungsrates
Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen
5 Schulinspektorat
5.1 Personelles
Im Administrationsteam wurden zwei Teilzeitstellen nach dem Austritt zweier langjähriger Mitarbeiterinnen wieder neu besetzt. Zwei Lehrlinge haben das letzte Ausbildungsmodul auf unserer Dienststelle absolviert und anschliessend erfolgreich ihre Grundausbildung abgeschlossen.
5.2 Statistik
| 98/99 | 97/98 | ||
| Kindergarten | Kindergartenklassen | 296 | 307 |
| Anzahl Lehrkräfte | 358 | 364 | |
| JMS | Schülerinnen u. Schüler | 15'154 | 16'035 |
| Lehrkräfte | 555 | 549 | |
| Klassen | Primarschule | 679.5 | 664.5 |
| Realschule | 150.5 | 159 | |
| Berufswahlklassen | 47.5 | 46.5 | |
| Sonderschule | 141 | 136 | |
| Sekundarschule | 367 | 372 | |
| Schülerinnen | Primarschule | 13'817 | 13'814 |
| und Schüler | Realschule | 2'724 | 2'896 |
| (massgebend) | Berufswahlklassen | 910 | 873 |
| Sonderschule | 1'510 | 1'554 | |
| Sekundarschule | 7'706 | 7'924 | |
| Lehrerinnen | Primar/Real/BWK | 1'323 | 1'364 |
| und Lehrer | Sekundarschulen | 725 | 721 |
| Kleinkl./Sonderschulung | 181 | 190 | |
| Textil/Werken und HW | 349 | 343 | |
Auf der Volksschulstufe wurden 10 (9) Klassen mit "Erweitertem Musikunterricht" geführt.
5.3 Hauptarbeitsgebiete
Neben den direkten Schulkontakten (Unterrichtsbesuche, Besprechungen, Zusammenarbeit mit Schulleitungen und Behörden) und den gemäss Leistungsauftrag zentralen Aufgaben der Dienststelle waren zusätzlich vor allem direktionsinterne Vorhaben mitzutragen, die von den Mitgliedern der Inspektoratskonferenz geleitet wurden oder an denen sie massgebend beteiligt waren (inkl. Stundentafel Sek I, Schulkreise Sek I):
- Die Mitwirkung in verschiedenen Teilarbeitsgruppen und in der Steuergruppe zur Reorganisation der EKD.
- Die Aufnahme der Arbeiten zur Neukonzipierung des Schulinspektorats als künftiges Amt für Volksschule.
- Konzept zur Beschulung der Kinder von Schutz suchenden Ausländerinnen und Ausländern im Rahmen der Arbeiten des kantonalen Koordinationsstabes (KKS).
- Entwicklung und Umsetzung des Mandates zur Einrichtung eines mit dem Kanton Basel-Stadt koordinierten Brückenangebots im 10. Schuljahr und bei der ebenfalls kantonsübergreifenden Abstimmung der Schnuppertouren für Schülerinnen und Schüler des 8. Schuljahrs.
- Organisation im Kanton für ein Forschungsprojekt der Universität Zürich: Selbstwirksamkeit von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler an âRegelÔ-Schulen und an Schulen, die Selbstevaluation (FQS) praktizieren.
- Seit Jahren ist der Kanton Basel-Landschaft Patronatskanton der Schweizerschule in Santiago de Chile. Im Berichtsjahr fand die Unterstützung durch den Kanton Basel-Landschaft in folgender Form statt: Evaluation von drei neuen Lehrkräften und Wahlantrag an das Schulkomitee in Santiago, Unterstützung bei der Beschaffung von Occasion-Schulmöbeln aus überzähligen Beständen von Baselbieter Gemeinden sowie Beratung und Unterstützung der Schulleitung in Form regelmässiger Faxkontakte.
- Kommission Volksschule der NWEDK
5.4 Lehrpläne, Lehrmittel
Die folgenden, vom Schulinspektorat auf Antrag seiner Lehrplankommissionen dem Erziehungsrat vorgeschlagenen Lehrmittel wurden neu eingeführt:
- Ein gemeinsames Deutsch-Wörterbuch: Ab der 3. Primarklasse "Wortprofi".
- "Gott hat viele Namen" für den Unterricht in Biblischer Geschichte auf der Primarstufe.
- "Durch Geschichte zur Gegenwart" wird den Sekundarschulen als Ergänzungslehrmittel zu "Weltgeschichte im Bild" zur Verfügung gestellt.
- die Einführung des Lehrwerks "Mathematik erleben" für die Kleinklassen B/C Unterstufe.
Ebenso genehmigte der Erziehungsrat auf Antrag der Inspektoratskonferenz:
- Die Erprobung des Mathematiklehrmittels "Zahlenbuch 3" (Verlag Klett) zwecks allfälliger späterer Beschaffung in 12 dritten Primarklassen während des Schuljahres 1998/99.
- Die Überarbeitung des Mathematiklehrmittels für die Realschule. Sie wurde im Juni 98 begonnen und der Band l (6. Schuljahr) wird auf Schuljahresbeginn 1999/2000 an die Lehrpersonen abgegeben werden können.
Um den Klassenlehrpersonen der 5. Primar- und 1. Realklassen eine bessere Abstützung ihrer Uebertrittsempfehlung zu ermöglich, erarbeitete das Schulinspektorat "Handreichungen für den Übertritt". Diese wurden in einer revidierten Fassung auch für das Schuljahr 98/99 abgegeben.
Im Rahmen der ausserordentlichen Lage für Kinder von Schutz suchenden Ausländerinnen und Ausländern wurden Handreichungen für die albanischen Lehrkräfte und für den speziellen Deutschunterricht in Zusammenarbeit mit praxiserprobten Lehrpersonen der Ordner "Rucksack 1" geschaffen.
5.5 Umfragen
- Geplante weitere Laufbahn der Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus den 4. Klassen der Sekundarschulen (allg. und prog. Abteilung) und der Realschulen (BWK).
- Anlehre, Lehre, 10. Schuljahr, weiterführende Schule oder andere Lösung (z.B. Auslandaufenthalt).
- Materialgeld im Unterricht Textilarbeit/Werken an den Sekundarschulen.
5.6 Publikationen
Auf Ende Jahr konnte die Herausgabe der völlig neu gestalteten und inhaltlich überarbeiteten Informationsmappe z. H. der Erziehungsberechtigten, der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte und Behörden abgeschlossen werden. Sie orientiert über das ganze von der EKD betreute und (mit)verantwortete Bildungsangebot des Kantons Basel-Landschaft.
5.7 Sonderschulung
Die Integrative Schulungsform (ISF) breitete sich im Oberbaselbiet weiter aus und erwies sich als gute Alternative zur Kleinklasse. Für die Evaluation von ISF wurden die nötigen Hilfsmittel ausgearbeitet.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Schulinspektorat und der Fachstelle für Sonderschulung, Jugend- und Behindertenhilfe hat sich durch die klar definierten Zuständigkeiten intensiviert und positiv ausgewirkt.
5.8 Kindergarten
Das Kindergarteninspektorat organisierte im Frühjahr die Konferenz für Kindergarteninspektorinnen und -inspektoren aus der deutschsprachigen Schweiz und aus dem Fürstentum Liechtenstein.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auch in diesem Jahr den Lehrpersonen mit geteilten Stellen gewidmet; an besonderen Sitzungen mit den stellenteilenden Lehrpersonen und den zuständigen Kindergartenkommissionen wurden gemeinsame Wege für eine Optimierung der Zusammenarbeit der Partnerinnen gesucht.
5.9 Ausserschulische Musikerziehung
Auf Beginn des kommenden Schuljahrs wird der Musikalische Grundkurs als neues Fach mit insgesamt 80 Kursstunden in den Lehrplan der Primarschule integriert; er steht weiterhin unter der fachlich-pädagogischen Aufsicht der Jugendmusikschulen und wird von entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen der JMS erteilt. Diese Regelung war Gegenstand längerer Verhandlungen mit den Verantwortlichen der JMS.
Der Kanton stellte den Gemeinden für die insgesamt 15 Jugendmusikschulen Fr. 6'519'755.-- (Fr. 6'569'006.--) zur Verfügung. Damit wurde der Unterricht von 15'154 Schülerinnen und Schülern im Kanton subventioniert.
An der Musikakademie der Stadt Basel studierten 57 (55) Personen aus unserem Kanton. Dafür wurden Subventionen in der Höhe von Fr. 2'051'235.-- (Fr. 1'966'731.--) überwiesen.
5.10 Laufental
Seit dem Sommer 1998 werden alle Primarklassen nach dem neuen Stufenlehrplan des Kantons Baselland unterrichtet.
In den Real- respektive Sekundarschulkreisen des Laufentals wurden die ersten Planungsarbeiten für den Uebergang der 1. Klassen der beiden Schularten ins Baselbieter System in Angriff genommen, der im Schuljahr 1999/2000 auch auf der Sekundarstufe I erfolgt. Die Kreisreal- und die Sekundarschule Zwingen planen auf diesen Zeitpunkt hin einen Schulversuch für eine gemeinsame Sekundarstufe I - Schule mit den Niveaus A und E im Sinne der Rahmenbedingungen, der Eckwerte und der Stundentafel, die der Kanton im Sommer 1998 in die Vernehmlassung gegeben hatte.
Die Gemeinden Röschenz und Roggenburg haben ihre Realschulen zu einer Kreisrealschule zusammengeschlossen. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Gemeinden werden seit Beginn des Schuljahres 1998/99 in Röschenz unterrichtet.
5.11 Jugend- und Gesellschaftsfragen
Für die Unterstützung der Schulen bei der Entwicklung von schuleigenen Gesundheitsförderungskonzepten wurde für eine Zeit von zwei Jahren ein Projektleiter beauftragt.
Die Delegierten wurden anlässlich von drei Veranstaltungen über das Problemfeld der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen und über neue Produkte für die Prävention an der Schule informiert. Insbesondere wurden unter Mithilfe der AIDS-Hilfe beider Basel Leitlinien für den AIDS-Unterricht ausgearbeitet.
Die ehemalige Stabsgruppe Prävention wurde mit dem Ziel der Effizienzsteigerung in eine "Fachgruppe Gesundheitsförderung" umgestaltet. Die neue Fachgruppe intensiviert das Zusammengehen mit der Gesundheitsförderung Baselland und sichert für die im Dienste der Schule stehende Koordinationsarbeit vorab die fachliche Beratung.
Folgende Themen beschäftigen den Beauftragten und die Stabsgruppe Prävention im Jahre 1998 besonders:
- Die im letzten Jahr aufgegriffene Problematik der Ess-Störungen führte in Zusammenarbeit mit dem KJPD zu einem Informationsangebot an die Adresse der Sekundarstufe II - Schulen, das rege genutzt wurde.
- Das Projekt TALK ABOUT setzte im Bereich der Schule mit einem Wettbewerb ein und soll zur Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema Alkohol führen.
- Das Thema "Gewalt" nahm in der politischen Diskussion einen grossen Platz ein.
5.12 Turnen und Sport
Die schulsportlichen Anlässe haben in diesem Jahr einen besonderen Akzent gesetzt, indem das Schulinspektorat die Volleyballwettbewerbe des Schweizerischen Schulsporttages mit Hilfe der Sekundarschul-Kollegien von Therwil, Allschwil, Reinach und Münchenstein mit grossem Erfolg durchgeführt hat.
Im Rahmen der Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgruppen und Kommissionen hat sich das Schulinspektorat vor allem in folgenden Aufgabenfeldern engagiert: Bildung einer Sportklasse, Förderung von begabten Sportlerinnen und Sportlern, Konzept für ein Jugendsportabzeichen, Umsetzung des Stufenlehrplanes Kindergarten, Sicherheit im Turn- und Sportunterricht.
5.13 Hauswirtschaft und Handarbeit/Werken
Besondere Aufgaben aus den Bereichen Hauswirtschaft und Handarbeit/Werken textil waren die Betreuung der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, denn allein in Hauswirtschaft und Handarbeit/Werken textil nahmen auf das Schuljahr 1998/99 23 neue Lehrkräfte in unserem Kanton die Unterrichtstätigkeit auf, sowie die Zusammenarbeit mit einer Lernprojektgruppe und dem Konferenzvorstand zur Umsetzung des Grundlagenberichtes "Hauswirtschaft 2000" und dem Leitbild der hauswirtschaftlichen Bildung in der Volksschule, auch im Hinblick auf einen neuen Stufenlehrplan SEK I.
Die Expertinnen für die beiden Fächer arbeiten seit einem Jahr erfolgreich mit Selbstbeurteilungsbögen für die Lehrkräfte. Somit können die Unterrichtsgespräche auf einer Selbst- und einer Fremdbeurteilung basierend geführt werden.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist noch immer angespannt. Auf das Schuljahr 1998/99 konnten zwar alle Stellen besetzt werden, jedoch wird es immer schwieriger, qualifizierte Stellvertreter und Stellvertreterinnen zu finden.
Die Erfahrungen in der Sekundarlehrkräfte-Ausbildung in Basel haben gezeigt, dass die Vorbildungen der Studierenden, die Manuelles Gestalten und/oder Hauswirtschaft wählen, ungenügend sind. Deshalb müssen diese beiden Fächer auf der Sekundarstufe II zumindest im Freifachbereich angeboten werden.
Zuhanden der Experten Handarbeit/Werken nicht-textil wurden zwei Papiere erarbeitet:
- Gedanken grundsätzlicher Art zum Fach Handarbeit/Werken nicht-textil: Schwerpunkte und Chancen
- Qualitätssicherung
5.14 Interkulturelle Pädagogik
Im September konnte das "Manual IKP", eine Handreichung für Lehrpersonen und Behörden im Bereich der Schulung der fremd- und mehrsprachigen Kinder und Jugendlichen, mit einer kleinen Feier der Öffentlichkeit übergeben werden. Das Schulinspektorat arbeitete in verschiedenen Projekten und Arbeitsgruppen mit, welche die Verbesserung der Situation für die Immigrationsbevölkerung zum Ziel haben.
In den Monaten November und Dezember wurden aufgrund des grossen Zustroms von Flüchtlingen aus dem Kosovo Lehrerinnen und Lehrer aus dem Kosovo ausgewählt und in Klassen in Gelterkinden, Liestal und Reigoldswil eingesetzt. Dieser rasche Einsatz war durch die guten Kontakte, die durch das Projekt "Internetz" (Gesundheitsförderung bei der Migrationsbevölkerung) aufgebaut wurden, möglich. Eine Gruppe von einheimischen Lehrpersonen stellte innerhalb kurzer Frist einen Lehrgang zusammen, der den Kindern aus dem Kosovo den Einstieg in die deutsche Sprache im Hinblick auf ihre Rückkehr vereinfachen soll.
Die Diskussion um die Mehrsprachigkeit in den Schulen der Schweiz und Europas nahm in der letzten Zeit immer mehr Raum ein. Dies gibt den Kursen in heimatlicher Sprache und Kultur, die von den Konsulaten und ausländischen Elternvereinen organisiert und finanziell getragen werden, eine erweiterte Bedeutung. Die Schule und die Wirtschaft beschäftigten sich mit der Mehrsprachigkeit auch im Bereich der Minderheitssprachen, die in einer global vernetzten Welt eine wichtig zu wertende Ressource darstellen. Die Unterstützung der Verantwortlichen der Konsulate und der Lehrpersonen der Kurse HSK nahm in der Sachbearbeitung Interkulturelle Pädagogik einen sehr breiten Rahmen ein.
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